Von der CDU zur „C“DU: Transformation von einer bürgerlichen Volkspartei über die „moderne Großstadtpartei“ zum Modul des Parteienkartells

Mögen manche Zeitgenossen auch weiterhin Frau Merkel als Erichs Rache oder Abrissbirne bürgerlicher Werte – kurz: als Ursprung allen Übels – betrachten, man wird bei näherem Hinsehen schon einräumen müssen, dass die Saat der Umwälzung, deren Ernte die ehemalige FDJ-Sekretärin jetzt einfährt, in der CDU bereits weit vor ihr ausgestreut und sorgfältig gehegt wurde. Geplant und umgesetzt, als Angela M. noch im Blauhemd der SED-Kaderreserve die Genossen belehrte. Und von vornherein als „eine Art Kulturrevolution“ angelegt (Heiner Geißler: „Ich glaube, daß wir in der CDU eine Art Kulturrevolution brauchen, beispielsweise etwas Ähnliches wie das, was wir 1985 mit dem Frauen-Parteitag in Essen gemacht haben1), hat das derzeitige social engineering mit dem Ziel der Schaffung einer linksformierten Gesellschaft ihre Wurzeln weit in der westdeutschen Vergangenheit. Sollte diese (heute immer deutlicher Konturen gewinnende) gesellschaftliche Umgestaltung Erfolg haben, mußte logischerweise die CDU als Hort wertkonservativer Wählerschichten nach links verrückt werden – in des Wortes doppelter Bedeutung. Demgemäß ging man bereits vor Jahrzehnten geduldig daran, schleichend die politische DNA der Partei zu ändern.

Wie auf diesem Blog bereits bezüglich der Europa-Politik und der rechtlichen Grundlagen für die buntorientierte Vielfältigkeitsgesellschaft geschehen2, soll nun die erfolgte Transformation der CDU zum austauschbaren Modul des herrschenden Parteienkartells betrachtet werden. Auf besagtem Frauenparteitag kulminierten 1985 (!) in Essen die unterschwelligen Umbau-Bestrebungen mit „Leitsätzen der CDU für eine neue Partnerschaft zwischen Mann und Frau“. Hier ging es bereits offen um die Frage, wie man wirtschaftskompatibel Familie und Berufstätigkeit bei Frauen vereinbaren könne. Samt einer „besseren Ausbildung von Frauen zur Weiterentwicklung ihrer Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, denn CDU-Generalsekretär Heiner Geißler sah voraus: „Eine moderne und humane Industrienation wie die Bundesrepublik Deutschland kann im übrigen ohne den Sachverstand und die Kreativität der Frauen die Herausforderung nicht bestehen, die an sie gestellt werden.3“ Ein Satz, der, wenn man so will, auf „konservativer Seite“ den Boden für die heutigen U3-Gruppen und 24-Std.-Kitas bereitet hat.

Geißler schleifte die CDU zielgerichtet als Festung gegen den linken Zeitgeist, holte die Professorin für Erziehungswissenschaft Rita Süssmuth (Lehrstuhl „Frau und Gesellschaft“) in die Partei und schlug sie 1986 zu seiner Nachfolgerin als Gesundheits- und Familienminister vor. Kanzler Kohl „wollte mit ihr die linke Flanke schließen, Infratest hatte den „schwersten Wahlkampf seiner Karriere“ vorausgesagt. Sie sollte stets die andere Union verkörpern und wurde zum Werbegeschenk in der Modernisierungskampagne von Generalsekretär Geißler. Sie sollte verblüffen, dem politischen Gegner die Wähler abziehen. Das gelang, denn Süssmuth personifizierte die „Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen“.4

Trifft man heute bei der Umgestaltung der CDU vermehrt auf das Label „Modernisierung“5 , lautete der parteiinterne Code-Begriff für den Umbau der CDU zur linkskompatiblen „C“DU bereits lange vor Frau Merkel „moderne Großstadtpartei“. Ihn verwendeten alle, die emsig daran arbeiteten, eine bürgerliche Volkspartei zum entkernten, inhaltlich beliebigen Sprungbrett für stromlinienförmige Ehrgeizlinge beiderlei Geschlechts umzubauen. Schon eine kleine Blütenlese bei wikipedia bestätigt dieses Bild:

„…Neuausrichtung der CSU zu einer modernen Großstadtpartei … Öffnung der Partei gegenüber den Grünen“6; „entscheidend dazu beigetragen, die CDU in der Hansestadt zu einer modernen, mitgliederstarken und erfolgreichen Großstadtpartei zu formen“7; „Parteiintern trat er für die Reform der bremischen CDU zu einer „modernen Großstadtpartei“ ein. Er vertrat auch die Ansicht, dass um die SPD nach der Bürgerschaftswahl 2007 ablösen zu können, auch eine schwarz-grüne Koalition in Bremen ins Auge gefasst werden müsse.“8

So „öffnete“ sich die CDU in West-Berlin bereits 1979 mit der Aufstellung Richard von Weizsäckers zum Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl „zur politischen Mitte“9. In den 90ern nahm die innerparteiliche Ausrichtung nach links Fahrt auf: In Frankfurt wurde die liberale Petra Roth 1995 Oberbürgermeisterin, im selben Jahr – und damit unter dem allseits hochgelobten Übervaterkanzler der Konservativen, Helmut Kohl – trafen sich grüne und schwarze Bundestags-Jungpolitiker und schmiedeten fleißig Bündnispläne für „schwarz/grün“. Seitens der CDU u. a. Hermann Gröhe, Armin Laschet, Norbert Röttgen, Peter Altmaier, Ronald Pofalla, Andreas Storm, Eckart von Klaeden, Julia Klöckner1. Wen überrascht es, dass man diese Namen aktuell in der engsten Gefolgschaft der Kanzlerin findet?10. Eine „Pizza-Connection 2.0“ oder „Pasta-Connection“ gab es übrigens auch schon, koordiniert „von den beiden Abgeordneten Jens Spahn (CDU) und Omid Nouripour (Bündnis90/Die Grünen)“11.

Bereits vor über 6 Jahren stellte Paul Georg Hefty in der FAZ fest:

Großstadtpartei bedeutete von Anfang an Absage an alles Konservative. Wenn eine Stadt umso vielfältiger wird, je erfolgreicher sie an der Globalisierung teilhat, dann ist der Versuch, der kulturellen Dispersion Traditionelles und Bewahrendes entgegenzustellen, im harten Sinne des Wortes von gestern. Die CDU und die CSU haben jedoch – im Unterschied zur materialistisch ausgerichteten SPD und mehr noch zu den Grünen, unter deren Anstrich unterschiedlichste Inhalte Platz finden – einen geistigen, ja religiösen, erklärtermaßen christlichen Anspruch an sich selbst und andere.“12

Ja, eben drum kommt nur eine „C“DU heraus, eben drum muß man seit langem das „christlich“ im Parteinamen in relativierende Anführungszeichen setzen. Dem Autor ist zuzustimmen, dass „von Anfang an“ die Partei entkernt werden sollte, „modernisiert“ klingt nur geschmeidiger und ruft weniger Skeptiker auf den Plan. Einen „Versuch, der kulturellen Dispersion Traditionelles und Bewahrendes entgegenzustellen“ konnte ich allerdings nicht ausmachen, vielmehr galt und gilt es für eine ausschließlich karriereorientierte Funktionärsschicht, nach links koalitionsfähig zu werden und auch in der anbrechenden linksformierten Gesellschaft Ministersessel und Mandate zu behalten. Solange dies die eiskalte Machttaktikerin aus der Uckermark ermöglichen kann, wird sie Parteivorsitzende und Kanzlerin bleiben. Kann sie es nicht mehr, steht der Koordinator der Pizza-Connection 2.0 mit der aktuell angesagten sexuellen Orientierung bereits in den Startblöcken…

 

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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2 Antworten zu Von der CDU zur „C“DU: Transformation von einer bürgerlichen Volkspartei über die „moderne Großstadtpartei“ zum Modul des Parteienkartells

  1. francomacorisano schreibt:

    Die CDU war nie eine rein konservative Partei. ABER sie hatte immer einen starken konservativen Flügel. Den hat Merkel beseitigt, bzw. kalt gestellt. Heute ist die CDU eine weitere linke Partei. Für Konservative unwählbar!

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    • Dass die CDU nie eine rein konservative Partei war, ist richtig, daher sprach ich von der „bürgerlichen Volkspartei“. Diese hatte neben konservativem auch liberales und christlich-soziales Gedankengut als geistige Wurzeln.
      Dass Frau Merkel den konservativ/wirtschaftsliberalen Flügel kalt gestellt hat, ist korrekt, eine reine Fokussierung auf die Kanzlerin birgt jedoch die Gefahr, dass die jahrzehntelangen Wühlarbeiten in den Hintergrund geraten. Darauf wolte ich aufmerksam machen.

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