Schwester Lucia und ihre Sendung (http://petrusbruderschaft.de/media/Infoblaetter/alte_Ausgaben/2017_07.pdf)

Informationsblatt

der Priesterbruderschaft St. Petrus

Juli 2017

Schwester Lucia und ihre Sendung

 

Sie hat Mariens Ankündigung des Zweiten Weltkrieges erst 1941, als alles zu spät war, bekannt gemacht. Hat sie durch ihr Schweigen versagt?

P. WALTHARD ZIMMER FSSP

 

Welchen Sinn hat es eigentlich, dass Maria drei Hirtenkindern in dem unbekannten portugiesischen Ort Fatima erscheint, ihnen ankündigt, dass – „wenn man nicht aufhört, Gott zu beleidigen,“ – ein schlimmerer Krieg als der bald zu Ende gehende Erste Weltkrieg kommen werde und diese Botschaft gleichzeitig beendet mit der Aufforderung: „Davon sagt niemandem etwas!“? Tatsächlich hat Lucia jenen Teil des Geheimnisses, der die Ankündigung des Zweiten Weltkrieges enthielt, erst am 31. August 1941 in ihrer „Dritten Erinnerung“ dem Bischof von Leiria kundgemacht. Veröffentlicht wurde er noch später. Schwester Lucia hat allerdings selbst schon diesen Einwand vorhergesehen und selbst gefragt, ob die Botschaft der Mutter Gottes nicht mehr Wirkung gehabt hätte, wenn dieser Teil des Geheimnisses schon früher veröffentlicht worden wäre. Ihre Antwort: „Das wäre sicher richtig gewesen, wenn Gott mich für die Welt als Prophetin hätte bestellen wollen. Ich glaube aber, dass dies nicht die Absicht Gottes war, als Er mir diese Dinge geoffenbart hat. Wenn es so gewesen wäre, glaube ich, hätte Er mich zum Sprechen verpflichtet, anstatt mich im Jahre 1917 zum Schweigen zu verpflichten (…) Ich glaube darum, hochwürdigster Herr Bischof, dass Gott sich meiner nur bedienen wollte, um die Welt an die Notwendigkeit zu erinnern, die Sünde zu meiden und den beleidigten Gott durch Gebet und Buße zu versöhnen.“

Der erste Aspekt der Sendung Lucias war also, die Welt daran zu erinnern, die Sünde zu meiden und Gott durch Gebet und Buße wieder zu versöhnen! Der zweite Aspekt ist, dass Gott, um die Sünder vor der Hölle zu bewahren, die Andacht zum Unbefleckten Herzen in der Welt begründen wollte. Maria wörtlich zu Lucia: „Wer sie [diese Andacht] übt, dem verspreche ich das Heil, und die Seelen werden von Gott geliebt sein wie Blumen, die von mir hingestellt sind, um seinen Thron zu schmücken.“ (…) „Teile mit, dass ich verspreche, all jenen mit allen Gnaden, die für das Heil dieser Seelen notwendig sind, in der Todesstunde beizustehen, die fünf Monate lang jeweils am ersten Samstag beichten, die heilige Kommunion empfangen, einen Rosenkranz beten und mir während 15 Minuten durch Betrachtung der 15 Rosenkranzgeheimnisse Gesellschaft leisten in der Absicht, mir dadurch Sühne zu leisten.“ „Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele Seelen gerettet werden, und es wird Friede sein.“ Bei der Marienerscheinung in Fatima ging es nicht darum, ein konkretes Ereignis durch seine Vorhersage zu verhindern. Maria wollte in Erinnerung zu rufen, dass Gott als Herr der Geschichte auch die weltlichen Ereignisse zum Segen für die Menschen lenken kann, wenn diese sich aufrichtig bemühen, ihm zu dienen, die Sünde zu meiden und Sühne zu leisten auch für jene, die das nicht tun.

Das gesamte Wirken Gottes an Seinem auserwählten Volk im Alten Testament verkündet Ihn als Herrn der Geschichte. Alle Bedrängnisse, die das Volk Gottes zu erleiden hatte, können durch innerweltliche, politische Ursachen erklärt werden. Dennoch weiß die Heilige Schrift um tiefere Gründe: Israel fällt von Gott ab – Gott erweckt die Feinde Israels, es zu bedrängen – Israel bekehrt sich und Gott besiegt die Feinde seines Volkes um Seines Namens willen. Mit Kreuzesopfer und Auferstehung erweist sich Gott als Herr der Geschichte auch über den Tod hinaus. Trotz der Ablehnung Christi und seiner Kreuzigung verwirklichte er jenen Plan, den er seit Grundlegung der Welt hatte: Die Schöpfung innig an sich zu binden. An uns liegt es nun, zu vollenden, was an den Leiden Christi noch aussteht. Genau darin dürfen wir den bleibenden Auftrag der Botschaft Mariens in Fatima und der Sendung Schwester Lucias erblicken: Gottes Pläne verwirklichen sich so oder so in der Geschichte der Menschen. Wenn die Menschen sündigen, verwirklichen sie sich durch viel Leid hindurch. Wenn die Menschen Buße tun und sich bemühen, die Sünde zu meiden, können sie Gott versöhnen und er wird den irdischen Lauf der Dinge in Frieden zu ihrem Heil lenken und viele Sünder vor der Hölle bewahren.

Das große Strafgericht und die Warnung Viele (angebliche) Marienerscheinungen prophezeien ein großes Strafgericht Gottes, einige geben sogar konkrete Anleitungen, wie dieses zu überleben sei, wenige geben einen konkreten Zeitraum, wann das alles geschehen soll. Wenn dann zur angegebenen Zeit nichts geschieht, klopfen sich die Protagonisten – bildlich gesprochen – auf die Schulter und sagen: „Wir haben es wieder weggebetet.“ Die Botschaft Mariens in Fatima lehrt etwas ganz anderes. Es geht Gott nicht darum, dass die Menschen durch das Vorherwissen bestimmter Ereignisse diese „weg beten“ sollen oder durch Vorsorgemaßnahmen Katastrophen überleben. Gott will vielmehr, dass wir uns bekehren und aufhören, ihn zu beleidigen. So wie Christus für uns Sühne geleistet hat, sollen auch wir durch unsere Opfer Sühne leisten für die Sünder, um ihnen ihre Bekehrung zu erbitten.

Warum Fatima? Die Ankündigung eines noch schlimmeren Krieges für den Fall, dass sich die Menschen nicht bekehren, wirft die Frage auf, was sein wird, wenn sich die Menschen auch nach diesem schlimmeren Krieg nicht bekehren oder einige Zeit danach in noch nie dagewesener Weise von Gott abfallen. Der Ort Fatima trägt den Namen einer maurischen Prinzessin, die sich um 1158 taufen ließ und den Grafen von Qurèm heiratete. Diese Prinzessin ist wiederum benannt nach der vierten und jüngsten Tochter Mohammeds mit seiner ersten Frau Chadidscha. Fatima, die Tochter Mohammeds, führt den Beinamen „Herrin der Frauen unter den Weltbewohnern“. Die Schiiten verehren Fatima als „sündenfreie Jungfrau“ und „Vorbild für die heutigen Mütter“. Mit der Wahl des Ortes Fatima für ihre Erscheinungen hat Maria möglicherweise auch einen Bezug zum Islam hergestellt, der im Jahr 1917 noch nicht deutbar war. Wenn eine bleibende Aktualität der Botschaft von Fatima darin besteht, dass der Friede in der Welt durch persönliche Bekehrung und Buße entsteht, dann drängt sich die Interpretation auf, dass der islamistische Terror in der Welt und eine Europa islamisierende Einwanderung von Flüchtlingen heilsgeschichtlich für die christlichen Völker eine ähnliche Funktion haben könnten, wie sie zur Zeit des Alten Testaments die Heidenvölker gegenüber dem Volk Israel hatten. Sie wurden von Gott erweckt, wenn Israel von ihm abfiel, bis es sich bekehrte. Dann erwies sich Gott wieder als stark vor den Heidenvölkern und als einzig wahrer Gott. Was wäre, wenn die oben angedeutete Interpretation die Wirklichkeit trifft? Dann wäre der Aufruf von 1917 zu Umkehr, Buße und Gebet für den Frieden auch die Botschaft an uns heute, wie wir aus den Gefahren einer

Islamisierung mit allen ihren Folgen wieder heraus kommen könnten. Gleichzeitig wäre er die Botschaft an die Muslime, auf jene zu hören, die ihr Erscheinen mit dem Namen Fatima, der „Herrin der Frauen unter den Weltbewohnern“, verbunden hat. Die Erscheinung Mariens in Fatima wäre dann auch ein Zeichen für die Muslime, dass Gott als Herr der Geschichte es nicht notwendig hat, seinen Willen mit Feuer, Schwert und Selbstmordattentätern durchzusetzen, sondern mit der Auferstehung und Geistsendung seine Pläne verwirklicht, selbst wenn sein wahrer „Prophet“ ans Kreuz geschlagen wird. Fatima, die Tochter Mohammeds, ist tot, Maria lebt und erscheint im Ort Fatima. Das soll heißen: Nicht Mohammed ist der Prophet Gottes, auf den wir hören sollen, sondern Jesus von Nazareth, der Sohn Mariens. Das Vorbild der maurischen Fürstentochter Fatima, die sich taufen ließ, wäre dann das Leitbild dafür, was Gott von den Muslimen erwartet. Auf welche Weise auch immer die Menschen für ihre Sünden leiden müssen, ob nationalsozialistische Irrlehren, kommunistische Irrlehren oder der Islam den Frieden in der Welt bedrohen: Umkehr, Buße und die Zuflucht zum Unbefleckten Herzen Mariens sind der Weg, der uns durch all diese Wirrnisse zu Gott führt. Das ist die Botschaft Fatimas, die heute so brandaktuell ist wie vor hundert Jahren.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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