Die Aufregung über den MARX-ismus im WOELKIkuckucksheim…

…ist sicherlich berechtigt, aber unnütz. Kardinal Marx redet den Mächtigen nach dem Munde und wird dies weiter so halten, Kardinal Woelki posiert so medienwirksam wie clownesk mit Schwimmweste (https://www.domradio.de/bild/kardinal-woelki-mit-schwimmweste) und wird sich sicherlich weitere Harlekinaden ausdenken, um sich bei den Herrschenden anzudienen.

Pater Niklaus Pfluger, der 1. Assistent des Generaloberen der FSSPX, gibt glaubenstreuen Katholiken den Ratschlag der französischen Kriegsmarine: Kurs halten, Flagge zeigen, ab und zu ein Schuß vor den Bug. Das wichtigste also: selbst Kurs halten, katholisch bleiben. Wenn man gefragt wird, Auskunft geben, Leserbriefe schreiben, Blog betreiben. Wenn es hart auf hart kommt, auch mal robust klar machen, wo die eigene Toleranz (hier im richtigen Sinne verstanden) ihre Grenze hat. Sich aber nicht aufreiben am fehlenden Abstrahierungsvermögen tumber Zeitgenossen oder dem beflissenen Lakaientum gewisser Oberhirten.

Sicherlich könnte man mit Fug und Recht fragen, wo denn der Aufschrei der nimmermüden Konzilsverteidiger, der „Mündigkeitsamazonen“ (Gruß an P. Niklaus Pfluger 😉 ) und der Krisengewinnler der Caritas bleibt – die sich doch sonst allesamt so hingebungsvoll der Verteidigung des 2.Vatikanischen Konzils widmen – wenn deutsche Kardinäle in die Niederungen der Parteipolitik steigen? Ist dies nicht erschreckend „vorkonziliar“?

Finden wir doch in der Konzilskonstitution LUMEN GENTIUM (Nr. 31) [http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19641121_lumen-gentium_ge.html] die Sätze:

Sache der Laien ist es, kraft der ihnen eigenen Berufung in der Verwaltung und gottgemäßen Regelung der zeitlichen Dinge das Reich Gottes zu suchen“ und der Grund wird auch gleich mitgeliefert: „Sie leben in der Welt, das heißt in all den einzelnen irdischen Aufgaben und Werken und den normalen Verhältnissen des Familien- und Gesellschaftslebens“.

Mit anderen Worten: Politik ist Sache der Laien, die haben durch ihre vielfältigen Beziehungen im öffentlichen Leben auch mehr Ahnung davon. Bestätigt wird diese Aussage des Konzils ja unter anderem durch die politischen Äußerungen des Heiligen Vaters. Oder dem dreisten Versuch sich peinlichst politisch-korrekt verhaltender Bischöfe, ihren Schäfchen in der Wahlkabine noch gleichsam „die Hand zu führen“.

Aber: Geschenkt. Nicht zu ändern.

Bevor man sich aber in Rage redet und so seine Blutdruckwerte gefährdet oder vom andauernden Kopfschütteln über den „verheutigten“ Klerus ein Schleudertrauma bekommt, sollte man sich lieber über das eigene Glaubensleben Gedanken machen (https://kirchfahrter.wordpress.com/2017/04/01/guerilla-des-glaubens/und sich auf die Schlüsselfrage besinnen, welche die rätselhaften Vorgänge unserer Zeit zu enträtseln vermag: Ist der eigene Glaube und der Glaube der anderen theo-, also auf Gott oder anthropozentrisch, also auf den Menschen bezogen? Ist er ersteres, betet er Gott an (und fragt: was muß ich tun, um gerettet zu werden?), ist er letzteres, betet er den Menschen an (und fragt: Was kann Gott sonst für mich tun? Retten kann ich mich selbst). Mit dem zweiten Vatikanum hat die anthropozentrische Ausrichtung offiziell den Innenraum der katholischen Kirche okkupiert und hat in den mehrdeutig auslegbaren Konzilsdokumenten ihren Niederschlag gefunden.

Sieht man sich beispielsweise die Konzilskonstitution über die heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium (im weiteren: SC) näher an, geht diese unbestreitbar von der regelhaft zu gebrauchenden lateinischen Kultsprache aus, in ihr ist weder etwas von der „Umgestaltung“ des Kirchenraums mit Volksaltar, herausgeworfener Kommunionbank etc. samt Mundkommunion und regelhaft in Landessprache gehaltenem Gottesdienst zu finden. Jedoch wurde gezielt und heimtückisch sozusagen Unkraut in dieses Weizenfeld gesät: die Zulassung der Muttersprache in der Liturgie und die Aufwertung der Wortverkündigung in der Liturgie (SC 36); die Forderung nach Vereinfachung der Riten (SC 34); Zulassung der Kelchkommunion (SC 55). 

Wenn man genau hinsieht, wurde hier bereits der Handlungsrahmen für eine anthropozentrische Ausrichtung der Liturgie absteckt und dies beileibe nicht zufällig, plauderte doch Emil J. Lengeling, profiliertester Vertreter der nachkonziliaren Liturgiereform in Deutschland (1916 – 1986) beiläufig aus:

„Manches musste sicherlich in den Jahren vor dem Konzil und in den beiden ersten Konzilssessionen zurückhaltend, beinahe verklausuliert formuliert werden, wenn man die möglichst einmütige Zustimmung zum ganzen erhalten wollte. Dabei ist es in der Formulierung gelungen, Türen zu Entwicklungen offen zu halten, für die auch in der letzten Konzilssession sicherlich keine 2/3 Mehrheit erreichbar gewesen wäre“ (Lengeling, Liturgisches Jahrbuch, zit. nach Schüler, a.a.O., Bd.2, S. 1122). (Ausführlicher mit weiteren Beispielen aus SC siehe https://kirchfahrter.wordpress.com/2016/04/26/traditionalistisch-konservativ-oder-nur-einfach-katholisch-von-der-muehe-des-begriffes-5/).

Von welchen „Entwicklungen“ mag hier die Rede sein? Sicher, Liturgiereform und Bilderstürmerei – klar. Aber dies sind nur die äußeren Zeichen, die inneren Grundlagen wurden lange vor 1962 gelegt. Dreh- und Angelpunkt dieser Entwicklung ist das Welt- und Gottesbild der „geistigen Väter“ des 2. Vatikanischen Konzils (die Jesuitenpatres de Lubac, Rahner und Teilhard de Chardin) welches sowohl grundlegend für die Interpretation des Konzils als auch die Gestaltung der Liturgiereform war und Generationen von Theologen geprägt hat. Danach ist der Mensch das Zentrum, auf dass sich die Totalität der kosmischen Evolution richtet. Seine vollkommene Entwicklung als menschliche Person ist ein Teil dieses Fortschritts (Teilhard de Chardin). Pater Karl Rahner konzipierte darauf fußend die Vorstellung eines anonymen Christentums. Der Mensch als anonymer Christ ist, bereits weil er als Mensch auf Gott bezogen ist, erlöst. Mit dieser Nouvelle Théologie hat man sich vom überlieferten theozentrischen Glauben ab- und einem neuen, nunmehr klar anthropozentrischen, Glauben zugewandt. Und wenn der Mensch bereits erlöst ist und mit absoluter Sicherheit nach dem Tode zu Gott eingeht, kommt es ja in der Tat auf Gottesdienstbesuche, Beichte oder Zugehörigkeit zur Katholischen Kirche nicht an. Interessierten Laien sei hierzu das Buch Gethsemani von Kardinal Siri aus dem Pattloch-Verlag empfohlen, problemlos bei amazon.de oder zvab.com erhältlich. Und für Sparfüchse umsonst als pdf.-Format unter http://www.monarchieliga.de/images/b/bf/Siri-gethsemane.pdf. Dann wird auch klar, warum Papst Johannes-Paul II. die Moslems aufrief, gute Moslems zu bleiben und den Koran küßte, warum Papst Franziskus von Mission nichts hält, weder bei Moslems, noch bei Orthodoxen oder gar Juden. Diese sind erlöst, fertig. 

Bis zur Wahl (oder Nicht-Wahl, as you like it) von Papst (oder Nicht-, Neben– oder Antipapst, heute hat ja jeder dazu seine eigene wichtige Auffassung) Franziskus hat man – zum Abschirmen dieser heimtückischen Aussaat – zur Zerstreuung etwaiger Zweifel sorgfältig dekorative Fassaden aufgestellt. Und diese haben ihren Zweck erfüllt: ob „Liturgiereform“, das Heidenspektakel von Assisi oder jüngst Amoris laetitia, immer ist ein Zurückschrecken des Durchschnittsgläubigen vor der Realität wahrnehmbar. Ob aus psychologischem Selbstschutz, Gewöhnung oder Denkfaulheit, das ach-so-mündige nachkonziliare Gottesvolk meint unverdrossen, es habe sich ja „eigentlich“ kaum etwas geändert. Ärgerlich diese Drewer- und Ranke-Heinemänner, dieser Küng, aber man vertraut auf die Hierarchie, an der Spitze der Heilige Vater. Johannes-Paul II. war ja moralisch ziemlich rigoros, da konnte er auch den Islam unter den Schutz des Hl. Johannes des Täufers stellen, den Koran küssen und Buddha-Statuen bei Assisi auf den Tabernakel des lebendigen Gottes zur Anbetung stellen.

Seit nunmehr der Globalisierungs-Mainstream aber wie ein Tsunami alle Schutzmauern und Grenzmarkierungen niederreißt, sucht sich die darob aufgeschreckte Hierarchie beflissen im ein kleines Plätzchen. Damit man als rein diesseitsbezogene, rudimentär-katholische NGO integrierbar wird, bedarf es der postkatholischen Restrukturierung(https://de.wikipedia.org/wiki/Restrukturierung), sozusagen der inhaltlichen Neuausrichtung aufgrund „veränderter Marktbedingungen“. Konkret: bis zur Unkenntlichkeit verdünnte Verkündigung eines infantilen „Lieben Gottes“, der – gleich einem senilen Großväterchen – am Rande gerade noch geduldet wird, während die „Erleuchteten“ selbst für ihre Erlösung sorgen. Denn als Schöpfer und Selbsterlöser offenbart sich nun offen der Mensch – der von der Gegenkirche schon seit Jahrhunderten in verborgenen Strukturen hingebungsvoll gepflegte Hominismus tritt streitbar an‘ s Tageslicht – auch im Innenraum der Kirche.

Erschreckt realisieren nun die „halb-und-halb-Konservativen“ unter den Konzilsbefürwortern, dass weder die bräsige Beruhigungsformel „Nur die Ruhe, kein Pontifikat währt ewig“ noch die bloße Textfixierung auf das Kirchenrecht verbergen kann, dass die nachkonziliaren Kulissen zu wanken beginnen. Denn man sieht immer deutlicher, dass das konziliar gesäte Unkraut hinter den Kulissen zu voller Pracht gedieh: Zölibatswegfall, Frauen-“Priestertum“, priesterlose Gottesdienste, „ökumenische Bündnisse“, konfessionsübergreifender Religionsunterricht. Die Phase der Kulissenabschirmung zur Beruhigung der „Halb-und-Halben“ scheint vorbei.

Die Saat bedarf ihrer nicht mehr, alle Strukturen wurden übernommen, die Herrschaft ist bereits konsolidiert. Der – anfangs sorgfältig getarnte – Kurswechsel von der theozentrischen Kirche zur anthropozentrischen ist abgeschlossen, der „Kult des Menschen“ ist nun gelebte Realität (vgl. http://www.summorum-pontificum.de/themen/liturgiereform/13-von-gottes-und-menschendiensten.html oder auch http://papst-paulvi.blogspot.de/). Und wo dieser Kult gelebt wird, gerät der Gottesglaube notwendigerweise an den Rand, ja wird als störend wahrgenommen, da er der kommenden Menschheitsverbrüderung (über alle Konfessionen und Religionen hinweg: One World – One Religion) im Wege steht.

Daher gilt es nun, klar und aufrichtig zu erkennen, dass ein Herumlamentieren über das Politisieren der Oberhirten oder das ständige Gequengel über Showtermine mit Rettungswesten, Flüchtlingsboote etc. völlig sinnlos Kräfte bindet, die für das Gebet um Glaubenstreue Priester und Bischöfe besser verwendet werden, denn: „Und wenn die Trompete unklare Töne hervorbringt, wer wird dann zu den Waffen greifen? 1 Kor 14,8“.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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