Spes-Unica-Sonntag 2018 in Hattersheim (fsspx.de)

Spes-Unica-Sonntag 2018 in Hattersheim

15. März, 2018

In Hattersheim fand am 4. Fastensonntag Laetare (11. März) die alljährliche Glaubenskundgebung der actio spes unica statt.

Die actio spes unica

Die actio spes unica (Aktion Einzige Hoffnung) wurde 1972 von Pfarrer Hans Milch, dem Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Martinus in Hattersheim, gegründet. Nach seinem Bekenntnis zu Erzbischof Marcel Lefebvre wurde der traditionstreue Priester Hans Milch 1979 vom Limburger Bischof suspendiert. Die actio spes unica errichtete daraufhin die Kapelle St. Athanasius in Hattersheim, welche sie bis heute unterhält. Seit dem Tod Pfarrer Milchs im Jahr 1987 wird die Athanasius-Gemeinde von der von Erzbischof Lefebvre gegründeten  Priesterbruderschaft St. Pius X. religiös und seelsorgerisch betreut und geführt.

Die Gebets- und Sühnegemeinschaft actio spes unica stellte sich der durch den Progressismus verursachten Glaubensauflösung entgegen. Ihre Mitglieder halten am altehrwürdigen römischen Ritus der hl. Messe fest. Ihr Ziel ist in der allgemeinen Krise das Gebet für die »große Wende, die Gott allein bewirken kann« einzutreten, wie für die »Rettung der Kirche in unseren Landen.« (Pfarrer Milch)

Pfarrer Milch schrieb 1974: »Ein Wort geht um, das alle Herzen entflammen muß. Es ist das Wort von der „einzigen Hoffnung“. „In der Welt habt ihr Angst!“ Jawohl, wir haben Angst. Nicht nur menschliche Berechnung, sondern auch alle geschichtliche Erfahrung übernatürlicher Gesetzmäßigkeit läßt keinen Ausweg – die Katastrophe muß kommen, das heranrollende Verhängnis ist unaufhaltsam. Aber da gibt es ein Dennoch, ein erregendes Trotzdem. Dieses Dennoch heißt: „Einzige Hoffnung“, „spes unica!“ Diese Hoffnung hat ihren Grund einzig in sich selbst. Sie ist eins mit dem geopferten Gottmenschen und eins mit der ewigen Frau, die das Opfer ihres göttlichen Sohnes in Fülle aufnimmt in ihr Herz – für uns alle! Etwa 400 katholische Christen im deutschsprachigen Raum haben sich durch Gelübde verpflichtet, täglich 30 Minuten, möglichst vor dem Allerheiligsten, für die große Wende  zu beten, und die dazu jeden Freitag fasten und jeden Tag das Gebet zum hl. Erzengel Michael zu verrichten.«

Wer war Pfarrer Milch

Johannes Philipp Milch wurde am 17. März 1924 in Wiesbaden geboren, als jüngstes von drei Kindern einer protestantischen Notars-Familie. Nach dem Abitur wurde er 1942 zum Militärdienst eingezogen und in Italien eingesetzt. Von März 1945 bis November 1946 befand er sich in Frankreich in amerikanischer Gefangenschaft, wo er einen katholischen Priester kennenlernt, der im Gefangenenlager die Heilige Messe zelebriert. Mit ihm führt er intensive theologische Gespräche und konvertierte am 17. April 1946 zur katholischen Kirche. 1947 nahm er das Studium der Philosophie und Theologie an der Jesuitenhochschule St. Georgen in Frankfurt am Main auf. Dort wurde sein lebenslanger Freund der 2016 verstorbene Philosoph Walter Hoeres.

Am 8. März 1953 wurde er im Limburger Dom zum Priester geweiht. Als Kaplan wirkt er zunächst in Lorch am Rhein, ab 1954 in Rennerod im Westerwald und schließlich ab 1957 im Kaiser-Dom zu Frankfurt am Main. Im Jahr 1962 wurde er in das Amt des Pfarrers von Hattersheim am Main eingeführt, das er bis zum 18. Oktober 1979 innehat. Nach seiner ungerechten Amtsenthebung scharte er die traditionstreuen Gläubigen des Frankfurter Raumes um sich und gründete die actio spes unica, die zahlreiche Glaubenskundgebungen durchführte. 1987 wurde er Opfer eines geisteskranken Gewaltverbrechers. Vivat in Christo Jesu.

Der spes-unica-Sonntag 2018

Der spes-unica-Sonntag 2018 im „Haus der Vereine“ in Hattersheim hatte in diesem Jahr zwei Redner, Pater Firmin Udressy, den Oberen des deutschen Distriktes der Priesterbruderschaft St Pius X., und den Bonner Philologen und Publizisten Dr. Heinz-Lothar Barth (Bonn)

In seiner aufrüttelnden Predigt des Festamtes beklagt Pater Udressy, dass so viele Gläubige gerade diese Freude vermissen lassen. Haben wir vergessen, dass wir durch den von Christus geschlossenen Neuen Bund aus dem sinnlosen Erdendasein herausgelöst wurden? Werden wir nicht durch die Sakramente mit der ewigen Kirche vereinigt, deren Haupt und Leib Christus selbst ist? Durch die Vereinigung mit dem Allerheiligsten Altarsakrament sind wir doch nicht nur Christen, sondern Christus geworden! – „Wir leben zu wenig aus dem Glauben,“ war das Fazit des Distriktoberen, und mit dem Matthäus-Evangelium rief er dazu auf, zuerst das Reich Gottes zu suchen. Das Bewusstsein, „wir haben Gott in uns, wir leben für die Kirche, Christus lebt in mir!“ ist der Grund zu einer Freude, die alle irdische Trübsal überstrahlen sollte.

Nicht nur diese Predigt aber erwärmt die Herzen der etwa zweihundert Besucher an diesem Vormittag. Die glockenreinen Stimmen der knapp vierzig Mädchen des Schönenberger St.-Theresienchors sorgten nicht minder dafür, dass die alltäglichen Mühen und Nöte für die Zeit des festlichen Hochamtes von Freudestrahlen verdrängt wurden. Sicher, kraftvoll, einfühlsam und bezaubernd tragen die Sängerinnen die gregorianischen Messgesänge vor, und weder der große Chor noch die Solostimmen stehen hinter professionellen Ensembles zurück. Und so können alle Anwesenden die Früchte bewundern, die die jahrelange Arbeit der Chorleiter, Schwester Michaela Metz und Dr. Johannes Laas, hervorgebracht hat.

Licht und Schatten

Ruhiger und sachlicher ging es nach der Mittagspause im „Haus der Vereine“ zu. Nach neun Jahren hielt der Bonner Altphilologe Dr. Heinz-Lothar Barth wieder einmal den Festvortrag. Dreizehn Jahre nach dessen Hinscheiden übernahm er es, nochmals einen kritischen Rückblick auf das Pontifikat von Papst Johannes Paul II. zu werfen. Mittlerweile ist dieser ins Verzeichnis der Heiligen eingetragen worden, was Dr. Barth zunächst veranlasste auf die Frage einzugehen, ob dieser Vorgang eine unfehlbare Entscheidung gewesen ist. Manche Aspekte, zum Beispiel die Abschaffung des „Advocatus Diaboli“ oder die gravierende Ungleichbehandlung von genehmen und ungenehmen Anwärtern auf die Kanonisierung, deuteten darauf hin, dass der heutige Heiligsprechungsprozess von schweren Mängeln behaftet ist.

Sodann durchleuchtete Dr. Heinz-Lothar Barth Lehre und Wirken Johannes Pauls II. Positiv sei die Geduld zu bewerten, mit der er jahrelang seine Leiden ertragen habe, der täglich gebetete Kreuzweg, sein Einsatz für die katholische Moral, sein Einsatz für den Frieden in der Welt und die Freiheit des Ostblocks.

Überschattet wurde dies jedoch von seiner offenkundigen Sympathie für die Allerlösunglehre, die darin gipfelt, dass er glaubte, sogar Judas Iskariot sei nicht unbedingt der ewigen Verdammnis anheimgegeben, obwohl ihn Christus selbst als „Sohn des Verderbens“ bezeichnet. Wenn man aber dazu neigt davon auszugehen, dass alle Menschen ohnehin erlöst werden, wird die Missionstätigkeit der katholischen Kirche für ihn schlicht überflüssig. Dies äußert sich deutlich in den Entscheidungen des polnischen Papstes, dass die Unierten Katholiken nicht länger orthodoxe Christen missionieren dürften oder dass die Konversion des andersgläubigen Ehegatten in einer Mischehe nicht länger angestrebt werden müsse. Tiefpunkt dieser Annäherung an die anderen Religionen ist das interreligiöse Treffen in Assisi.

Schließlich ging der Referent auf die Haltung des Papstes zum Islam ein und zeigt auf, welche Folgen vor allem das Küssen des Korans hatte. Obwohl aber bis auf den heutigen Tag nicht nur Johannes Paul II., sondern auch viele Bischöfe zahllose Vorleistungen für einen Dialog mit dem Islam erbracht haben, ist die überwiegende Resonanz der Muslime nicht die erhoffte. Ein Thema, das Dr. Barth im Rahmen der „Schönenberger Sommerakademie“ (www.aquinas) über den Islam im August 2018 ausführlich behandeln will.

 

In der St. Athanasius-Kirche in D-65795 (Schulstraße 7), die 1982 durch Erzbischof Lefebvre konsekriert wurde, werden sonntags zwei hl. Messen zelebriert, um 8.00 Uhr und um 10.00 Uhr (Amt).

http://fsspx.de/de/news-events/news/spes-unica-sonntag-2018-hattersheim-36351

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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