Veranstaltungstip für Wien: Schweigemarsch für verfolgte Christen 9.6.2017

 

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Haltung zeigen – Der Gratismut der Unpolitischen (tichyseinblick.de)

Haltung als Placebo

Haltung zeigen – Der Gratismut der Unpolitischen

Von den Bürgern wird keine politische Genauigkeit, kein Wissen erwartet, sondern nur noch eine „Haltung“, die nicht auf verinnerlichten Grundwerten und dem Bewusstsein für ihre Verteidigung gründet, sondern medial und politisch „von oben“ vorgegeben wird.

 

© Carsten Koall/Getty Images

Die Wahlen in Schleswig-Holstein, Frankreich und NRW sind vorüber. Die Ergebnisse durchaus absehbar. Das ändert jedoch nichts daran, dass die Fragezeichen im Gesicht derer, die angesichts unkontrollierter Masseneinwanderung und Aufeinanderprallen der Kulturen einen Wechsel der Politik für unumgänglich halten, stetig größer werden. „Wie kann man immer noch diejenigen wählen, die uns all das eingebrockt haben?“, fragt man sich und fühlt sich angesichts einer Mehrheit, die offenbar möchte, dass alles bleibt wie es ist, einfach nur noch ohnmächtig. Das liegt auch und vor allem daran, dass insbesondere beim Thema Einwanderung und Asyl täglich neue Fakten geschaffen werden, Fehler, die Deutschland in der Zukunft immer schwerer rückgängig machen kann.

Die Migration nach Deutschland reißt nicht ab

Dass wir immer noch von einem nicht korrigierten Zustand von Ordnung und Überblick sprechen müssen, wird deutlich, wenn man sich anschaut, dass in Deutschland immer noch mehr Migranten und Flüchtlinge ankommen als in ganz Europa zusammen. Pro Monat immer noch mehrere Tausend. Macht allein von Januar bis März eine Zahl von 60.000. Eine Stadt so groß wie Frankfurt (Oder) oder Rosenheim. Auf das Jahr hochgerechnet sind das immer noch 240.000. Familiennachzug nicht miteingerechnet. Wie kann das sein, trotz geschlossener Balkanroute und Türkei-Deal?

Die Antwort liegt in der europäischen Binnenmigration. Tausende Migranten haben die Außengrenzen Europas überschritten, sind aber irgendwo gestrandet – beispielsweise auf der „geschlossenen“ Balkanroute. Sie zieht es weiter in den Westen, genauer nach Deutschland. Außerdem sind die Grenzen zwischen Italien und den nördlichen EU-Staaten weniger dicht als bisher angenommen. Kurzum: Das Durchwinken der anderen nach Deutschland beschert immer noch täglich neue Einwanderer in großer Zahl. Dabei ist es nicht so, als hätte man hier in Deutschland angesichts von 1,5 Millionen Zuwanderern aus 2015 und 2016 nicht schon genug Probleme in den Griff zu bekommen. Die Kriminalitätsstatistik des Bundeskriminalamtes genauso wie die Belastungen für das deutsche Sozialsystem, die in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen wird, legen offen, dass wir vor riesigen Herausforderungen stehen, denen wir im Prinzip nicht gewachsen sind. Aktuell bezieht bereits eine halbe Million Migranten und Flüchtlinge Hartz 4. Tendenz steigend. Eine schnelle Integration in den Arbeitsmarkt zeichnet sich laut Bundesregierung und Bundesagentur für Arbeit nicht ab.

Eine Bankrotterklärung des Staates

Die Mär von den dringend benötigten Fachkräften ist dabei genauso erloschen, wie die Mär vom Flüchtling, der nicht krimineller sei als der Deutsche. Zu den Lügen, die man den Menschen als Wahrheiten verkauft hat, um die Stimmung gegenüber Asylbewerbern nicht kippen zu lassen, gesellen sich dreist irreführende Aussagen von zuständigen Politikern und Behördenchefs zur Sicherheit der Bevölkerung im Angesicht des islamischen Terrors. „Wir werden mit dem Terror leben müssen.“ verlautbarte etwa Thomas De Maizière kurz nach dem Anschlag vom Berliner Breitscheidplatz und Hans-Georg Maaßen, Präsident des Verfassungsschutzes, gibt zu Protokoll: „Deutsche müssen sich auf neue Anschläge einstellen.“ Fast könnte man so etwas wie Bewunderung dafür empfinden, wie man es auf Seiten der Zuständigen schafft, die eigene Inkompetenz ohne nennenswerte Empörung seitens der Bevölkerung als alternativloses Faktum darzustellen.

Es ist dies jedoch nichts anderes als die Bankrotterklärung eines Staates, der seiner wichtigsten Aufgabe, der Wahrung von Sicherheit seiner Bürger, nicht mehr nachkommt und diese auch noch dazu auffordert, sich damit abzufinden. Nach Hobbes würde das die Aufkündigung des Gesellschaftsvertrages zwischen Bürgern und Staat durch den Bürger bedeuten. Als Bürger habe ich somit keinerlei Verpflichtung mehr dem Staat gegenüber. Aber wer liest schon noch Hobbes? Die große Mehrheit wählt trotz gravierenden Politikversagens weiterhin dieselben Akteure. Pauschal nennen wir sie deshalb „linksgrüne Gutmenschen“ oder Ähnliches. Oft ist genau jene Bezeichnung jedoch gar nicht zutreffend, da die politische „Linke“ auch in der deutschen Bevölkerung nur einen Teil von vielen ausmacht. Die Übermacht ergibt sich aus der öffentlichen Präsenz, die deshalb zum Problem wird, weil sie es vermag, Menschen ohne Inhalte zu mobilisieren.

Die Universität als politischer Ort?

Die deutlich größere Gruppe innerhalb der Bevölkerung, die Sorgen machen sollte, ist die der politisch Desinteressierten und damit vollkommen Ahnungslosen, der sich vor den Karren spannen lässt. Behauptet ein großer Teil der Presse und „linken“ Öffentlichkeit angesichts des Brexits und des allgemeinen „Rechtsrucks“ in Europa, „die Alten“ würden die Zukunft „der Jungen“ verspielen, so sind es stattdessen all die Uninformierten, zu denen auch insbesondere die Mehrheit der jungen Generation gehört, die durch ihr Desinteresse und daraus resultierendes Unvermögen, die Konsequenzen der Zuwanderung nach Europa und insbesondere Deutschland auch nur im Ansatz abschätzen zu können, die Zukunft in Frieden aller in Europa Lebenden auf’s Spiel setzen.

Dass die Jugend gemeinhin als politisch und vor allem politisch „links“ orientiert gilt, ist hierbei vermutlich dem romantisierten Bild der 68er geschuldet. Dazu kommt, dass vor allem die Jungen des „linken“ Spektrums besonders kompromisslos und militant auftreten Darüber hinaus gilt insbesondere die Universität als Brutstätte von Antifa und Co. als besonders politischer Ort. Ein Ort, an dem junge Leute sich im Vergleich zu ihren Altersgenossen außerhalb der Universität überproportional oft für Politik interessieren. Uni ist politisch, Uni ist vor allem „links“.

Dabei sollte das offensive Auftreten der politischen „Linken“ nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Großteil der Studenten an vielen Universitäten überhaupt nicht mehr sonderlich politisch interessiert ist. An meiner Uni in Göttingen, die gemeinhin bis heute als „linke“ Hochburg gilt, gewinnt seit Jahren der Macron unter den Hochschulgruppen die StuPa-Wahlen. Keiner weiß so genau, wofür sie stehen, aber sie backen hervorragende kostenlose Waffeln vor jeder Wahl. Und das Wichtigste: Sie lassen die Studenten mit Politik in Ruhe – ein Rezept, dessen sich auch die Merkel-CDU jahrelang erfolgreich bediente. „Linke“ und „Rechte“ dagegen sind oftmals nicht mehr als Mehrheitsbeschaffer. Quasi die FDP des StuPa. Es ist also ein Trugschluss, davon auszugehen, dass die Jugend besonders politisch und besonders „links“ sei. Das einzige, was sie ist, ist besonders opportunistisch in Bezug auf die eigene politische Meinung. Politische Meinung ist, was gesellschaftlich belohnt wird.

Die Abituirenten kommen schon entpolitisiert von der Schule an, wie dieses Beispiel belegt. Sie antworten nicht mit ihrer Meinung, sondern mit der von ihnen erwarteten Meinung, um gute Noten zu kriegen.

„Haltung zeigen!“

Aber auch im Alltag abseits der Uni begegnen wir diesen Menschen. Gemeint sind all jene, die eigentlich keine Ahnung haben, aber durch Anstachelung von Politik und Öffentlichkeit plötzlich der Meinung sind, sie müssten sich nun doch einmal positionieren, „Haltung zeigen“, wie es heutzutage so schön heißt. Schnell mal eben etwas als „Hetze“ bezeichnet und schon hat man „Haltung gezeigt” und seine gute Tat für heute vollbracht. Es sind jene, die nur einmal klar machen wollen, dass sie auf der „guten Seite“ stehen bzw. auf der Seite, die öffentlich für gut befunden wird, damit man nicht Gefahr läuft, ausgegrenzt zu werden. Die einfach mal dabei sein, sich politisch geben wollen, ohne es zu sein, die dafür sorgen, dass sich nichts ändert. Die keine Konsequenzen für dieses Handeln erwarten müssen, außer jenen, die uns früher oder später in Bezug auf das Thema radikaler Islam und Einwanderung erreichen. Nur könnte es dann für Kursänderungen zu spät sein. Das sind auch und vor allem die Jungen dieser Gesellschaft und Ältere, ohne inneren Kompass, die gerne „Haltung“ bzw. Gratismut zeigen. Selten aus politischer Überzeugung, auf Basis von Wissen, sondern lediglich aus Opportunismus. Die Welt der jungen Generation von Instagram bis YouTube? Nichts weiter als ein großer Beliebtheitswettbewerb, zu dem mittlerweile eben auch in homöopathischen Dosen die Politik gehört. Nicht ernsthaft natürlich, aber in Form von „Haltung“. Wie man sich zu positionieren hat, gibt dabei der öffentliche Mainstream vor.

Dabei wird immer wieder betont, dass die Demokratie auch gerade dadurch funktioniert, dass nicht jeder politisch interessiert und engagiert ist. Der Gedanke leuchtet ein, bedenkt man, wie viel mehr Gezanke und Unfrieden es in einer Gesellschaft geben würde, in der jeder mit maximaler Energie versucht, seine politischen Ansichten durchzudrücken. Und dennoch erleben wir in Deutschland seit Beginn der Flüchtlingskrise eine beispiellose Initiative von Politik und medialen Meinungsmachern, diese politisch eher träge Masse für die eigenen Zwecke, die „richtige Haltung“ zu mobilisieren, mit dem Ergebnis, dass zwar immer noch die meisten genauso ahnungslos sind wie vorher, aber meinen, dieser Unwissenheit politischen Ausdruck verleihen zu müssen, indem sie gegen jene Stänkern, die sich kritisch gegenüber der aktuellen Asylpolitik und dem radikalen Islam äußern bzw. jene wählen, die genau diese Probleme zu verantworten haben.

Von der Entpolitisierung des Politischen

In der Folge fühlt man sich als kritischer Mensch immer öfter wie der Kandidat bei „Wer wird Millionär“, der den Publikumsjoker zieht und darauf hofft, dass nur jene ihre Stimme abgeben, die auch wirklich Ahnung haben. Formuliert er diesen Anspruch nicht explizit, muss er damit rechnen, dass er bei Ahnungslosigkeit der Mehrheit nichtssagende Ergebnisse erhält. Formuliert er den Anspruch, dass man bei Abstimmung über die nötigen Informationen verfügt, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass er auch wirklich nur die Stimmung jener erhält, die die Antwort ziemlich wahrscheinlich kennen. Eine geringe Fehlerquote inklusive. Die heutige Demokratie stellt diesen Anspruch der eigenen Informationsbeschaffung jedoch nicht, sie mobilisiert nur blind. Stellt den „Publikum“ an den Drückern politische und mediale Paten zur Seite, die es ermutigen, auch ohne jegliches Wissen um Fakten seine Stimme abzugeben, weil an sich schon das Mitmachen, die „Haltung“ zählt. Postfaktischer geht es nicht und hat der Kandidat bei „Wer wird Millionär“ wenigstens die Option, der Mehrheit mit seiner Antwort nicht zu folgen oder auszusteigen, hat sich der Bürger der Mehrheit unterzuordnen und deren Entscheidung mit all ihren Konsequenzen mitzutragen. Der „Wer wird Millionär“-Kandidat nimmt das Geld und ist glücklich. In der politischen Realität bleibt letztlich irgendwann nur noch das Aussteigen in Form von Auswandern, welches vor allem von jenen betrieben wird, auf deren Steuergelder man zur Finanzierung des ganzen Wahnsinns eigentlich dringend angewiesen wäre.Die große Schwäche Deutschlands ist, dass es von seinen Bürgern keine politische Genauigkeit, kein Wissen mehr verlangt, sondern nur noch eine „Haltung“, die nicht auf verinnerlichten Grundwerten und dem Bewusstsein für die Notwendigkeit ihrer Verteidigung fußt, sondern von medialer und politischer Seite „von oben“ vorgegeben wird. „Haltung zeigen“ – etwas, was heutzutage mit journalistischen Preisen versehen wird, obwohl es nichts mit Journalismus zu tun hat. Rolemodels für Gratismut von Dunja Hayali, über Carolin Emcke bis hin zu Campino von den Toten Hosen geben hierbei die Marschrichtung vor. Ein Gratismut, der doch nichts anderes als die Weigerung von politischen und medialen Oberen darstellt, die wirklichen Probleme unserer Zeit anzugehen.

https://www.tichyseinblick.de/meinungen/haltung-zeigen-der-gratismut-der-unpolitischen/

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Der Wandel des Gottesdienstes (beiboot-petri.blogspot.de)

Mittwoch, 17. Mai 2017

Der Wandel des Gottesdienstes

Neulich war ja „weißer Sonntag“ der Tag wo jeder Fromme zu sieht, wo er hingeht, weil zur Primetime Kinderfasching mit im Grunde moralinsaurer, gewaltsam nett daherkommender, unrealistischer Geschichte als Lesung und ebensolcher Predigt ist.
Rein theoretisch bin ich ja der Ansicht, nicht wegen dem Pfarrer, nicht wegen der Predigt,. nicht wegen der Architektur, und auch nicht wegen der Leute in die Kirche zu gehen, sondern ganz alleine wegen Jeus dem Christus, der es gesetzt hat, dass in der Liturgie der Wandlung der Schleier von Raum und Zeit beiseite gezogen wird, auch und wenn wir das nicht sehen und nicht spüren, und wir alle hintreten zum Berg Golgatha!
Rein praktisch muss ich sagen, sooooo heilig bin ich nun einfach nicht und deshalb seh ich zu, dass ich den Eventgottesdiensten fern bleibe!
Früher allerdings war das anders, da hat man, wenn Erstkommunion war,. alles aufgefahren was gut und katholisch war, die Kirche ertrank in Blumen, und Weihrauch, auf jeden Fall habe ich meine Erstkommunion so in Erinnerung, feierlich, ungemein feierlich, fast erschreckend feierlich, auch hinterher, bei der Feier im Familienkreis.Ich kann verstehen was man erreichen wollte, man wollte dieses erschreckende Gefühl dass man selber als Kommunionkind hatte durch wurstige Lustigkeit ersetzen, aber man hat das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, die Furcht Gottes ist der Anbeginn der Weisheit und für Gott ist das Beste gerade gut genug, wenn auch Gott die Niedrigen erhöht und die, die nichts sind in den Augen der Welt erwählt hat.
Aber ans Kreuz gegangen damit die Kirche versuchen soll, einem Vergnügungspark Konkurrenz zu machen ist er nun wirklich nicht. Irgendwo habe ich das Problem mal auf folgende,  kurze Formel gebracht, gelesen:
Luther quälte sich mit der Frage „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“, wir quälen uns mit der Frage „wie bekommen wir uns gnädig gesinnte Menschen?“
Ich finde ja schon immer Luthers Frage einigermaßen dusselig, weil, nehmen wir mal an Gott sei nicht gnädig, dann kann ich da ja auch nix machen, Gott ist halt so, wie er ist.
Aber dennoch ist es zwar nicht Aufgabe der Kirche Gott, den man sich wie einen wütenden Tyrannen vorstellt, zu besänftigen, ihn gnädig zu stimmen, indem man in besonders nett anredet, aber es ist Aufgabe der Kirche in ihren Gottesdiensten Gott zu dienen.
Mir scheint allerdings, und eben bei den Anlässen wo man mit Leuten zu tun hat die sonst nie in die Kirche kommen, dass man da eher Menschendienst betreibt, nur kommt das weder bei den einen, noch bei den anderen so recht an.
Das sollte man nach über einem halben Jahrhundert liturgischer Mätzchen doch so langsam mal zur Kenntnis nehmen, und sich einfach mal wieder anfangen zu fragen „wie kommt das bei Gott an?“

http://beiboot-petri.blogspot.de/2017/05/der-wandel-des-gottesdienstes.html#more

 

Hand auf’s Herz: Wenn man die Gesamtentwicklung seit dem Konzil und der Einführung der „Liturgiereform“ über die Heidenspektakel von Assisi bis jüngst zu AL nüchtern besieht, wird man nur zu einem Schluß kommen können. In der Regel ist – ob aus psychologischem Selbstschutz, Gewöhnung oder Denkfaulheit – erstmal ein Zurückschrecken zu beobachten, es habe sich ja „eigentlich“ kaum etwas geändert. Ärgerlich diese Drewer- und Ranke-Heinemänner, dieser Küng, aber man vertraut auf die Hierarchie, an der Spitze der Heilige Vater. Johannes-Paul II. war ja moralisch ziemlich rigoros, da konnte er auch den Islam unter den Schutz des Hl. Johannes des Täufers stellen, den Koran küssen und Buddha-Statuen bei Assisi auf den Tabernakel des lebendigen Gottes zur Anbetung stellen. Hauptsache, er war gegen Kondome und Abtreibung. Man fläzte sich in die (immer leerer werdenden) Kirchenbänke, anstatt zu knien, schlenderte zur Kommunion nach vorne, steckte sich beiläufig die Hostie in den Mund und trottete gelangweilt zurück, um gleich mit dem Nebenmann zu quatschen, was es denn bei ihm zu Mittag gäbe. Und das alles (partiell eben sicherlich etwas übertrieben geschildert…) hielt man halt für katholisch, denn von der Alten Messe und der katholischen Tradition wurde man ja im rudimentären Religionsunterricht (Katechese fiel komplett aus) sorgfältig ferngehalten. Papst Benedikt entsprach noch mehr dem herkömmlichen Papstbild und führte wieder die Alte Messe ein, wollte die „Reform der Reform“ – hatte aber in der Kirche sichtbar nur noch wenig zu sagen. Mit Papst Franziskus ist nun die Verwirrung komplett ausgebrochen, der wird weniger als der Nachfolger des Hl. Petrus, sondern mehr als der Nachfolger des Orakels von Delphi wahrgenommen.

Wie auch immer: aus meiner Sicht ist unausweichlich festzustellen, dass es eben nicht 2 Formen eines Ritus‘ gibt oder 2 Riten, sondern 2 Glaubenssysteme. Ein überliefertes katholisches, weil theozentristisches und ein aufgrund der Gedanken Rahners, de Lubac und Teilhard de Chardin (allesamt Jesuiten) künstlich geschaffenes anthropozentrisches. Beim ersten steht Gott im Mittelpunkt, bei letzterem der Mensch. Beim ersten die persönliche Rettung vor der Verdammnis aufgrund der Gnade Gottes durch das Kreuzesopfer, bei letzterem die Schaffung einer brüderlichen, sozial gerechten und ökologischen Weltgemeinschaft durch die gemeinsame Mahlfeier.

Muß ich die Gnade Gottes individuell annehmen oder bin ich sowieso als Anonymer Christ Rahnerscher Prägung erlöst? Dies ist für mich der Knackpunkt – weniger, wie sich die Zeitgenossen heute in der Kirche kleiden oder aufführen (obwohl das manchmal sehr ärgerlich ist).

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„Lügenpresse!“ – Über journalistische Ethik, Zensur und Political Correctness (kairos.blog)

„Lügenpresse!“ – Über journalistische Ethik, Zensur und Political Correctness

 

Das Ansehen der Journalisten war noch nie so schlecht. Nach einer 2016 durchgeführten Umfrage (Forsa) schätzen zwar 82 Prozent der Deutschen die Polizeibeamten, aber nur 44 Prozent die Journalisten. Ein schwacher Trost, dass Politiker mit 24 Prozent noch schlechtere Noten bekamen.

In nahezu allen Ländern stehen die traditionellen Medien, sofern sie nicht durch ein „öffentlich-rechtliches“ Zwangsmonopol geschützt werden, vor stetig wachsenden wirtschaftlichen Problemen. Zwar informieren sich immer noch mehr Bürger über Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen als über das Internet, aber die Journalisten haben ihr Monopol auf Gewinnung, Verarbeitung, Deutung und Verbreitung der Nachrichten verloren. Das kann heute fast jeder tun, der es sich zutraut, denn die Kosten der Massenkommunikation waren noch nie so gering. In der Folge haben sich Funktion und Status der Journalisten dramatisch verändert.

In Europa setzte der Niedergang der Zeitungen etwa Ende der neunziger Jahre ein, in Amerika um zehn Jahre früher. Donald Trump hat gezeigt, dass Wahlen auch gegen die geballte Macht der Presse gewonnen werden können. Das Problem, das die Journalisten mit ihm haben, besteht nicht darin, dass Trump sie hasst, sondern dass er sie nicht mehr braucht, oder zumindest immer weniger braucht. Trump twittert. In der Massenkommunikation vollzieht sich eine Wende, deren Auswirkungen wir erst allmählich zu begreifen beginnen.

Die Bedeutung, die man den gedruckten Zeitungen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zumaß, lässt sich heute kaum noch erahnen. Es war die goldene Ära des Print-Journalismus. 1949 brachten die Schweizer Monatshefte einen Artikel von Friedrich August von Hayek, der sich mit der gesellschaftlichen Funktion der Journalisten und ihren mentalen Konditionierungen beschäftigte. Er hatte den Titel „Die Intellektuellen und der Sozialismus“:

Es gibt heute nicht mehr viel Geschehnisse oder neue Ideen, von denen der gewöhnliche Mensch anders als durch Vermittlung dieser Klasse etwas erfahren kann. Es hängt von ihr ab, welche Ansichten und Meinungen überhaupt bis zu uns dringen, sie entscheidet, welche Tatsachen wichtig genug sind, um uns mitgeteilt zu werden, und in welcher Form und von welchem Standpunkt wir von ihnen unterrichtet werden.[i]

Unter den Journalisten, schrieb Hayek, seien sozialistische Ideen weit verbreitet.  Dies sei unter anderem eine Folge des Zeitgeistes, der intellektuellen Moden, die auf intelligente Leute naturgemäß eine besondere Anziehungskraft ausübten. Zwar seien„keineswegs die intelligenteren Leute häufiger Sozialisten“, aber die Sozialisten unter ihnen widmeten sich mit Vorliebe den „intellektuellen Tätigkeiten“, die ihnen in der modernen Gesellschaft „einen so entscheidenden Einfluss auf die öffentliche Meinung geben.“ Für den frustrierten Intellektuellen, der der bestehenden Gesellschaftsordnung feindlich gegenüberstehe, sei diese Karriere „der aussichtsreichste Weg zu Einfluss und Macht.

Hayek zählte zu dieser Klasse von Intellektuellen außer den Journalisten auch „Lehrer, Geistliche und Volksbildner, Schriftsteller und Radiosprecher, Künstler und Schauspieler“. Es lag ihm fern, ihnen pauschal die arglistige Verfälschung der Fakten zu unterstellen. Ein Wort wie „Lügenpresse“ kam ihm nicht über die Lippen.

Im Gegenteil, schrieb Hayek, gerade „weil die Intellektuellen meist intellektuell ehrlich sind, ist es unvermeidlich, dass sie, wo sie zu entscheiden haben, ihren eigenen Überzeugung folgen und daher allem, was durch ihre Hände geht, den Stempel dieser Überzeugung aufdrücken. …  Zeitungen in Besitz, Universitäten unter <reaktionärer> Verwaltung und Radiosender unter der Kontrolle konservativer Regierungen haben immer wieder die öffentliche Meinung in sozialistischer Richtung beeinflusst, weil dies die Überzeugung der ausführenden Organe war.“

 Die meiner Ansicht nach bis heute unübertroffene Analyse journalistischer Funktionen und Restriktionen stammt von Walter Lippmann (1889-1974), dem einflussreichsten amerikanischen Journalisten seiner Zeit. In seinem Buch „Public Opinion“[ii], das 1922 erschien, demontierte er den Mythos von der unersetzlichen Rolle der Presse als „vierter Gewalt“. Während des Krieges hatte Lippmann für die Propaganda-Abteilung des Nachrichtendienstes der amerikanischen Streitkräfte gearbeitet, später auch Präsident Wilson bei der Erstellung der berüchtigten 14 Punkte beraten, er kannte also die Schaltzentralen der politischen Macht aus eigener Anschauung. Lippmann zweifelte daran, dass die Bürger überhaupt genügend zuverlässige Informationen erhalten könnten, um rationale demokratische Entscheidungen zu treffen.

Man könne der Presse nicht zumuten, schrieb Lippmann, von sich aus die Wahrheit zu liefern. Denn „news“ und „truth“, Nachricht und Wahrheit seien eben nicht identisch. „Die Funktion der Nachricht ist es, auf ein Geschehen aufmerksam zu machen; die Funktion der Wahrheit ist es, die verborgenen Fakten zum Vorschein zu bringen, sie miteinander in Verbindung zu setzen und so ein Bild der Wirklichkeit herzustellen, nach dem die Menschen handeln können.“ Die von den Medien geformte öffentliche Meinung sei nicht die „mythische Kraft“, die das Versagen der öffentlichen Institutionen substituieren könnte. Die Presse sei nicht mehr als „der Lichtstrahl einer Taschenlampe, der ruhelos wandert und eine Episode nach der anderen aus der Dunkelheit holt.“ Um die Wirklichkeit erfassen zu können, reiche dieses Licht nicht aus.

Mehr Licht steht in der Regel erst dem Historiker zur Verfügung. Der Journalist kommt den Ereignissen zwar näher, weil er keine zeitliche Distanz zu überbrücken hat. Er hat die Möglichkeit, die sogenannten „makers of history“ kennenzulernen, sie zu beobachten und mit ihnen zu sprechen. Diese Nähe ist aber trügerisch, am meisten täuscht sie den Journalisten selbst. Wie nahe er den Politikern kommen, wird nämlich von ihnen bestimmt. Sie entscheiden, welche Informationen sie an ihn weitergeben, ob überhaupt und, wenn ja, welche. Der Journalist kann Mutmaßungen anstellen, Plausibilitäten abwägen, zu einem gesicherten Urteil gelangt er nur selten.

Die Informationen erhält er in der Regel nicht als Rohmaterial, sondern gewissermaßen als Halbfertigprodukt.   Die Unterlagen, die ihm Presskonferenzen präsentiert werden, sind für die Weitergabe an die Leser bearbeitet und verpackt. Pressekonferenzen verfolgen einen politischen Zweck.  Je wichtiger der Politiker ist, desto größer ist das Heer von Beamten, Beratern, Pressesprechern und Spin-Doktoren, das dazu da ist, die Botschaft, die der Journalist vermitteln soll, so zu drehen, wie es dem jeweiligen Interesse am besten  entspricht.

Auch die Enthüllungen der investigativen Journalisten gehen meist darauf zurück, dass ein politischer Rivale, ein Beamter oder Diplomat ihnen Informationen zuspielt, die nicht zur Weitergabe bestimmt waren, oder dass der frustrierte Mitarbeiter aus dem Stab eines Politikers einen Loyalitätsbruch begeht. Man denke nur an Edgar Snowdon, an WikiLeaks und an die Abhör-und Hackeraffären während der jüngsten Wahlkämpfe. Auf diesem Feld der Aufklärung und Gegenaufklärung, der skandalträchtigen Enthüllungen und der geschickt getarnten Falschmeldungen tummeln sich die Geheimdienste aller Länder. Im Kalten Krieg hatte die Stasi einige Erfolge damit, dass sie „investigative Journalisten“ der Bundesrepublik mit Materialien aus ihrem Giftschrank belieferte. Die Vorstellung, ein freier Journalismus sei per se ein natürliches Korrektiv politischer Fehlentwicklungen, ist ziemlich naiv.

Journalisten von Qualitätszeitungen, die ihr Handwerk gelernt haben, die über Kritikvermögen, ausreichende Erfahrung und auch über die redaktionelle Zeit verfügen, um Informationen auf ihre Zuverlässigkeit zu überprüfen, haben an sich gute Voraussetzungen, sich der politischen Gängelung und dem Meinungsdruck zu entziehen. Ob sie diese Chance wahrnehmen oder nicht, hängt von ihnen selber ab, von ihrer Intelligenz und von ihrem Charakter. Nicht zuletzt aber auch von ihrer Courage, denn wer sich dem Mainstream widersetzt, geht nicht selten ein berufliches und persönliches Risiko ein.

Das Problem der Glaubwürdigkeit der Quellen wird durch den Wettbewerb um die Aufmerksamkeit des Publikums verschärft, der das Tagesgeschäft beherrscht. Es kommt darauf an, schneller als die Konkurrenz zu sein. Der politische Journalist will exklusiv die Informationen erhalten, die ihm der  Politiker liefern kann. Als Gegenleistung erwartet der Politiker eine freundliche oder zumindest neutrale Berichterstattung und Kommentierung. Frei nach Marlene Dietrich umschwirren die Reporter die Mächtigen wie die Motten das Licht, und wenn sie verbrennen, das kümmert die nicht.

Auf dieses Do-ut-des-System ging Ludwig von Mises in seinen „Erinnerungen“ [iii]ein, die er 1940 in Amerika verfasste. Den Zustand des österreichischen Wirtschaftsjournalismus der Zwischenkriegszeit beschrieb er so:

Die Börsenberichterstatter ließen sich durch die Börsenvertreter der großen Banken informieren. Wenn eine Regierungsverfügung erging oder wenn eine wichtige Geschäftstransaktion vollzogen wurde, dann eilten die Journalisten zu dem zuständigen Regierungsbeamten oder zum betreffenden Unternehmer; die Auskunft, die ihnen da zuteil wurde, setzten sie dann dem Publikum vor. Die Regierung hatte es nicht nötig, die Journalisten zu bestechen; es genügte, sie zu informieren. Die Journalisten fürchteten nichts so sehr, als daß man sie einen Tag später als andere ihrer Zunft informieren könnte. Um dieser Strafe zu entgehen, waren sie immer bereit, den Regierungsstandpunkt zu vertreten. Ihre nationalökonomische Unwissenheit bot dabei den Vorteil, da sie das ohne sacrificium intellectus leisten konnten.“

 Würde Mises heute ein ähnlich urteilen? Ich fürchte ja, obwohl es natürlich auch hervorragende, ökonomisch gebildete Wirtschaftsjournalisten gibt, die hinter die Kulissen blicken.

Auch Lippmanns Befund, den Medien gelänge es mit dem wandernden Lichtstrahl ihrer Taschenlampe gerade mal einzelne Episoden zu beleuchten, während ihnen die tieferen Zusammenhänge verborgen blieben, ist nach wie vor aktuell. Die Spin-Doktoren und die „gewöhnlich gut informierten Kreise“ haben ihre Methoden nur noch perfektioniert.

Und schließlich ist es immer noch so, dass die Journalisten mehrheitlich sozialistischen oder grünen Ideen zuneigen. Eine Umfrage der FU-Berlin, die nach der deutschen Bundestagswahl 2013 durchgeführt wurde, ergab einen signifikant höheren Anteil der Grünwähler unter den Journalisten als in der Gesamtbevölkerung. Während 41 Prozent der Deutschen angaben, die Unionsparteien gewählt zu haben, waren es unter den Journalisten nur 9 Prozent. Grün wählten 27 Prozent der Journalisten, aber nur 8 Prozent aller Wähler. Umfragen in Deutschland und Österreich über die politischen Präferenzen der Journalisten ergaben bisher in der Regel rund 30 Prozent, die keiner Partei nahestehen und 25 bis 30 Prozent Grüne. Die christlich-demokratischen Volksparteien, aber auch  die SPD haben wesentlich weniger Anhänger.

Die parteipolitischen Präferenzen spielen mittlerweile jedoch eine wesentlich geringere Rolle als zu Hayeks Zeiten. Es gibt ja kaum noch jemanden, der an den Sozialismus glaubt, nicht einmal in den ehemals kommunistischen Parteien. Die Wasserscheide verläuft nicht mehr zwischen links und rechts, sondern – ich berufe mich hier auf den britischen Soziologen David Goodhart [iv] – zwischen den „Anywheres“ und den „Somewheres“.

Die „Somewheres“ leben und arbeiten dort, wo sie geboren wurden und aufgewachsen sind. Viele von ihnen zählen zu den sogenannten „Modernisierungsverlierern“. Ihr Bildungsstand ist gering, desgleichen ihr Einkommen. Aber mehr noch als den weiteren sozialen Abstieg fürchten sie ihre kulturelle Marginalisierung. Sie spüren die Folgen der Massenmigration als erste und leiden darunter ins besonderer Weise. Das ist der Grund, dass die rechtspopulistischen Parteien unter ihnen mehr Anklang finden als die linkspopulistischen.

Journalisten hingegen sind typische „Anywheres“. Ihr Ambiente ist das der Metropolen, der Flughäfen und der Hotelketten. In ihrem Bildungsgrad, ihrem Lebensstil  und ihrem Selbstverständnis gleichen sie den globalen wirtschaftlichen und politischen Eliten, deren Nähe sie suchen und deren Ansichten sie sich zu eigen machen. Europäisierung, Globalisierung und Massenmigration halten sie, wenn schon nicht für begrüßenswert, so doch für unaufhaltsam. Ihre Welt ist die der „Political Correctness“.

Der Begriff stammt ursprünglich aus der kommunistischen Bewegung. Ob eine Äußerung in dem Sinne korrekt war, dass sie mit den Tatsachen im Einklang stand, war irrelevant, sie musste nur „politisch korrekt“ sein, das heißt der Linie der Partei entsprechen. Von Antonio Gramsci (1891-1937), dem klügsten Kopf der kommunistischen Partei Italiens, stammt auch das Konzept der „kulturellen Hegemonie“, das den Zusammenbruch der kommunistischen Staaten überleben sollte.

Gramsci wurde 1928 zu einer Haftstrafe von 20 Jahren verurteilt, was ihm das Leben rettete, denn im Moskauer Hotel Lux, wo die kommunistischen Parteiführer abstiegen, wäre er sehr rasch von der GPU abgeholt worden. Im faschistischen Gefängnis durfte er indes die Bücher lesen, die er wollte, und seine voluminösen „Briefe aus dem Kerker“ verfassen. Gramsci glaubte nicht daran, dass die Kommunisten im Westen mit einem Staatsstreich an die Macht gelangen könnten wie die Bolschewiken in Russland. Stattdessen sollten sie durch die Eroberung der Institutionen, der Redaktionen und der Universitäten die „kulturelle Hegemonie“ in der Gesellschaft erringen. Die Besetzung der Begriffe, die Durchsetzung einer neuen politischen Sprache war ein Bestandteil dieser „kulturmarxistischen“ Strategie. Am Ende würden Gramscis „organische Intellektuellen“ die Massen unter ihre Führung bringen und Schritt für Schritt den Sozialismus realisieren.

In den sechziger und siebziger Jahre wurde diese Strategie von der linken Studentenbewegung wiederbelebt, die  den „langen Marsch durch die Institutionen“ propagierte. Es gibt heute kaum noch Ministerien, Hochschulinstitute, Fernseh-, Rundfunk- oder Zeitungsredaktionen in denen nicht  „68er“ oder  „Post-68er“ dominieren würden. Doch mit den Institutionen wandelten sich auch die Marschierer. Die „sozialistische Perspektive“ kam ihnen abhanden. Sie warfen den linksradikalen Ballast ab, der ihren Karrieren im Wege stand, und adoptierten an seiner Stelle Ideen und Begriffen, die den unterschiedlichsten Quellen entstammten: Feminismus, LGBT und Gender Mainstreaming, Ökologismus, Pazifismus, Europäismus, um nur einige zu nennen. Sie sind längst nicht mehr Marxisten, auch nicht „Kulturmarxisten“ im Sinne Gramscis, aber den Kern jeder progressiven Weltanschauung haben sie bewahrt, nämlich die Überzeugung, die Übel der Welt mit Hilfe der „wissenschaftlichen Methode“ analysieren und Wege zu einer besseren Welt weisen zu können. Sie wissen bestens Bescheid über die Ursachen von Rassismus und Sexismus, Klimawandel, Hunger, Unterentwiclung und Feinstaubbelastung, und sie wissen, wo der Feind steht. Der steht nämlich immer rechts, und rechts heißt „voll Nazi“.

„Political Correctness“ ist ein Instrument des Social Engineering und zugleich der Ausweis der Zugehörigkeit zu einer politischen, ökonomischen und medialen Elite. Was „politisch korrekt“ ist, ändert sich ständig. Neue Begriffe werden eingeführt, bisher für unbedenklich gehaltene Begriffe aus dem Diskurs verbannt.  Die Verhängung neuer Denk- und Sprechverbote vertieft die Kluft zwischen den „Somewheres“ und den „Anywheres“.

Darin liegt, wie Angelo M. Codevilla unlängst in einem brillanten Essay über den Aufstieg der „Political Correctness“ schrieb[v], auch der Unterschied zu der Vision Gramscis von der „kulturellen Hegemonie“. Die sollte ja nicht ausgrenzen, sondern – ganz im Gegenteil – die  Arbeiterbewegung und die katholischen Massen unter kommunistischer Führung zu einem „historischen Block“ zusammenführen. Die „Political Correctness“hingegen trennt die „Anywheres“ von den „Somewheres“.  Alle „Anywheres“ sind heute „Liberale“ in dem Sinn, wie die Amerikaner diesen Begriff verwenden. In Deutschland reicht das Spektrum dieses „Liberalismus“ von der Linken über die Grünen und die Sozialdemokraten bis tief in die Reihen der Unionsparteien.

Es gibt kein Zentralkomitee, das die „Political Correctness“ verordnen würde. Sie ist ein Selbstläufer. Ihr Diktat hat zu einer permanenten Moralisierung und Hysterisierung des gesellschaftlichen Diskurses geführt. Die Kampagnen gegen Ernst Nolte während des Historikerstreits von 1986, sowie zwei Jahre später gegen den deutschen Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger, waren das Vorspiel. 2004 wurde der Philosoph Rocco Buttiglione, den Silvio Berlusconi als EU-Kommissar vorgeschlagen hatte, von einem Ausschuss des Europäischen Parlaments abgelehnt, weil er sich bei der Anhörung als gläubiger Katholik bekannt hatte. Vom Ausschuss befragt, hatte Buttiglione angegeben, er halte Homosexualität für eine Sünde, was ihn jedoch nicht daran hindern würde, gegen die Diskriminierung von Homosexuellen aufzutreten. Als er dann auch noch sagte, die Familie erleichtere es den Frauen, Kinder zu haben und von einem Mann beschützt zu werden, war das Urteil gefällt.

Wer nicht die säkularistische Weltanschauung der Eurokraten und eurokratischen Ideologen teilt, hat keinen Platz in der Familie der europäischen „Anywheres“. Adenauer, De Gasperi und Schuman hatten sich das gemeinsame Europa so gewiss nicht vorgestellt. Mittlerweile ist es so weit gekommen, dass die bloße Feststellung, der Unterschied zwischen den Geschlechtern sei eine anthropologische Konstante, als Leugnung des Rechtes auf sexuelle Selbstbestimmung verstanden wird. In Amerika, las ich unlängst in einem Kommentar, wüssten die Leute nach acht Jahren Obama nicht einmal mehr, welche Toilette sie benützen sollen.

Die „Political Correctness“, mit der wir es heute zu tun haben, begann ihren Feldzug gegen die Vernunft an den amerikanischen Universitäten und setzte ihn an den europäischen Universitäten fort. Feministinnen und Feministen, Grüne und Sozialdemokraten, ministerielle, gewerkschaftliche und kirchliche Bürokratien eigneten sie sich an. Die so oft gescholtenen Medien machen nicht alle Moden mit, weil sie auf ihre Leser Rücksicht nehmen müssen. Es gibt zum Beispiel keine nennenswerte deutschsprachige  Zeitung, die das lächerliche BInnen-I übernommen hätte, das im amtlichen Verkehr längst alltäglich geworden ist.

In die deutschen Redaktionen zog die „Political Correctness“ durch die Hintertür des deutschen Pressekodexes ein. Die vor kurzem erst revidierte Richtlinie 12.1 über die Berichterstattung von Straftaten enthält die Verpflichtung, dass die „Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu ethnischen, religiösen oder anderen Minderheiten … in der Regel nicht erwähnt werden (soll), es sei denn, es besteht ein begründetes öffentliches Interesse. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.“ [vi]

Was heißt das für die journalistische Praxis? Besteht zum Beispiel ein „begründetes öffentliches Interesse“, die Zugehörigkeit der Täter zu einer ethnischen oder religiösen Minderheit mitzuteilen, wenn ein syrischer Asylbewerber in einem Schwimmbad ein Kind missbraucht oder drei Afghanen über ein Mädchen herfallen? Schürt es „Vorurteile gegenüber Minderheiten“, wenn wahrheitsgemäß berichtet wird, dass die Massenmigration die Kriminalitätsrate signifikant in die Höhe treibt?  Und wie war das mit den mehrere Tage lang verschwiegenen Vorgängen auf der Kölner Domplatte in der Neujahrsnacht 2016?  Das Versagen im Falle Köln verstärkte erst recht den Verdacht, dass die Medien aus Gründen der „Political Correctness“ nicht vollständig und wahrheitsgemäß berichteten. Das böse Wort von der „Lügenpresse“ hat einen wahren Kern. Es gab einen Schulterschluss zwischen der Regierung, der Opposition sowie dem Mainstream der deutschen Medien in der „Willkommenskultur“. Da passten Hunderte randalierende und Frauen belästigende Nordafrikaner einfach nicht ins Bild.

Es ist allerdings eine Legende, dass die sozialen Medien die Meinung des „Volkes“ getreuer abbilden als die klassischen Medien. Sie tun es nicht, man möge nur einmal die Tweets live verfolgen, die während deutscher Talkshows abgesetzt werden. Wenn da tatsächlich die „Volksmeinung“ zum Ausdruck käme, würde die AfD die Bundestagswahl im Herbst locker mit absoluter Mehrheit gewinnen. Facebook und Twitter gleichen einem riesigen Wirtshaus mit unzähligen Stammtischen, auf denen unentwegt politisiert, genörgelt, geschimpft und beleidigt wird. Die Meinungsvielfalt tritt einem da sozusagen in Rohform entgegen. Auf die Art, wie in den sozialen Medien debattiert wird, haben die Politiker ebenso wenig Einfluss wie auf die Stimmungslage an den Stammtischen. Da gibt es kein Do-ut-des wie im Beziehungsgeflecht zwischen Politikern und Journalisten. Doch wie in der realen Wirtshauswelt herrscht auch an den virtuellen Stammtischen ein scharfer Wettbewerb um die Aufmerksamkeit, der jene begünstigt, die mit den gewagtesten Behauptungen, den dreistesten Unterstellungen und der saftigsten Ausdrucksweise auftrumpfen.

Aber ebenso wenig wie man in einem Wirtshaus gezwungen ist, in Hörweite eines bestimmten Stammtisches Platz zu nehmen, muss man sich als User im Internet solchen Zumutungen aussetzen. Der User ist kein hilfloses Opfer, das von der Regierung gegen „Hate Speech“ und „Fake News“ in Schutz genommen werden müsste. Er entscheidet, was er lesen, hören, oder sehen will. Zarte Gemüter haben am digitalen Stammtisch nichts verloren. Delikte wie Beleidigung, üble Nachrede, Nötigung, Bedrohung und Volksverhetzung können nach der geltenden Rechtslage selbstverständlich geahndet werden, ob sie im Internet begangen werden oder in den herkömmlichen Medien.

Was also veranlasst die deutsche Bundesregierung, vor den Wahlen ein „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ in die Wege zu leiten, das soziale Medien und Internetprovider unter Androhung von Geldstrafen bis zu 50 Millionen Euro dazu verpflichten würde, die Meinungsäußerungen ihrer User zu zensurieren? [vii]Die besondere Perfidie dieses Gesetzes besteht darin, dass es private Unternehmen in politische Instrumente der Regierung verwandelt. Der deutsche Justizminister Heiko Maas verspricht sich davon, „Hate Speech“ und „Fake News“ ausmerzen zu können. Das wird ihm nicht gelingen. Beides gibt es nämlich nicht erst seit gestern und nicht nur in den sozialen Medien, und beides ist zwar hässlich, aber nicht strafbar. Mit Sätzen wie „Ich möchte nicht neben einem Zigeuner wohnen“ sollte eine freie Gesellschaft auch ohne strafrechtliche Sanktionen fertig werden können. Da ein ähnliches Zensurgesetz auch in Österreich vorbereitet wird, gibt es heute nur noch zwei deutschsprachige Länder, in denen das Recht auf freie Meinungsäußerung tatsächlich respektiert wird, nämlich das Fürstentum Liechtenstein und die Schweiz.

Wie die Bäcker und die Schuster haben auch die Journalisten einen Schutzpatron, den Heiligen Franz von Sales, der von 1567 bis 1622 lebte. Von ihm stammt das Zitat, mit dem  ich für mich und meine Kollegen, die sich um wahrhaftige Berichterstattung, korrekte Analyse und faire Kommentierung bemühen, um Nachsicht bitten möchte:

Man behandelt manchmal die Schriftsteller zu hart. Man fällt sehr rasch ein strenges Urteil über sie und offenbart dabei selbst mehr an Taktlosigkeit, als jene an Unklugheit, da sie ihre Schriften voreilig veröffentlichten. Dieses unüberlegte Urteilen gefährdet schwer sowohl das Gewissen der Urteilenden als auch die Unschuld der Angeklagten.

(Vortrag auf der Gottfried von Haberler Konferenz, Vaduz, 19. Mai 2017)

Anmerkungen:

[i] Friedrich A. von Hayek, Die Intellektuellen und der Sozialismus. In: Schweizer Monatshefte, 29. Jg, August 1949, Heft 5

[ii] Walter Lippmann, Public Opinion. Free Press Paperbacks, New York 1997

[iii] Ludwig von Mises, Erinnerungen. Mit einem Vorwort von Margit von Mises und einer Einleitung von Friedrich August von Hayek, Gustav Fischer Verlag Stuttgart-New York 1978

[iv] David Goodhart, The Road to Somewhere. The Populist Revolt and the Future of Politics, Hurst&Company London 2017

[v] Angelo M. Codevilla, The Rise of Political Correctness, in: The Claremont Review of Books, Volume XVI, Number 4, Fall 2016

[vi] Pressekodex des deutschen Presserats, http://www.presserat.de/pressekodex/pressekodex/

[vii] Joachim Steinhöfel, Der Kampf um die Meinungsfreiheit beginnt (www.steinhoefel.com/2017/01/der-kampf-um-die-meinungsfreiheit-beginnt.html)

„Lügenpresse!“ – Über journalistische Ethik, Zensur und Political Correctness

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Schleswig-Holstein: Daniel Günther übermalt CDU grün

Conservo

(www.conservo.wordpress.com)

Von Mathias von Gersdorff *)

Die Zeichen, die aus dem hohen Norden kommen, könnten kaum enttäuschender sein: Daniel Günther, CDU-Chef und Sieger bei der Landtagswahl am 7. Mai 2017, will sich für die Öffnung des Ehegesetzes für homosexuelle Paare einsetzen. Er widerspricht damit seinem katholischen Glauben und auch der Linie seiner Partei.

Die CDU will nämlich derartige Themen aus dem Wahlkampf ausklammern. So hat Armin Laschet, der gerade die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gewonnen hat, von vornherein erklärt, er sei gegen die sog. „Ehe für alle“. Dies ist auch die Auffassung der Bundespartei. Sie erteilte der SPD beim letzten Koalitionstreffen eine klare Absage. Martin Schulz hatte das alte Thema wieder hervorgeholt.

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Erzbischof Lefebvre: Die Gewissheit von Wahrheiten erschüttert (fsspx.de)

 

Erzbischof Lefebvre: Die Gewissheit von Wahrheiten erschüttert

16. Mai, 2017

Lesen Sie hier einen Ausschnitt eines Briefes von Erzbischof Marcel Lefebvre an Alfredo Kardinal Ottaviani vom 20. Dezember 1966, vier Jahre vor Gründung der Priesterbruderschaft St. Pius X.

… Dort, wo das Konzil Neuerungen eingeführt hat, hat es fast durchwegs die Gewissheit von Wahrheiten erschüttert, die nach der Lehre des authentischen Lehramtes der Kirche endgültig zum Schatz der Überlieferung gehören.

Ob es sich nun um den Umfang der Jurisdiktion der Bischöfe, die beiden Quellen der Offenbarung, die Inspiration der Heiligen Schrift, die Notwendigkeit der Gnade für die Rechtfertigung, die Notwendigkeit der katholischen Taufe, das Gnadenleben bei den Häretikern, Schismatikern und Heiden, die Ehezwecke, die Religionsfreiheit, die letzten Dinge usw. handelt, die überlieferte Lehre war in diesen grundlegenden Punkten klar und wurde an allen katholischen Universitäten in gleichem Sinn gelehrt. Aber von nun an gestatten zahlreiche Texte des Konzils, welche diese Wahrheiten behandeln, diese zu bezweifeln.

Die Konsequenzen wurden sehr rasch gezogen und auf das Leben der Kirche angewendet:

Die Zweifel an der Notwendigkeit der Kirche und der Sakramente führen zum Versiegen der Priesterberufe.

Die Zweifel an der Notwendigkeit und der Natur der „Bekehrung“ jeder Seele führen zum Versiegen der Ordensberufe, zum Ruin der überlieferten Spiritualität in den Noviziaten und machen die Missionen unnötig.

Die Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Autorität und an der Notwendigkeit des Gehorsams, hervorgerufen durch die übertriebene Betonung der menschlichen Würde, der Autonomie des Gewissens und der Freiheit, erschüttern jede Gemeinschaft, angefangen von der Kirche überhaupt bis zu den Ordensgemeinschaften, den Diözesen, der bürgerlichen Gesellschaft und der Familie. Die natürliche Folge dieses Stolzes sind alle Begierlichkeiten der Augen und des Fleisches. Es ist vielleicht eine der schrecklichsten Feststellungen unserer Zeit, zu sehen, bis zu welchem moralischen Verfall die meisten katholischen Veröffentlichungen gelangt sind. Es wird darin ohne jede Zurückhaltung gesprochen von Sexualität, Geburtenbeschränkung durch Mittel aller Art, Legitimität der Ehescheidung, von gemischter Erziehung, Flirt und Bällen als notwendigem Mittel zu einer katholischen Erziehung, vom Zölibat der Priester usw. Die Zweifel an der Notwendigkeit der Gnade für die Rettung der Seelen rufen die Missachtung der nunmehr auf einen späteren Zeitpunkt verschobenen Taufe und den Verzicht auf das Bußsakrament hervor. Dabei handelt es sich übrigens vor allem um eine geistige Einstellung der Priester und nicht der Gläubigen. Ebenso verhält es sich mit der Realpräsenz: Die Priester sind es, die so handeln, als ob sie nicht mehr an sie glaubten, indem sie das Allerheiligste verbergen, alle Bezeugungen der Ehrfurcht ihm gegenüber und alle Zeremonien zu seiner Ehre abschaffen.

Die Zweifel an der Notwendigkeit der Kirche als der einzigen Quelle des Heils, der katholischen Kirche als der einzig wahren Religion zerstören die Autorität des kirchlichen Lehramtes.

Diese Zweifel stammen geradewegs aus den Erklärungen über den Ökumenismus und die Religionsfreiheit. Rom ist tatsächlich nicht mehr die einzige und notwendige „magistra veritatis” (die Lehrmeisterin der Wahrheit).

Man muss also, durch die Tatsachen gezwungen, zu dem Schluss kommen, dass das Konzil in unbegreiflicher Weise die Verbreitung der liberalen Irrtümer gefördert hat. Der Glaube, die Moral, die kirchliche Disziplin sind in ihren Grundfesten erschüttert, wie es alle Päpste vorausgesagt haben.

Die Zerstörung der Kirche schreitet mit Riesenschritten voran. Durch die unzulässig überhöhte Autorität, welche den Bischofskonferenzen zugestanden wurde, hat sich der Papst machtlos gemacht. Wie viele schmerzliche Beispiele gibt es dafür in einem einzigen Jahr! Und doch kann nur der Nachfolger Petri, und nur er allein, die Kirche retten.

Möge sich der Heilige Vater doch mit kraftvollen Verteidigern des Glaubens umgeben, möge er doch solche in den wichtigen Diözesen ernennen! Möge er doch in wichtigen Dokumenten die Wahrheit verkünden, den Irrtum verfolgen, ohne Furcht davor, Widerspruch zu finden, ohne Furcht vor Schismen, ohne Furcht, die pastoralen Verfügungen des Konzils zu revidieren. …

 Erzbischof Marcel Lefebvre im Jahr 1966

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„Endlich zuhause“ (summorum-pontificum.de)

17. Mai 2017

 

Am 13 Mai habe ich alter Mann es über die Schwelle geschafft, über die Schwelle, wenn ich das so sagen kann, in die neue und schöne Welt des römischen Missales von 1962. Sicher könnte man fragen, warum ich so lange gebraucht habe, da man mich doch als einen entschiedenen Vertreter einer Wiederherstellung als der einzigen Möglichkeit kennt, das Problem der organischen Entwicklung in der Liturgie ernsthaft anzugehen. Nun – so ist es nun mal – aber jetzt habe ich den Schritt über die Schwelle geschafft.

Ich möchte allen danken, die mir mit freundlichen und respektvollen Schubsen über diese Schwelle geholfen haben.

Wenn der Gottesdienst für uns Quelle und Höhepunkt sein soll, dann muß er so sein, dann muß er aus einem Leben hervorgehen, das, wie das Konzil es sagen würde, zum Heiligen Messopfer hinführt und aus ihm hervorgeht.

Mit diesen Worten  – die Überschrift eingeschlossen – teilte der päpstliche Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Thomas Gullickson, am letzten Sonntag auf seinem Blog „Admontemmyrrhae“ mit, daß er am Tag zuvor erstmals eine Messe nach dem Ritus der überlieferten Liturgie gefeiert hatte. Nicht als stille Messe, sondern als Pontifikalamt – und das macht es für einen Bischof eher leichter: Ist er doch umgeben von rituserfahrenen Diakonen und einem Zeremoniar, die ihm im Notfall wirklich einen kleinen Schubs geben, damit er in der heiligen Choreographie den ihm zufallenden Part rite erfüllen kann.

Für Funktionäre und Parteigänger der postkatholischen Schweizer Staatskirche ist das ein zweiter schwerer Schlag, nachdem der Vatikan zuvor den ebenfalls der Tradition zugeneigten Churer Bischof Huonder auf zwei weitere Jahre im Amt bestätigt hatte. Nun dauert es also noch einmal, bis sie das schon als Beute betrachtete Fell des Bären verteilen können, und wer weiß, was bis dahin noch alles passieren kann.

Nicht, daß solche punktuellen Erscheinungen etwas Entscheidendes am desolaten Zustand der Kirche in der Schweiz oder in ganz Mitteleuropa ändern würden. Jede Pressemeldung der Bischofskonferenzen in der Schweiz oder Deutschlands zeigt, daß der säkularistische mainstream auf seinem Weg ins Nirgendwo nicht aufzuhalten ist. Worauf es ankommt sind die Inseln, die hier und da stehen bleiben. Ihre Fundamente werden durch Schritte wie die von Erzbischof Gullickson oder die gesamte Amtsführung von Bischof Huonder gekräftigt.

http://www.summorum-pontificum.de/

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Herder Korrespondenz politisch völlig korrekt

Anfragen

Kürzlich verschickte die „Herder Korrespondenz“ (HK) die Umfrage „AfD, Pegida und Co.“ Mir erscheint die Umfrage von der Qualität her äußerst dürftig und von der Ausrichtung her manipulativ und einseitig. Bevor ich auf die einzelnen Fragen eingehe, drei Vorbemerkungen.

In der Umfrage werden u. a. folgende Begriffe benutzt:

  1. „Flüchtlinge“ bzw. „Flüchtlingspolitik“

Diese Begriffe für die hier angesprochene Problematik zu verwenden zeigt, dass Differenzierung keine Stärke der HK ist. Wenn man sich umfassend informiert  hätte, müsste man erkennen, dass nicht nur „Flüchtlinge“ in unser Land kommen.

  1. „rechtspopulistisch“

Das Attribut „rechts“ ist absolut nichtssagend. Wären die Verantwortlichen der Umfrage umfassend informiert, dann wüssten sie, dass dieser Begriff auch für Gegner der Tötung von Kindern im Mutterleib und  für Verteidiger der klassischen Familie verwendet wird. Und „populistisch“ ist wohl jede Partei, denn sie möchte doch möglichst viele Stimmen des „populus“ gewinnen.

  1. „nationalistische und fremdenfeindliche Gruppierungen“

Auch diese Begriffe sind inhaltsleere Schablonen. Sollen alle…

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Gottes Waffen (stmarcelinitiative.com)

Eleison-Kommentare

von Seiner Exzellenz Bischof Richard Williamson

Gottes Waffen

Du willst für Kirche, Gott und Glauben opfern Gut und Blut?
Dann wähle Gottes Waffen, sonst verlässt dich bald der Mut!

An diesem hundertsten Jahrestag der ersten von mehreren grossen Erscheinungen Unserer Lieben Frau vor den drei Kindern von Fatima, Portugal, lohnt es sich sehr wohl, daran zu erinnern, dass Unser Herr die Menschheit durch Schwester Lucia gewarnt hat, die Andacht an das Leidvolle und Unbefleckte Herz Seiner Mutter werde, gemeinsam mit dem Heiligen Rosenkranz, die letzte grosse Andacht sein, die der Menschheit vergönnt sein werde, um Seelen zu retten. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts, als der Protestantismus und der Jansenismus die Nächstenliebe erkalten liessen, hatte Unser Herr Seiner Kirche die Andacht an Sein eigenes Heiliges Herz geschenkt, um sie an Gottes brennende Liebe zu den Menschen zu erinnern. Am Anfang des 20. Jahrhunderts, als der Kommunismus im Begriff war, Russland zu überwältigen, schenkte Er uns, insbesondere durch Fatima, das Herz Seiner Mutter als unsere letzte grosse Andacht vor dem Ende der Welt.

Doch nach 1917 vergeht ein weiteres halbes Jahrhundert, und die Prälaten Unseres Herrn schicken sich an, die Kirche den Dämonen des Modernismus zu überantworten, des Gegenstücks zum Kommunismus in der Kirche. Schwester Lucia von Fatima warnte Pater Fuentes damals, die Katholiken könnten sich nicht mehr auf den Klerus verlassen, um ihre Seelen zu retten. Tatsächlich leitete Vatikan II im Jahre 1962 die vorapokalyptische Verwüstung der Kirche ein, die schlimmste in ihrer gesamten Geschichte. Und in den siebziger Jahren schrieb, wie sich die Leser von EC 400 noch erinnern mögen, ein italienischer Kritiker von Vatikan II mitsamt seinem ganzen Pomp und seinen ganzen Werken, Romano Amerio, wenn die Konzilskrise im Inneren der Kirche weiter Verheerungen anrichten werde wie noch keine Krise zuvor, dann steuerten wir „auf eine formlose Finsternis zu ( . . . ), angesichts deren es keine andere Alternative geben wird, als zu schweigen.“

Ein volles Jahrhundert nach Fatima haben wir den Weg in diese Finsternis viel weiter beschritten. Die Streitigkeiten und Zerwürfnisse, die Verwirrung und das Chaos in katholischen Herzen und Geistern haben, weil die Prälaten ihre Autorität durch ihre Abkehr von Gottes Wahrheit selbst untergraben, ein solches Ausmass erreicht, dass viele klarsichtige Katholiken mittlerweile oft lieber schweigen, als zu versuchen, miteinander zu argumentieren oder einander zu belehren. Denn heute sind zahllose moderne Menschen nicht mehr in der Lage, zu denken oder logische Folgerungen zu ziehen, mit dem Ergebnis, dass jeder Versuch, ihnen die Augen über ihre Irrtümer zu öffnen, ihre Verwirrung nur noch zu steigern scheinen kann. Doch gibt es einen Leser dieser „Kommentare,“ der Amerio deutlich wiederspricht: „Wie kann die katholische Wahrheit verstummen,“ fragt er, „und wie können Katholiken aufhören zu kämpfen?“ Doch dieser Leser sollte sich die Evangelien in Erinnerung rufen, insbesondere die Passion.

Unser Heer mahnt uns, keine Perlen vor die Säue zu werfen, in anderen Worten, keine Menschen belehren zu wollen, die nicht fähig sind zu lernen (Matthäus VII, 6), und Er ruft Seine Apostel auf, den Staub einer Stadt, die sie nicht aufnehmen will, von ihren Füssen zu schütteln (Lukas IX, 5). Unser Herr gab uns selbst das Beispiel, als Er vor dem Sanhedrin (Matthäus XXVII, 12, 14), vor Herodes (Lukas XXIII, 9) und vor Pilatus (Johannes IX, 9) in Schweigen verharrte. Auch heute sind viele Seelen unfähig, die Wahrheit zu hören. Und als Petrus im Garten Gethsemane zu Gewalt griff, gebot ihm Unser Herr selbst, sein Schwert in die Scheide zu stecken, weil Gewalt nicht dem Willen Gottes entspreche (Matthäus XXVI, 54). Petrus hatte gefehlt, indem er nicht tat, was ihm Unser Herr geboten hatte – „zu wachen und zu beten.“ Als sein männlicher Kampfesmut selbst von seinem geliebten Meister getadelt wurde, verliess er diesen und floh (Markus XIV, 50). Nehmt euch in acht, Ihr Kämpfer für Unseren Herrn – wenn Euer Kampf keine Früchte bringt, lauft ihr Gefahr, Ihn im Stich zu lassen!

Doch was verlangt Unser Herr heute von uns? Er verlangt von uns, gegenüber dem Leidvollen und Unbefleckten Herzen Seiner Mutter Busse zu tun, insbesondere durch den Rosenkranz und die Andacht der Ersten Samstage. Würden Ihm heute nur genügend viele Katholiken Gehör schenken, könnte Unsere Liebe Frau von Fatima von Ihm schon bald Gnade für den Papst erlangen, damit er Russland Ihrem Herzen weiht, so wie Sie es befohlen hat, und dann würde die „formlose Finsternis“ unverzüglich erhellt werden und ihre Form wiedererhalten. Bestellen Sie beim Fatima-Zentrum in Ontario, Kanada, Exemplare seiner ausgezeichneten Broschüre über die Ersten Samstage! Unbeflecktes Herz Mariä, bitte für uns!

Kyrie eleison.

 

Diese theologische Begründung des „Widerstands“ für den Rückzug in den Bunker wird wohl eine Art Blaupause für den renitenten Teil Tradistans werden. Nur dies macht sie für die Wiedergabe interessant, ist sie doch in sich anhand der gewählten Bibelzitate doch zumindest nicht zwingend. Problemlos könnte man jedem Zitat ein anders lautendes entgegenstellen. Ein möglicher Hinweis auf die direkte Erleuchtung durch den Heiligen Geist beim Bibelstudium samt Leitung durch das eigene Gewissen wäre zum einen genuin protestantisch und wird zum anderen durch die zahllosen konträren Bibelauslegungen schlagend widerlegt. Ohne leitendes Lehramt kann aus der Bibel alles und das genaue Gegenteil „belegt“ werden, – siehe die unzähligen Denominationen, die aus der Reformation vorgegangen sind und deren einander widersprechende Auffassungen zu den Wandlungsworten des Herrn.

Wie auch immer: Die gepanzerte Bunkertür fällt quietschend zu. Rumms. Der Rest ist Schweigen. Der Hirte gibt sein Leben nicht mehr für die Schafe, sondern verkündet lauthals, die Herde möge ihren Dreck dann doch alleine machen…

Wie sagte Pater Niklaus Pfluger 2012 beim spes-unica-Sonntag? (http://www.spes-unica.de/bildung/vortrag/pfluger_abkommen.php) „Ich glaube, dass ist nicht katholisch –  diese Hoffnungslosigkeit, dieser Defätismus…

Den etwaigen Schritt der Aussöhnung mit Rom wird – soviel ist bereits heute absehbar – ein Teil der FSSPX nicht mitgehen, da er die Gefahren durch das modernistische Rom als zu groß ansieht. In den Begriffen von Naturvorgängen ausgedrückt überflutet der Fluß die Felder, zerstört Pflanzungen, trägt guten Mutterboden ab und hinterläßt öde Brachlandschaften – was ist zu tun? Der geistige Vater von Don Camillo, Guareschi, läßt den Herrn auf Don Camillos Frage „Herr, wenn es das ist, was uns widerfahren wird – was können wir tun?“ antworten:

»Dasselbe, was ein Bauer tut, wenn der Fluss über die Ufer tritt und die Felder überschwemmt: die Saat retten. Wenn der Fluss sich in sein Bett zurückzieht, so scheint die Erde wieder auf und die Sonne trocknet sie. Wenn der Bauer den Samen gerettet hat, kann er ihn erneut auf der Erde ausbringen, die durch den Fluss noch furchtbarer gemacht wurde; und der Samen wird heranreifen, und die prallen und goldenen Ähren werden den Menschen Brot, Leben und Hoffnung geben.

Man muss den Samen retten: den Glauben. Don Camillo, man muss denen helfen, die noch Glauben haben und ihn intakt halten. Die geistige Wüste erstreckt sich jeden Tag ein Stück weiter, jeden Tag trocknen mehr Seelen aus, weil sie den Glauben abgeworfen haben.

Jeden Tag zerstören immer mehr Menschen vieler Worte aber ohne Glauben das spirituelle Erbe der Menschheit und den Glauben anderer. Menschen jeder Rasse, jeder Abstammung, jeder Kultur.«

http://www.marcogallina.de/traktate/guareschis-prophezeiung/

Den Glauben retten, das Wort Gottes verkünden.

Ob gelegen oder ungelegen.

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Lesenswerte Rezension des neuen Buches von De Mattei (civitas-institut.de)

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Sonntag, den 14. Mai 2017

Wir haben auf dieser Website vor einiger Zeit auf das neue Buch von Robert De Mattei: Die Verteidigung der Tradition, hingewiesen, und dieses Buch allen Lesern und Freunden des Civitas Instituts empfohlen. DIE TAGESPOST hat jetzt eine lesenswerte Rezension dieses Buches veröffentlicht, die es unseren Lesern erleichtern könnte, einen Zugang zu dem Buch zu finden und es so zu kaufen.

 

 

Unter dem Titel „Die Macht des sensus fidei. Roberto de Mattei verteidigt in seinem neuen Buch schlau und kenntnisreich die katholische Tradition.“ rezensiert Alexander Pschera am 12. Mai 2017 das Buch von De Mattaei. Die Rezension beginnt mit den Worten:

Darf ein Katholik den Papst kritisieren?“ Mit dieser Frage überschreibt Martin Mosebach sein Vorwort zu Roberto de Matteis Buch „Verteidigung der Tradition. Die unüberwindbare Wahrheit Christi“ (italienisch 2011 als Apologia della Tradizione. Poscritto a „Il Consilio Vaticano II. Una storia mai scritta“). Mosebach stellt hier fest, dass „die Amtsführung des gegenwärtig regierenden Papstes… neue Probleme“ aufwerfe: „Sie ist einerseits stark auf die nicht-katholische Welt ausgerichtet, – und sie hat sich andererseits ebenso entschieden von der Papst-Tradition abgewandt, in geistlichen und moralischen Fragen das Richteramt auszuüben, […]“. Roberto de Mattei wolle, so Mosebach, seinen Lesern zeigen, „wie man in solcher Lage papsttreuer Katholik bleiben kann, ohne deshalb taub und blind zu werden“.

Hier geht es zur Rezension.

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