Letzter Gruß an Takt und Stil

Die eben besuchte Trauerfeier erfüllt nicht nur mit Schmerz, sondern auch Kulturpessimismus. Auch in Zeiten, die von drohender Islamisierung und Fassungslosigkeit über „die Smartphone-Jugend“ geprägt sind, muß man sich ehrlich eingestehen, dass auch bei den „biodoitschn“ Jahrgängen 55+ Stil und Taktgefühl weitgehend abhanden gekommen sind. Die in der Regel ältere Trauergemeinde (die Verblichene war 81 – Alter, nicht Jahrgang) versammelte sich in einem Aufzug, der irgendwo zwischen Wandertag und Armenspeisung angesiedelt war. Die meisten sahen aus, als seien sie zufällig vor 2 Minuten von der Straße geholt oder eben vom Nachtasylbett hochgejagt worden. Alles, was irgendwie dunkel war, wurde rausgekramt, sei es die speckige Lederjacke, die vor lauter Bauch vorne nicht mehr zu schließen war (très chic), die festen dunkelbraunen Wanderschuhe oder dunkelblaue Turnschuhe zur schwarzen Jeans.

Die Tote sieht‘ s eh nicht mehr, nicht wahr?

Schwarze Krawatten waren kaum zu sehen, weiße Hemden dito, es überwog der legere offene Kragen. Halt irgendwas Dunkles angezogen, kommt sowieso nicht drauf an. Schnell mal hin – ex und hopp – wieder rein in den Alltag.

Mit schlampigem Erscheinungsbild wird jede „Feier“ erbärmlich, wird doch signalisiert, dass hier selbst das sorgfältige Ankleiden zuviel war, von der „letzte Ehre geben“ ganz zu schweigen. Dasselbe bei „biodoitschn“ Hochzeiten, Schlabberhemd über dem Jeans-Hosenbund, nur ja kein Aufwand. Fehlendes Taktgefühl wird mit Lässigkeit, Stillosigkeit mit Coolness verwechselt.

Aber bei der Verteidigung „unserer Kultur“ gegen den Islam sind solche Helden vorne dabei…

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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