„Macht die Liturgie zum Zentrum Eures Lebens!“ (http://petrusbruderschaft.de/media/Infoblaetter/alte_Ausgaben/2017_08.pdf)

Informationsblatt

der Priesterbruderschaft St. Petrus

August 2017

 

Macht die Liturgie zum

Zentrum Eures Lebens!“

 

Ein Interview mit Sr. E. Raymond Leo Cardinal Burke. Die Fragen stellte P. Lic. Sven Leo Conrad FSSP

 

Am Hochfest des Kostbaren Blutes weihte S. E. Raymond Leo Cardinal Burke sieben Diakone unserer Priesterbruderschaft St. Petrus zu Priestern. Die feierliche Zeremonie fand in der Pfarrkirche von Lindenberg statt, die bis zum letzten Platz mit Gläubigen gefüllt war. Unser Seminar fühlt sich durch den Besuch des Herrn Kardinal sehr geehrt, und wir haben diese Gelegenheit für ein Interview genutzt. Hier begegnen wir einem sehr gläubigen Menschen, weltweit anerkannten Kirchenrechtler und nicht zuletzt einem Bischof, der sich seit Jahren für die Belange der überlieferten Liturgie auf vielen Ebenen einsetzt.

 

Eminenz, wie war das christliche Leben in den USA zur Zeit Ihrer Kindheit?

Nun, ich stamme aus einem sehr ländlichen Gebiet der USA, aber ich denke, was ich damals erlebte, war sehr typisch für die verschiedenen Gegenden des Landes. Das unumstößliche Zentrum unseres Lebens als Katholiken war die Sonntagsmesse. Wir hatten auch Andachten freitagabends, wir kannten die Verehrung der Schmerzensmutter, die Beichte an Samstagen und das Gebet zu Hause. Wir hatten in unserer Familie die Herz-Jesu-Thronerhebung und beteten vor und nach den Mahlzeiten. Aber es gab eine ganze christliche Kultur im Land. Auch wenn die USA ein vor allem protestantisches Land sind, so hatten wir doch auch durch das, was andere Christen taten, eine Unterstützung im Glauben. Sie beteten und gingen zur Kirche. Der Katholizismus hatte eine sehr spezifische Identität und da wir eine Minderheit waren, glaube ich, waren wir mehr als sonst darum bemüht, katholisch zu praktizieren. Wir hatten auch katholische Schulen. Sie arbeiteten sehr mit den Eltern zusammen, um die katholische Erziehung der Kinder zu gewährleisten. Natürlich war dies keine vollkommene Gesellschaft, aber sie hatte viele schöne Merkmale, für die ich immer dankbar sein werde.

Wie hat sich dies dann verändert?

Ich bin 1962 im Alter von 14 Jahren ins Seminar eingetreten. Die eben beschriebene Kultur war noch sehr lebendig und das Kleine Seminar eine gute Erfahrung für mich. Einen sehr großen Schwerpunkt bildete die hl. Liturgie. Wir studierten unseren Glauben und erhielten eine klassische Erziehung. Dann aber, in der Mitte der 1960er Jahre und besonders nach dem Konzil, trat das hervor, was einige die Hermeneutik des Verdachts oder des Bruchs genannt haben: All die Dinge, mit denen wir aufgewachsen waren und von denen wir wußten, daß sie sehr schön sind, wurden nun in Frage gestellt. Und so sah ich das alles um mich herum einfach zusammenstürzen. Am vielleicht einschneidendsten war die Reform des Meßritus. Er wurde so vieler Elemente beraubt. Da ich als Ministrant aufgewachsen bin, war ich sehr empfänglich für die verschiedenen Teile der Messe und dies alles nun einfach über Nacht verschwinden zu sehen … Es war also ein radikaler Umbruch, besonders gravierend bezüglich des Glaubens an die Eucharistie. Man konnte auch einfach an der Art, wie lässig man zur Kommunion ging, bemerken, daß die Leute ihren Glauben an die hl. Eucharistie verloren hatten. Dazu wurde die regelmässige Beichte aufgegeben, was natürlich auch unseren Glauben an die hl. Eucharistie schwächte. All dies geschah tatsächlich in einem Zeitraum sehr weniger Jahre und es war zerstörerisch.

Sie erwähnten einmal, ihre Generation habe die gute Glaubenspraxis für zu selbstverständlich genommen?

Wir hatten all diesen Reichtum unseres katholischen Lebens, der uns im Überfluß geschenkt wurde. Es existierte einfach. Man mußte sich nicht darum mühen und ich meine, wir haben es für zu selbstverständlich erachtet und zu wenig geschätzt. Nun sehe ich die jüngere Generation: Sie ist hungrig nach all diesen Aspekten unseres Glaubens, das erkennt man auch an ihrem enormen Interesse an der außerordentlichen Form des Römischen Ritus. Sie hungert nach dem Reichtum, den wir als junge Menschen gekannt und den wir nicht bewahrt haben. Deswegen sollte meine Generation mehr als je zuvor diese jungen Menschen verstehen und das, was sie suchen. Ich habe ein großes Problem damit, daß sich manche in meiner Generation gegen die Wiederherstellung der Frömmigkeit, der Meßform und der anderen hl. Riten stemmen.

Kamen Sie in Berührung mit der Liturgischen Bewegung und wie beurteilen Sie sie heute?

Es gab eine Begeisterung, zu der man aber folgendes sagen muß: Mir scheint, daß viele der Praktiken in den Seminarien eingeführt wurden, um Dinge zu rechtfertigen, die meiner Meinung nach außerhalb der Vorstellung der Gründer der Liturgischen Bewegung lagen und so auch nicht von ihnen beabsichtigt wurden. Damit meine ich nicht, daß es keinen Grund zur Annahme gäbe, daß vielleicht in dieser ganzen Bewegung etwas Falsches lag. Aber ich erinnere mich an Msgr. Martin Hellriegel von der Erzdiözese St. Louis und einen Bischof, die beide sehr stark in die Liturgische Bewegung involviert waren: Sie waren schon Anfang der 1970er Jahre absolut desillusioniert von dem, was vor sich ging. Ich denke, zumindest einige haben bemerkt, daß die Reformen des Meßritus usw., auch wenn vom Hl. Stuhl approbiert, nicht der Tradition treu waren. Also, wir hörten damals davon, aber ich war ein Jugendlicher und wußte nicht so viel darüber. Wir waren begeistert, weil wir die Liturgie liebten, und alles, was die Liturgie förderte, schien gut. Es war wie etwas, das sehr schön aussah, uns begeisterte, aber plötzlich merkten wir, daß es sehr schlechte Früchte gebracht hat.

Und Sie haben dies bereits damals bemerkt?

Ja, bereits damals.

Warum wurde der traditionelle Katholizismus in den 1960er Jahren so schwach?

Darüber habe ich sehr oft nachgedacht und mir scheint, auch wenn ich es nicht umfassend studiert habe, daß es bereits unter Pius XII. Bewegungen bezüglich der Liturgie und ähnlichem gab, die einen reduktionistischen Zugang zur hl. Liturgie hatten. Ich muß auch annehmen, daß es in den Seminarien und andernorts eine Schwächung in der Priesterausbildung gab, welche die Seminaristen anfällig für die Mißbräuche in der Nachkonzilszeit machten. Eine Sache, die mir auffiel, ist, daß die Priester bis zum Konzil sehr streng in bezug auf die Liturgie waren. Ich erinnere mich, als Ministrant einmal bei der Ablution den Kelch berührt zu haben und daß der Priester mir nach der Messe eine Standpauke erteilte, ich sei unvorsichtig und der Kelch sei ein hl. Gefäß, das das Blut Christi enthalte, was natürlich stimmt. Ich nahm mir dies sehr zu Herzen. Denselben Priestern, die vorher so streng in bezug auf diese Dinge erzogen waren, sagte man nach dem Konzil, all dies habe sich geändert. Nun könne man ein Glas oder Töpferware als Kelch verwenden und manche backten ihr eigenes eucharistisches Brot, und zwar indem sie nicht nur Mehl und Wasser verwendeten. Diese Priester, die vorher so streng waren, wurden nun streng in einem anderen Sinne, streng in bezug auf all die Neuerungen. Wenn man dann alles der Ordnung gemäß tun wollte, wurde man dafür bestraft oder korrigiert. Ich muß annehmen, daß irgendetwas schief gegangen ist. Vielleicht ist zu einem gewissen Grad der ungesunde Aspekt der Liturgischen Bewegung in die Seminarien eingedrungen, so daß die Priester bereits in einer gewissen Weise in diesen Dingen fehlgeleitet waren.

Wurde vielleicht die überlieferte Messe zuvor zu legalistisch verstanden?

Ja, ich muß dazu folgendes bemerken: Ich habe die Form und Artikulation der überlieferten Messe sehr gerne, aber es stimmt, daß einige Priester vor der konziliaren Reform in nicht sehr erbaulicher Weise zelebrierten. Man hastete. Das Latein war praktisch unerkennbar usw. Ich behaupte nicht, daß dies allgemein der Fall war, aber in manchen Fällen war es so und es stimmt, wenn die außerordentliche Form, wie wir sie heute nennen, der usus antiquior, nicht mit Ehrfurcht zelebriert wird, wird er auch zu einem Gegenzeichen.

Als Spezialisierung haben Sie Kirchenrecht gewählt. Kirchenrecht und Theologie haben sich zuweilen auseinanderentwickelt. Wie sehen Sie das Verhältnis beider?

Es steht außer Frage, daß in den ersten Jahrhunderten der Kirche und sicher im Mittelalter das Kirchenrecht Teil der Theologie war. Zu einer gewissen Zeit wurde es gemeinsam mit der Moraltheologie und der Liturgie unterrichtet. Man verstand dies alles als eine Wirklichkeit. Dann entwickelte sich die Idee der Spezialisierungen und das Kirchenrecht wurde von den anderen Disziplinen getrennt. Hieraus ergab sich die Vorstellung, es handele sich nur um ein System von Gesetzen. Natürlich ist es ein System von Gesetzen, aber es handelt sich um Gesetze, die die heiligen Wirklichkeiten in der Kirche bewahren wollen. Mit anderen Worten, der Sinn und Zweck jedes Kanons und des Codex ist ein bestimmter Teil unseres Lebens in Christus und in der Kirche. Dies ging leider mit der Unterteilung der Disziplinen verloren. Es gab aber beispielsweise noch im 19. und frühen 20. Jh. große Kanonisten wie Kardinal Pietro Gasparri oder P. Felice Cappello SJ. Diese haben Kommentare verfaßt, die zeigen, daß zum Beispiel ein spezieller Kanon in bezug auf die Eucharistie dazu dient, die Wirklichkeit der Eucharistie selbst, die Wahrheit über sie zu schützen. Die Kodifizierung des Kirchenrechts war in der Hinsicht gut, daß man nun das ganze Recht in einem Band vorfand. Aber ihr negativer Aspekt war, die Gesetze von ihrem Kontext (Hirtenschreiben von Konzilien, Direktiven von Bischöfen) zu trennen, in dem der theologische Grund für die Norm sehr klar ist. Kirchenrechtler müssen heute mehr denn je die Rechtsgeschichte und die Quellen erforschen. Wenn nicht, riskiert das Recht, ein von der Theologie getrennter Formalismus zu werden.

Das Recht wird heute oft als eine äußere Pflicht verstanden und der Liebe entgegengestellt.

Das Gesetz garantiert das Minimum eines christlichen Lebens. Es beinhaltet nicht alle Schönheit des vollen Lebens der Kirche, sondern stellt die Grundlagen sicher. Die Kirchengebote etwa sind ein Minimum, die uns auf ein tieferes katholisches Leben verweisen.

Wie könnte eine theologische Erneuerung gelingen?

Meiner Meinung nach kann eine theologische Erneuerung glücken, wenn man zur Interpretation der Hl. Schrift in der Kirche zurückkehrt, weil die Theologie im Wort Gottes verwurzelt ist. Aber wir müssen die negativen Aspekte der historisch-kritischen Methode überwinden und wieder damit beginnen, die Schriften wie zuvor immer im Kontext des Glaubensgeheimnisses zu lesen, des Geheimnisses von Christi Passion, Auferstehung und Himmelfahrt und der Geistsendung an die Kirche. Dazu muß ein starker Nachdruck auf dem Studium der Kirchenväter liegen. Das Konzil hat dies getan, aber ich höre niemanden mehr darüber sprechen. Schließlich muß ein Fokus auf den anerkannten Autoren liegen, die sich jahrhundertelang bewährt haben, dem Magisterium sehr treu zu sein und die sein Verständnis und seine Vertiefung so sehr fördern. Ich denke etwa an den hl. Thomas von Aquin.

Papst Benedikt XVI. stellte vor zehn Jahren in seinem Motu Proprio Summorum Pontificum fest, daß die überlieferte Messe niemals abrogiert (rechtlich abgeschafft) wurde. Was denken Sie als Kirchenrechtler darüber?

Als der Papst dies sagte, erschien es mir sehr interessant. Ich hatte nie darüber nachgedacht. Man vermittelte uns zur Zeit der Liturgiereform den Eindruck, daß das alte Missale einfach nicht mehr verwendet würde. Aber dann im Lauf der Jahre verstand ich, daß es an vielen Orten weiterhin in Gebrauch war. Wir kennen den Fall etwa von Fontgombault, und es gab die berühmte Agatha-Christy-Dispens für die englischen Katholiken. Und ein Sachverhalt ist auch, daß es keinen Grund zur Abschaffung gab. Deswegen meine ich, liegt der Papst kanonisch richtig. Ich konnte die Frage nicht richtig studieren, hoffe aber, dies eines Tages zu tun, weil es immer noch einige gibt, die sagen, daß das Missale abgeschafft ist? Das war allerdings beispielsweise sicher nicht die Meinung des damaligen Präfekten der Gottesdienstkongregation. Ich kenne einen Benediktinerabt, der mir sagte, sie hätten dem Präfekten gesagt, diese neue Form der Messe sei einfach ein unangemessener Ausdruck ihres Ordenslebens und er habe ihnen geantwortet: „Sie fahren fort, die Messe so zu zelebrieren, wie es war.“ Auch von einem anderen Gesichtspunkt her: Wenn man bedenkt, daß die Grundform der Messe im Prinzip seit der Zeit des hl. Gregors des Großen unverändert blieb … Wie könnte man sagen, dies sei heute plötzlich verboten? Das leuchtet mir überhaupt nicht ein.

Wie würden Sie den Gläubigen erklären, daß Papst Benedikt von „zwei Formen des einen Römischen Ritus“ spricht?

Dies muß, wie ich denke, im Sinne der Tradition verstanden werden. Unser Gebetsleben in der Kirche, wie es uns seit der Apostolischen Zeit überliefert wurde, stellt eine Tradition dar, die organisch ist, unser Leben in der Kirche ist organisch. Wir leben dieselben Wirklichkeiten, dasselbe Leben in der Kirche, das immer gelebt wurde, seit unser Herr sein öffentliches Wirken ausübte und die Eucharistie während des Letzten Abendmahles eingesetzte. So verstehen wir, daß die Kirche für ca. 1.500 Jahre oder länger eine bestimmte Form hatte, in der sie die Eucharistie feierte und dann nach dem II. Vatikanischen Konzil gab es die sogenannte Reform des Meßritus. Aber ich glaube, daß wir sehr ehrlich sein müssen und sagen, daß die Reform, so wie sie ausgeführt wurde, selbst nicht dem treu war, was die Konzilsväter selbst in ihrem Dokument gesagt haben. Anders ausgedrückt gab es das, was Papst Benedikt die Hermeneutik der Diskontinuität genannt hat. Der einzige Weg einer Reform in der Kirche besteht in der Kontinuität, und zwar mit einer Wertschätzung der Tradition und einer größeren Treue zu ihr. Stattdessen hatten wir diese Bewegung, die glaubte, der Meßritus, wie er zur Zeit des Konzils auf uns gekommen war, müsse aufgegeben und ein neuer entwickelt werden, der keinen Bezug habe zu der zuvor verwendeten Meßform. Dies kann einfach nicht sein! Ich erinnere mich an einen Referenten, als ich Erzbischof von St. Louis war, ein Liturgieexperte. Nach seinem Vortrag sagte ein jüngerer Priester, er versuche die Gläubigen Gregorianik zu lehren und einige der alten Gesten. Der Referent fragte: „Warum tun sie das?“ Und der Priester antwortete, er möchte versuchen, den Gläubigen zu helfen, die Kontinuität zwischen der alten und der neuen Form des Römischen Ritus sehen zu können. Und der referierende Priester schrie ihn an: „Es gibt keinen Bezug, es gibt keine Kontinuität zwischen beiden.“ Natürlich war ich sehr verärgert und habe ihn anschließend zur Rede gestellt. Ich denke, er spiegelt sehr eine gewisse Haltung, die Papst Benedikt in seiner Weihnachtsansprache 2005 an die Römische Kurie beschrieben hat. Ich denke, wir müssen nun mit großer Liebe und Wertschätzung auf die außerordentliche Form des Römischen Ritus schauen und zu verstehen suchen, wie die ordentliche Form zu ihr in einem Bezug der Kontinuität stehen kann. Ich glaube, dies wird eine Reform.

Worin besteht Ihrer Meinung nach die wichtigste Bedeutung der forma extraordinaria?

Sie stellt den lebendigsten Kontakt mit dem Meßritus dar, wie er von den frühen Zeiten der Kirche auf uns gekommen ist. Wir können alle möglichen Phantasien darüber anstellen, wie die Kirche in den ersten Jahrhunderten die hl. Messe gefeiert hat, aber dies ist die lebendige Form des Meßritus und wir dürfen dies nicht verlieren. Wir müssen sie kultivieren und ehren, wie Papst Benedikt sagte.

Was würden Sie jenen antworten, die dem Festhalten an der außerordentlichen Form Untreue zum II. Vaticanum vorwerfen?

Dies kann zu allererst deswegen nicht stimmen, weil, wenn wir sagten, die überlieferte Messe sei dem II. Vaticanum untreu, würden wir irgendwie behaupten, daß das II. Vaticanum der Tradition untreu gewesen sei. Das kann nicht sein. Ich habe Sacrosanctum Concilium studiert und glaube nicht, darin die Erlaubnis gefunden zu haben, den Meßritus derart zu beschneiden oder mit ihm zu experimentieren. Die Schwäche in der Konzilskonstitution liegt meines Erachtens darin, daß beispielsweise eine starke Feststellung getätigt wird, etwa über den Gebrauch des Lateins oder des Gregorianischen Chorals und dann gibt es einen dritten oder vierten Punkt, in dem es heißt: „Aber auch andere Sprachen oder Musik können eingeführt werden.“ Und nach dem Konzil wurde dieser dritte Punkt, der eine Art Ausnahme darstellen sollte, zur Regel.

Welche Herausforderungen sehen Sie für die Kirche und die christlichen Familien heute?

Ich denke, sie bestehen vor allem in der Erziehung, der katholischen Erziehung und Katechese. Zweitens muß die hl. Liturgie als Zentrum des christlichen Lebens wiederhergestellt werden. Und die hl. Liturgie muß wirklich die lex orandi werden, die die lex credendi ist. Wenn man diese beiden großen Herausforderungen angeht, sind Familien und Einzelne darauf vorbereitet, der schrecklichen Säkularisierung in der Kultur um uns herum entgegenzutreten. Die Welt war niemals konfuser und selbstzerstörerischer als heute. Sie braucht mehr denn je eine Kirche, die stark ist, den Glauben zu lehren, und stark in ihrem liturgischen Leben.

Wie würden Sie junge Seminaristen oder auch Priester heute ermutigen?

Die Ermutigung muß meines Erachtens zuerst und vor allem von ihrer eigenen persönlichen Beziehung zu unserem Herrn Jesus Christus kommen, der sie zum Priestertum hinzieht. Sie sollen verstehen, wenn der Herr sie beruft, dann wird er mit ihnen sein auf ihrem Weg, dem Ruf zu antworten und er wird für sie sorgen. Sie dürfen der Entmutigung keinen Raum geben, denn sonst werden sie dem Ruf unseres Herrn nicht antworten können. Ich verstehe, dies ist schwer. Aber ich unterstreiche immer drei Dinge, um die Seminaristen in der Hoffnung zu stärken: Studiert den Katechismus, die Schönheit des Glaubens, macht die hl. Liturgie zum Zentrum eures Lebens und dann drittens: Habt ein brüderliches Verhältnis mit anderen jungen Menschen, die denselben Sinn für den Ruf Christi in ihrem Leben teilen. Es ist heute ein großes Problem, daß diejenigen, die versuchen, ein wirklich katholisches Leben zu führen oder der Berufung folgen wollen, isoliert sind. Aber sich austauschen hilft uns, stark zu bleiben, auch wenn wir verlacht werden.

Wir danken Sr. Eminenz für dieses Interview.

 

Mein Kommentar dazu separat im Post >Einige Anmerkungen zu „Macht die Liturgie zum Zentrum Eures Lebens!“ oder Die Fiktion eines konzilstreuen Traditionalismus…<

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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