Vor 30 Jahren wurde der katholische Pfarrer Hans Milch ermordet (kreisblatt.de)

Vor 30 Jahren wurde der katholische Pfarrer Hans Milch ermordet

09.08.2017

Von MANFRED BECHT

Die Bluttat hatte im August 1987 nicht nur die Mainstadt, sondern den gesamten Main-Taunus-Kreis erschüttert. Der ermordete Geistliche hatte zuvor zu einer tiefen Spaltung der Hattersheimer Katholiken geführt, was auch in einigen Familien zu Brüchen geführt hatte.

Pfarrer Milch hatte die Gemeinde St. Athanasius gegründet, die in der Schulstraße ihre Kirche hat. Pfarrer Milch hatte die Gemeinde St. Athanasius gegründet, die in der Schulstraße ihre Kirche hat.

 

Hattersheim. Der August des Jahres 1987 sollte in Hattersheim einen festlich-fröhlichen Akzent bekommen, denn die Verschwisterung mit der französischen Gemeinde Sarcelles stand auf dem Programm. Diese wurde gegen Monatsende auch gefeiert, und mutmaßlich merkte man bei dem Fest nichts von einem anderen Ereignis, das Hattersheim kurz zuvor durchaus erschüttert hatte. Am 8. August nämlich wurde der ehemalige Pfarrer von St. Martinus, Hans Milch, auf grausame Weise ermordet.Hans Milch war nicht irgendein Pfarrer, falls es „irgendwelche“ Pfarrer oder Personen überhaupt geben sollte. 1962 kam der 1924 in Wiesbaden geborene Milch als Pfarrer nach Hattersheim, im gleichen Jahr trat das Zweite Vatikanische Konzil zusammen, das bis zu seinem Ende 1965 aus der Sicht Milchs viele unverzichtbare katholische Positionen aufgab. Dass Latein in der Messe von der Landessprache abgelöst wurde, ist sicher nicht der wichtigste, wohl aber der plakativste Aspekt dabei.Milch geriet ab 1965 immer mehr in Gegenpositionen zur Amtskirche, gründete schließlich die Actio spes unica“ (Aktion einzige Hoffnung), die die von ihm vertretene Linie propagierte. Als Milch sich offen zu dem umstrittenen konservativen Erzbischof Marcel Lefebvre bekannte, kam es zur Suspendierung durch den damaligen Limburger Bischof Wilhelm Kempf.

St. Athanasius gegründet

Dass damals mehr als 1000 Menschen zu einem Schweigemarsch in Hattersheim zusammen kamen, zeigt an, dass er für eine tiefe Spaltung der örtlichen Gemeinde gesorgt hatte – viele Gläubige waren in den Jahren zuvor auf Nachbargemeinden ausgewichen.

Pfarrer Hans Milch (vorne) war eng mit dem Erzbischof Marcel Lefebvre verbunden, der 1982 die Kirche St. Athanasius in der Schulstraße weihte. Milch gründete in Hattersheim die Gemeinde St. Athanasius. In der kleinen Kapelle, die 1982 von Lefebvre geweiht worden war, sollte er am Samstag, 10. August, eine Messe lesen. Als der Geistliche nicht erschien, kamen Gläubige auf die Idee, Bekannte des Theologen in Wiesbaden anzurufen. Die schauten in Milchs Wohnung nach und fanden seine blutüberströmte Leiche, mit einem Holzpfahl in der Brust. Später wurden rund 20 Messerstiche gezählt.

Es dauerte nur wenige Tage, bis die Kriminalpolizei ein umfassendes Bild von den Vorgängen gewonnen hatte. Milch hatte sich um einen 31-jährigen Mann gekümmert, der große psychische Probleme hatte. Am Freitagabend hatte der Mann an der Messe in St. Athanasius teilgenommen, war dann mit Milch nach Wiesbaden gefahren und hatte mit ihm in seiner Wohnung gegessen. Zu der Bluttat muss es dann am Samstag gekommen sein, denn noch am Vormittag hatte die Gemeindeschwester mit Milch telefoniert.

Der Pfarrer sagte der Frau auch, wer zu Besuch bei ihm sei. Als die Polizei den 31-Jährigen am Sonntag festnahm, waren die Beweise erdrückend – Blut an der Bekleidung, Fingerabdrücke auf den Holzpfahl, zwei ähnliche Pfähle unter dem Bett. Zudem soll der Mann einige Zeit vorher damit gedroht haben, den Pfarrer umzubringen. Das war der Tiefpunkt eines tragischen Schicksals – einige Jahre zuvor war seine Frau bei einem Autounfall ums Leben gekommen, er selbst hatte – wohl alkoholisiert – am Steuer gesessen. Er machte sich Vorwürfe, trank, rutsche immer mehr ab.

In Psychiatrie eingeliefert

Das städtische Ordnungsamt soll gebeten worden sein, den Mann zwangsweise in ärztliche Obhut zu bringen, versuchte aber vergeblich, Kontakt aufzunehmen – so jedenfalls ist es der Internetseite von Actio spes unica zu entnehmen. Die wegen anderer Vorfälle alarmierte Polizei sah keine rechtliche Handhabe zum Einschreiten, heißt es außerdem. Juristisch aufgearbeitet wurde die gesamte Geschichte nicht mehr. Der mutmaßliche Täter wurde nämlich in eine psychiatrische Klinik eingeliefert, wo er sich wenig später erhängte.

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Geblieben ist weit mehr als die weiterhin bestehende Gemeinde St. Anastasius. Hans Milch ist nach wie vor wichtiger Fixpunkt in Diskussionen um die Ausrichtung der katholischen Kirche. Das Internet ist voll von entsprechenden Bezügen. Diese sind gelegentlich von einer Unversöhnlichkeit geprägt, wie man sie Konvertiten nachsagt – Milch war als Sohn protestantischer Eltern geboren und erst nach dem Krieg zum Katholizismus konvertiert.

Nicht unversöhnlich

Kritiker könnten schnell geneigt sein, ihm eine solche Unversöhnlichkeit zu unterstellen. Dies aber wird sehr relativiert, wie Kreisblatt-Autor Jürgen Dehl damals fand. Milch „war alles andere als ein starrköpfiger, verbissener, verständnisloser Querkopf“, schrieb der. Er sei auch fähig gewesen, andere Überzeugungen hinzunehmen, und wenn er vieles ablehnte, so sei dies „oft mit Schalk und Witz“ geschehen.

http://www.kreisblatt.de/lokales/main-taunus-kreis/Vor-30-Jahren-wurde-der-katholische-Pfarrer-Hans-Milch-ermordet;art676,2733319

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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