„Sorok Sorokow – Russlands militante Kirche“ (n-tv)

Ein Paradebeispiel, wie man – gleichsam aus dem Nichts – auf Kommando eine Putin-hörige christliche Terrororganisation medial inszeniert, liefert die als sog. „Bericht“ getarnte Indoktrination „Sorok Sorokow – Russlands militante Kirche“ auf n-tv.

Mit dramatischer Hintergrundmusik wird die Gruppe „Sorok Sorokow“ (die Abkürzung ergibt „SS“, darauf wird der eventuell etwas begriffsstutzige Zuschauer extra hingewiesen…) als eine Art russischer Ku-Klux-Klan vorgestellt, „einige Mitglieder“ (5? 10? 5000?) wurden als „Ex-Neo-Nazis oder Hooligans“ bezeichnet.

Beweise? Fehlanzeige.

Macht nix, denn es findet sich ja ein orthodoxer Pfarrer (dem bezeichnenderweise die Gemeinde entzogen wurde), welcher vor der westlichen Kamera wunschgemäß die Gruppe „Sorok Sorokow“ mit der HJ, der SS und der Gestapo gleichsetzt. Wie er dazu kommt, bleibt im Dunkeln. Der Geistliche wurde von seiner Kirchenleitung mit einem Predigtverbot belegt und sammelt nun Versprengte in seiner Wohnung, wo er Gottesdienste abhält. Dieses offensichtliche Sektierertum wird aber vom Filmbericht nicht hinterfragt, gibt er doch den gewünschten „Zeugen“ ab, der die Gruppe auch gleich noch als “Abteilung des KGB“ bezeichnet und von einer „Auslöschung der Opposition in einer Nacht“ fabuliert. Dies paßt in die Tendenz der Filmer – warum dieser Mann von seiner Kirche vorsichtshalber aus dem Verkehr gezogen wurde, kann daher getrost unter den Tisch fallen. Auch, ob der illustre Gottesmann hier nur Rache an seinen Oberen nehmen will, indem er eine glaubenstreue Gruppe verleumdet. Solche Fragen passen aber erkennbar nicht in das Schema des Beitrages, welcher erkennbar dem Zuschauer keine Informationen mitteilen, sondern ein fertiges Weltbild verpassen möchte. Nicht ohne Grund diffamiert eine markante Stimme aus dem Off die Gruppe in jedem zweiten Satz als „gewalttätig“ und „radikal“…

Der Einsatz der als „Extremisten“ bezeichneten Gläubigen gegen Abtreibung und Gotteslästerung wird gezielt kriminalisiert, geschickt wird der Demonstrationszug von vorne aus der Froschperspektive gefilmt, die Marschkolonne – akustisch stets mit bedrohlicher Hintergrundmusik untermalt – marschiert so besorgniserregend direkt auf den Zuschauer zu, unheilschwangere Musik inklusive (sicherlich nur zufällig wie in Michael Radford’s Kinofilm „1984“…). Die Kirchen-Gegner werden hingegen soziologisch-neutral als „Aktivisten“ bezeichnet und ausschließlich als erbarmungswürdige Gewalt-Opfer gezeigt.

In diesem orchestrierten Zusammenspiel zwischen Medien und pressure groups kommt nun die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e. V. (DGAP) ins Spiel, laut wikipedia „ein Netzwerk und eine Denkfabrik für Außenpolitik“.

Die 1955 in Zusammenarbeit mit dem Council on Foreign Relations und Chatham House gegründete Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik betreibt Forschungseinrichtungen für Fragen der internationalen Politik sowie der Außen- und Sicherheitspolitik. Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik zählt heute über 2500 Mitglieder, darunter führende Persönlichkeiten aus dem Bank- und Finanzwesen, der Wirtschaft, Politik, den Medien und der Wissenschaft.

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Gesellschaft_f%C3%BCr_Ausw%C3%A4rtige_Politik

Der arglose Leser ist eingeladen, einmal nachzulesen, was sich hinter den (diskret verborgenen) Kräften wie Council on Foreign Relations und Chatham House verbirgt. Herr Wilfried Jilge, seines Zeichens „Experte“ der DGAP, warnt auch, wie auf Bestellung, vor der „Radikalisierung strenggläubiger Gruppen“ in Rußland. Pflichtgemäß fällt der Ausdruck “Fundamentalisten“, im weiteren Verlauf der sog. „Dokumentation“ auch „Mob“.

Die Stoßrichtung dieses arg tumben Propaganda-Beitrages wird deutlich in den letzten Sätzen, hier wird das Anti-Putin-Bild mit der angeblich vom christlichen Glauben drohenden Gefahr verschmolzen:

Derzeit prallen in Russland zwei Welten aufeinander: die russisch orthodoxe Kirche will mehr Einfluss gewinnen. Auf der anderen Seite steht ein Großteil der Bevölkerung, die sich den Einfluss der Kirche auf ihr Privatleben nicht mehr länger gefallen lassen will. Über allem schwebt Vladimir Putin, er baut die russisch-orthodoxe Kirche in sein Machtgefüge ein.

Na, dann weiß der aufgeklärte westliche Zuschauer doch gleich, was er als Gutdenker brav zu denken hat.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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