Japan first? Nationalismus in Fernost oder: Agitation first! Manipulation im Filmbeitrag

Ein Lehrbeispiel plumper Agitation und medialer Degeneration ist dieser Tage auf dem deutsch-französischen Kanal ARTE zu bestaunen: Japan first? Nationalismus in Fernost (http://www.arte.tv/de/videos/069078-000-A/japan-first-nationalismus-in-fernost). Der Beitrag wird durchgehend von einer weiblichen, unangenehm penetranten Stimme aus dem Off begleitet, welche dem begriffsstutzigen Zuhörer wohl vermitteln soll, was er für richtig und für falsch zu halten hat – sozusagen der Versuch der Normierung von Geschichte und Gegenwart. Wie auch in anderen zeitgenössischen Propagandabeiträgen üblich, wird (als solchen nicht kenntlich gemachten) linksliberalen Politikern, Historikern und Journalisten ausgiebig Gelegenheit gegeben, ihre Ansichten weitschweifig zu verbreiten. Beiträge unliebsamer Politiker werden hingegen von der – dann plötzlich unheilschwangeren – Stimme aus dem Off sehr kritisch begleitet und fortwährend in Frage gestellt. Durch das Einblenden von originalem Bildmaterial aus der Vorkriegszeit in schwarz/weiß und interessegeleiteten Kommentaren aus dem vorgeblich neutralen Off wird die aktuelle Regierung Japans geschickt in einem direkten Kontext mit den (durchgehend als extreme Rechte oder Ultranationalisten etikettierten) politischen Kräften der Vorkriegszeit gestellt. So entsteht eine visuelle und akustische Dauermanipulation des Zuschauers.

Zur Erklärung politischer Strömungen als auch historischer Ereignisse wird ausschließlich das westliche Narrativ gewählt, demnach betrieb eine kleine militaristische Clique im Vorkriegsjapan eine verbrecherische imperialistische Politik. Deren Grundmotiv, als Vormacht Asien von fremden Einflüssen abzuschirmen, wird in den eingeblendeten Stellungnahmen westlicher Historiker mit verächtlichen Lächeln als Heuchelei gebrandmarkt. Bezeichnenderweise beurteilen sie aber nicht die Politik der USA oder Großbritanniens von diesem Standpunkt aus …

Abgesehen vom plumpen Vorgehen unternimmt der Filmbeitrag nicht einmal den Versuch, sich japanischen Denken oder japanischer Kultur zu öffnen, sondern verharrt in Ignoranz und Arroganz. Ohne jede kulturelle Sensibilität versucht man, dem europäischem Denken fremde Vorgänge holzschnittartig in Schlagworte wie Nationalismus, Imperialismus und Militarismus zu pressen.

Ausgiebig erhalten westliche Historiker die Gelegenheit, über die sogenannten Tokioter Prozesse und über japanische Kriegsverbrechen zu schwadronieren. Das zwei amerikanische Kriegsverbrechen im Beitrag selbst festgehalten wurden, nämlich der zweifache Abwurf von Kernwaffen auf die Zivilbevölkerung, bleibt unerwähnt. Übrigens ebenso wie jegliches Kriegsverbrechen der alliierten Streitkräfte.

Das (in meinen Augen zumindest) natürliche Streben der japanischen Politik nach Gleichberechtigung und dem Mittel welches diese in unserer Welt nun mal sichert – nämlich ein starker Militärapparat – wird durchgehend negativ bewertet. Dieselbe Intention, welche die USA global als Militärmacht Nummer 1 des Planeten auftreten lässt, wird in Japan als „neo-nationalistisch“ gewertet. Als Totschlags-„Argument“ dient der Zweite Weltkrieg, der ausschließlich als aggressiver Eroberungskrieg Japans dargestellt wird. Ein Bemühen um Objektivität oder Neutralität ist dem Filmbeitrag nicht anzumerken. Dass die Vereinigten Staaten ihre eroberte Kolonie Hawaii schlichtweg als Bundesstaat vereinnahmten (unerwähnt: nachdem sie gezielt die ursprüngliche Bevölkerung in die Minderheitenposition in ihrer eigenen Heimat brachten) wird lediglich in einem Halbsatz angesprochen. Kolonisationsversuche Japans in Korea oder Taiwan werden hingegen generell als verbrecherischer Militarismus gebrandmarkt. So ist von „ultra-nationalistischen Militärs“ die Rede, welche ihre Ziele mit „Mord und Propaganda“ durchsetzen wollten.

Sollte der Hintergrund dieser grobschlächtiger Desinformation die rassische Homogenität Japans sein, welche dem herrschenden autoritären Humanitarismus im Wege steht? Besieht man sich die derzeitige Weltlage, in der – vor allem in Europa – die Weichen in Richtung multireligiöser Völkervermischung gestellt werden, ist natürlich ein homogenes Volk mit der singulären Religion des Shintoismus und dem starken Bezug zum Tenno ein Ärgernis…

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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