Das ist ja interessant! Wo lassen Sie denken? (civitas-institut.de)

 

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1. September 2017
Das „Diskutieren“ mit Zeitgenossen, die ihr Weltbild aus Rundfunk, Fernsehen und den anderen Mainstream-Medien beziehen, ist ausgesprochen schwierig. Und das gilt nicht nur für politische Themen, sondern auch für religiöse. Beide Bereiche sind zu Schlachtfeldern geworden, auf denen die „Gegenseite“ sich der vorgefertigten und leicht abgreifbaren Munition bedient, die ohne eigenes Nachdenken oder gar Nachfragen überall und einheitlich vorgekaut wiedergegeben werden kann.

Wer sich nicht scheut, ins Wortgefecht mit Motorradzeitschriften-Lesern, Gespenster-Diskutierern und Ehefrauen-Hörigen einzusteigen, erlebt nur allzu oft (ach – eigentlich immer!) genau das, was Volker Kleinophorst in der aktuellen Ausgabe der PAZ schildert:

Den lieben langen Tag gerate ich mit meinem Umfeld in Diskussion zur politischen Situation und zur Wahrhaftigkeit der Medien. Diese „Gespensterdiskussionen“ sind ganz schön ermüdend, weil ja immer wieder das kommt, was schon den – ebenfalls – lieben langen Tag aus allen Propaganda-Rohren auf einen gefeuert wird. Man redet also mit den unterschiedlichsten Leuten, nur die sagen alle das Gleiche!

Erstens: Trump geht gar nicht.

Zweitens: Rechtspopulisten sind alles Nazis. Geht gar nicht.

Drittens: Flüchtlingen muss man helfen. Grenze? Geht gar nicht!

Frage ich dann nach, ob man es nicht komisch findet, dass die eigene so frei gebildete Meinung zu 100 Prozent dem entspricht, was in den Medien propagiert wird, heißt es: „Du hast ja eine hohe Meinung von deinen Kollegen. Willst du etwa behaupten in den Zeitungen stehen nur Lügen?“

Meine Antwort: „Nun ja, nicht nur. Bei einigen Themen allerdings schon. Vieles wird auch einfach unter den Teppich gekehrt. Desinformation wirkt am besten, wenn man nicht mehr weiß, was wahr und was Lüge ist, und deshalb alles glaubt.“

Das Gegenüber schaut skeptisch.

„Und du kannst das beurteilen?

„Ja, ist immerhin mein Beruf. Ich hab schon viele Politiker getroffen und tue viel, es beurteilen zu können.“

Eine Prise Trotz kommt zur Skepsis.

„Deswegen kannst du doch trotzdem falsch liegen.“

„Klar, du aber auch. Vor allen Dingen mit viel weniger Informationen.“

Noch mehr Trotz.

„Ich hab schon die Informationen, die ich brauche.“

Natürlich fühlen sich alle bestens ins Bild gesetzt. Geheimwaffe des globalen Allwissens: Ganz schmal informieren, TV-Nachrichten, eine Mainstream-Tageszeitung und dann noch eine Motorradzeitschrift …

Weise ich in Diskussionen darauf hin, man könne es mit dem Vertrauen in die Medien auch übertreiben, ich selbst hätte da schon mehr Informationen, wird es ablehnend. Kann nur Blödsinn sein. Sonst hätte man es ja schon gehört, oder es wär in der „Tagesschau“ gewesen. Beim Thema Feminismus kommt noch dazu: „Damit kann ich meiner Frau nicht kommen.“

Sicher es gibt auch solche, die nachdenken, hingucken, sich äußern. Manche gestehen sogar ein, dass ich schon seit Jahren relativ gut Entwicklungen voraussage. Einige billigen mir sogar ein wenig politischen Sachverstand zu. Wen wundert es? Eigentlich sind Migrationsaktivitäten, Abschaffung der Nationalstaaten, Failed States alles alte Hüte aus der Mottenkiste der Geopolitik. Schon 1997 hat der gerade verstorbene amerikanische Strippenzieher Zbigniew Brzezinski in seinem Buch „Die einzige Weltmacht“ auf die strategische Bedeutung der Ukraine für die Politik der USA hingewiesen.

Überzeugungsarbeit ist trotzdem Schwarzbrot: Brzezinski? Zbigniew? Schrecklich kompliziert klingt ja schon allein dieser Name, da hält man sich doch lieber an Klaus Kleber und Anne Will. Lässt sich jemand von mir gedruckt oder im Netz wirklich mal ein paar Seiten zeigen, die ein anderes Bild der Wirklichkeit zeichnen, will man eigentlich gar nicht hinsehen. Ist eher so ein Art persönlicher Gefallen. Mehr als fünf Minuten hat man auch nicht dafür. Maximal. Einer von zehn ist überhaupt gesprächsbereit. Der Rest will einfach nicht.

Ich frage dann, wieso man eigentlich so ein großes Problem damit hat, mal dem zu vertrauen, was ich zu sagen habe – nach bestem Wissen und Gewissen und eben als journalistischer Insider. Schließlich werfe ich ja auch meine persönliche Integrität in die Waagschale. Beliebtheitspunkte sammelt man damit auch nicht gerade. Im Gegenteil: Man macht sich mit einer eigenen Meinung mittlerweile ziemlich unbeliebt.

Die schlichte Antwort der Gegenseite: Man mag meine Wahrheiten einfach nicht. Sie sind zu hart. Sie ziehen runter. Einer meinte gar: „Lach doch mal wieder.“

Klar, Wissen fordert Konsequenzen. Gemütlicher haben es die Nichtwissenden. Man kann auch seelig lachend darauf warten, dass einen die Realität in den Arsch beißt. Der Kabarettist Georg Schramm hat einmal erklärt, warum es trotzdem gut ist, nicht locker zu lassen und den Dingen auf den Grund zu gehen: „Die Wut wird noch größer, aber die intellektuelle Verwirrung lässt nach.“

JV

https://www.civitas-institut.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2630:das-ist-ja-interessant-wo-lassen-sie-denken&catid=1:neuestes&Itemid=33

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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