General Tauber und die Verhöhnung der CDU-Mitglieder und Interessenten

Lieber Peter Helmes,

Ursache für die starke Enttäuschung der konservativen Stammwählerschichten der CDU scheint mir, dass deren emotionales Verhältnis zur Partei als politische Heimat, Treffpunkt für gleichgesinnte Mitstreiter vor Ort, gemeinsame Erlebnisse in Wahlkämpfen von der hauptsächlich aus mediokren Nutzwuseln bestehenden hauptberuflichen Funktionärsschicht offenkundig nicht geteilt wird.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben: bereits in meiner (recht kurzen) Zeit in der JU in den 80ern dominierte dort der smarte Möchtegern-Karrierist mit Attaché-Köfferchen, Lacoste-Poloshirt und modischer Bundfaltenhose. Da er wußte, wo man den Kopf hinstecken mußte und sich demzufolge bevorzugt an Abgeordnete und Funktionsträger heranwanzte, waren in der Regel die Karrierestufen in den Kreis- und Landtag rasch genommen.

Bei dieser Klientel herrscht lediglich der interessengeleitete Wunsch nach persönlicher Absicherung durch Kabinettssessel und Parlamentsmandat bzw. das persönliche Vorankommen auf der Karriereleiter vor. Um dies sicher zu stellen, helfen keine emotionalen Bindungen, ethischen Werte oder politische Grundüberzeugungen, sondern natürlich nur rationales Kalkül. Mit welchen anderen „Partnern“ erlangt man eine Parlamentsmehrheit, um an die Verfügungsmacht über Positionen und Finanzmittel zu kommen respektive diese zu behalten? Mit welchem potentiellen Koalitionspartner müssen die wenigsten, die eigenen Wähler verschreckenden, Kompromisse gemacht werden? Diese werden dann professionell als „geringeres Übel“ verkauft (fällt jemandem auf, dass es für den „normalen“, arbeitenden, religiösen Steuerzahler seit über 40 Jahren ausschließlich „Übel“ gibt? Welche linke „Reform“ wurde je zurück genommen?).

Das gescheiterte Vorzeigeprojekt der sog. „modernen Großstadtpartei CDU“ basiert auf der kühlen Überlegung, dass die konservative Stammklientel wegstirbt, die Anzahl der kirchlich geprägten Menschen (Stammwählerschichten) in der Gesellschaft generell zurückgeht und selbst jüngere Kirchgänger durch die nachkonziliare Verdünnung (keine Katechese, „Religionenkunde“ statt Religionsunterricht, gestaltete Eventgottesdienste usw.) eher zum „grünen“ Lebensgefühl neigen. Da auf der anderen Seite bei den Wahlberechtigten die Zahl der Konfessionslosen, Alleinerziehenden und Einpersonenhaushalte steigt, müssen eben diese im Sinne des Erhaltes der Parlamentsmandate als Wähler gewonnen werden, notfalls halt mit einer linksliberalen Politik. Und die übrig gebliebenen Fußlahmen des Fortschritts, Kirchgänger und versprengte Konservative wählen eh‘ die CDU, dachten solch famose Strategen wie Herr Doktor Tauber.

Kurz auf den Punkt gebracht: An der derzeitigen „C“DU leiden nur diejenigen, die für die Politik leben, die von ihr leben (und das in der Regel recht gut) arrangieren sich schmerzfrei mit Frau Merkel.

Womit wir wieder bei unserem ausgewiesenen rhetorischen Feingeist („Drecks-Nazi!“, „A****loch!“) aus dem Main-Kinzig-Kreis wären…

Conservo

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmes

 Textbausteine aus dem Adenauerhaus versus pointierte Kritik

Peter Tauber

Peter Tauber, promovierter Oberleutnant der CDU, ehemaliger (angeblicher) Konservativer und jetzt Tausend-Prozent-Merkelianer, hat seinen Einsatzbefehl wohl mißverstanden: Er sollte die Truppen sammeln – und nicht verjagen.

Zu seinen strategischen Überlegungen (er ist schließlich Offizier) gehört wohl, Deutschland zu entnationalisieren und die CDU zu „entwerten“. Die taktischen Schritte dazu lassen sich leicht erkennen: Allem voran steht die Vernebelung der Strategie: „Wir tun nur Gutes“ – selbstverständlich „aus christlicher Verantwortung“ – und Pfeifen auf die alten Werte.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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