„Wir halten an unseren Positionen fest“ (die-tagespost.de)

Wer einmal nachlesen will, was die DBK unter moderner Großstadtpastoral versteht (oder welche soziologische Floskel gerade en Vogue sein mag), dem sei ein Blick auf das Online-Portal der Tagespost (http://www.die-tagespost.de/) geraten, dort findet er das Interview „Wir halten an unseren Positionen fest“ mit Erzbischof Heiner Koch.

Was immer man von ihm und seinem Interview halten mag, eines wird man ihm zugute halten müssen: der Mann hat Humor! Oder sollte man doch eher von Zynismus ausgehen, wenn man seine Entgegnung auf die – leider allzu begründete – Feststellung, dass keine Partei auch nur annähernd biblische Positionen verteidigt, lesen muss? Der Herr Erzbischof fragt sich nämlich, ob dies nicht ein Indiz dafür sei, dass sich zu wenige Katholiken „in die schwierige und mühsame Arbeit der Politik einzubringen bereit seien“. Da reichen, liest man staunend weiter, weder „distanzierte Zuschauerhaltung noch fundamentale Pauschalkritik“. Statt einer sinnstiftenden Hilfestellung an die Schäfchen eine schallende Ohrfeige vom Hirten nach dem Motto: Wenn ihr selbst zu faul oder zu dumm seid, euch in die Politik einzubringen, dann haltet gefälligst die Klappe.

Na, besten Dank dafür…

Auch in meiner distanzierten Zuschauerhaltung ist mir aber nicht entgangen, dass er beim Thema Gender-Mainstreaming mit dem ideologischen Vokabular der Genderisten hantiert, wenn er „Benachteiligungen und unberechtigte Rollenfixierung überwinden“ möchte. Wie kann man wohl, frage ich mich notorisch fundamental-pauschalkritisch, ausgerechnet mit dem Vokabular des Gegners kirchliche Standpunkte vertreten? Jedenfalls werden sich die Gender-Befürworter feixend auf die Schenkel schlagen, wenn sogar ein Erzbischof „Rollenfixierungen“ bestätigt, zudem noch „unberechtigte“.

Nur noch mit Humor nehmen kann man des Bischofs Aussage, „gut 24 Millionen Menschen sind nach wie vor katholisch“. Versteht man (zumindest nach überliefert katholischer Definition) unter „katholisch“ das volle Fürwahrhalten der Dogmen und Glaubenssätze, hat Exzellenz wohl zu scherzen beliebt. Vielleicht bin ich aber auch hier nur zu fundamental pauschalkritisch, das ist natürlich möglich.

Definitiv ein Scherz ist aber dann doch wohl seine Antwort, viele der Abgeordneten des Bundestages würden sich ausdrücklich zu ihrem Glauben und zu ihrer Kirche bekennen, auch wenn sie für die „Ehe für alle“ gestimmt haben. Man fragt sich hier so unwillkürlich wie pauschalkritisch, was denn dieser Glaube überhaupt beinhalten mag, wenn man allen Ernstes die sog. „Ehe für alle“ mit ihm für vereinbar hält? Heute Homosexuelle, morgen Kinder-„Ehen“ von Päderasten, übermorgen heiraten dann Bruder und Schwester.

Diesen, sich ja so ungestüm zu ihrem Glauben und ihrer Kirche bekennenden, Abgeordneten sei ein Blick in die Heilige Schrift geraten – zum Beispiel der Hl. Paulus läßt in seinen Briefen beim Thema Homosexualität und Inzest kein Mißverständnis zu. Oder ist der auch dem Herrn Erzbischof zu fundamental pauschalkritisch…?

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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Eine Antwort zu „Wir halten an unseren Positionen fest“ (die-tagespost.de)

  1. Cresenzia schreibt:

    ich glaub das kommentiert sich selbst

    Gefällt mir

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