Riten, Sprachen, Gewänder und Räumlichkeiten für die heilige Messe (blog.forum-deutscher-katholiken.de)

 

Riten, Sprachen, Gewänder und Räumlichkeiten für die heilige Messe

Im vorliegenden Artikel über die heilige Messe wollen wir deren äußere Formen betrachten, die zu einem frommen, Gott wohlgefälligen inneren Mitvollzug des Opfers Jesu Christi hinführen.

Diese wichtigen Dinge bilden den äußeren Rahmen, der gleichsam das Bild würdig einfasst. Wir folgen dabei dem Büchlein von P. Martin Ramm, Zum Altare Gottes will ich treten (S. 5-39), das unter der Telefonnummer 08385/92210 oder unter petrusbruderschaft.de bestellt werden kann.
Ein Ritus besteht aus heiligen Zeichen und heiligen Worten, die sich gegenseitig erklären. Wenn wir etwa beim Schuldbekenntnis uns an die Brust klopfen und dazu sprechen Durch meine Schuld, durch meine Schuld … bekennen wir als Büßende vor Gott unser Dasein als Sünder. In einer ehrfürchtigen Kniebeuge beten wir Jesus, den allmächtigen Gott, im Tabernakel an. Dasselbe gilt für das Knien während der heiligen Messe, wenn Jesus im Allerheiligsten Altarsakrament gegenwärtig ist. Paulus schreibt, dass sich jedes Knie vor Jesus beugen soll (Röm 14,11). Sehr eindrucksvoll ist auch das Kreuzzeichen, das in den dabei gesprochenen Worten an den dreifaltigen Gott und im Zeichen an das Kreuzesopfer Jesu Christi erinnert und uns dessen Segen zukommen lässt. Vollziehen wir innig mit unserer Herzensstimme das Kreuzzeichen!
Alle alten Liturgien sind durch zwei Formen von Sprachen gekennzeichnet: die sogenannte Liturgiesprache, die das Überzeitliche, Geheimnisvolle und Heilige des Gottesdienstes ausdrückt sowie die allgemein verständliche Volkssprache, die der Verkündigung des Glaubens dient. Bei den Juden zurzeit Jesu waren dies die hebräische und aramäische Sprache, die miteinander verwandt sind. Jesus las aus dem Buch des Propheten Jesaja in hebräischer Sprache vor und legte den Text wahrscheinlich in aramäischer Sprache aus (Lk 4,16-30). In den lateinischen Riten soll die lateinische Sprache in den feststehenden Teilen der heiligen Messe nach dem ausdrücklichen Wunsch des II. Vatikanischen Konzils ihren Platz haben und die Gläubigen sollen die ihnen zukommenden Teile auch in Latein beten können (vgl. Sacrosanctum Concilium 36 und 54). Die lateinische Sprache stiftet Einheit über nationale Grenzen hinweg und wirkt der babylonischen Sprachverwirrung durch ihre Präzision und Klarheit entgegen. Sie legt einen heiligen Schleier über die Feier der heiligen Geheimnisse und schützt diese vor einer ungebührlichen Verweltlichung. Sie ist unveränderlich und von zeitlicher Schönheit. Es ist von sehr großem Vorteil und Wert, dass die Verkündigung des Wortes Gottes in den Lesungen, dem Evangelium und der Predigt in der Muttersprache erfolgt; denn der Glaube kommt vom Hören, wie wir sinngemäß beim heiligen Paulus lesen können (Röm 10,17f). Man kann davon ausgehen, dass die Schriften des Neuen Testamentes für den Gottesdienst schriftlich festgehalten wurden und dort der bevorzugte Ort ihrer Verkündigung war und ist. Durch die Taufe werden die Gläubigen auch auf den Gottesdienst hingeordnet und die Lektoren, die Diakone, die Priester und Bischöfe durch ihre heiligen Weihen besonders dafür mit göttlicher Gnade ausgestattet. So ergibt sich ein geheimnisvolles heiliges Geschehen, bei dem Gott wie immer die Hauptsache bewirkt, die menschliche Mitwirkung und Anstrengung aber nicht vernachlässigt werden darf. Die wichtigere innere Haltung findet dabei in den äußeren Zeichen und Worten ihren entsprechenden Ausdruck.
Die Gebetsrichtung in der heiligen Messe ist auch von nicht zu unterschätzender Bedeutung. (Vergleiche dazu ausführlich das Buch von Uwe Michael Lang, Conversi ad Dominum, das mit einem Geleitwort von Kardinal Ratzinger versehen ist). Die alten Kirchen waren nach Osten ausgerichtet, der aufgehenden Sonne entgegen, die sowohl den auferstandenen als auch den wiederkommenden Christus symbolisiert. Auch der Altar des Petersdomes ist nach Osten hin orientiert, nur mit dem Unterschied, dass das Volk dazwischen steht, was manche auf den irrtümlichen Gedanken brachte, der Papst zelebriere zum Volk hin und zur Einführung der nicht vorgeschriebenen sogenannten Volksaltäre führte. Zwischen Papst und Volk steht aber das Kreuz als der eigentliche Orientierungspunkt jeder heiligen Messe, die die unblutige, sakramentale Gegenwärtigsetzung des Kreuzesopfers Jesu Christi ist. Die einheitliche Gebetsrichtung von Priester und Volk ist nicht für die Gültigkeit der heiligen Messe notwendig, hat aber unschätzbare Vorteile: Der Priester dreht während der Zelebration Jesus im Tabernakel nicht den Rücken zu, man kann sein Gesicht nicht sehen, was ihm die Konzentration erleichtert und von dem ständigen Moderationsdruck befreit. Alle, Priester und Volk, blicken hin zum Kreuz Christi und richten ihre Gebete an den Vater durch Christus im Heiligen Geist.
Gott, der Herr, hat Mose schon im Alten Testament für den Gottesdienst heilige und kostbare Gewänder vorgeschrieben (Ex 28,4f). Dies gilt umso mehr für den höchsten Gottesdienst, die heilige Messe, bei der sich Christus unblutig aus Liebe dem Vater im Heiligen Geist durch die Hände des Priesters darbringt. „Denn die Armen habt ihr immer bei euch“ (Mt 26,11) bemerkt Jesus, als seine Füße von der Sünderin gesalbt werden. Damit ist die unerlässliche Sorge für die Armen von Jesus nicht ausgeschlossen, sondern gefordert. Man muss im Notfall sogar heilige Geräte dafür veräußern, darf aber generell den mit würdiger Ausstattung zu feiernden Gottesdienst nie vernachlässigen.
Die schwarzen Gewänder der Seminaristen, Diakone und Priester deuten ihren Abschied von der Welt und ihre Auserwählung durch Jesus Christus an. Das weiße Chorhemd symbolisiert die Freude des Gottesdienstes als Teilnahme an der himmlischen Liturgie. Das Schultertuch des Priesters soll diesen als Helm des Heiles von den Versuchungen des Teufels bewahren, die weiße Albe die Reinheit des Herzens anzeigen, die durch das Waschen der Kleider im Blut des Lammes, das sich für uns am Kreuz dahingab, erreicht wird (Offb 7,13-17). Das Zingulum (Strick um den Bauch) steht für die Keuschheit und die wachsame Bereitschaft im Hinblick auf die Wiederkunft Christi (Lk 12,35f). Der Manipel als eine Art kleine Stola am linken Unterarm des Priesters im alten lateinischen Ritus deutet auf die Mühsal und Last des Priesterlebens in der Nachfolge Christi hin und die Stola auf die heiligmachende Gnade. Im alten Ritus wird diese vom Priester gekreuzt. Das Messgewand ist das leichte und süße Joch Jesu Christi (Mt 11,30).
Weiß als liturgische Farbe der Freude wird bei allen Herrenfesten, den Muttergottesfesten, bei den Festen der Engel und Heiligen, die keine Märtyrer waren, benutzt. Rot als die Farbe des Feuers und des Blutes trägt der Priester an Pfingsten, den Festen vom Leiden des Herrn und der Märtyrer. Violett als Farbe der Buße wird im Advent und der Fastenzeit verwendet, grün als Farbe der Hoffnung an den Sonntagen nach Pfingsten, schwarz als Farbe der Trauer am Karfreitag, bei Seelenmessen und Beerdigungen.
Eine würdige Feier der heiligen Messe benötigt einen würdigen Raum: ein Gotteshaus. Die Stufen, die zu diesem hinaufführen, zeigen an, dass wir unser Herz zum Gebet erheben sollen, die Eingangspforte, die wir durchschreiten, trennt das Weltliche, das wir zurücklassen, von dem heiligen Raum, der dafür vom Bischof geweiht wurde. Beim Eintritt in das Gotteshaus segnet uns der dreifaltige Gott mit Weihwasser, wenn wir uns damit bekreuzigen, was uns an unsere Taufe und die damit verbundene Reinigung von Sünde und Schuld erinnern soll. Die anschließende anbetende Kniebeuge gilt dem eucharistischen Herrn im Tabernakel: „O Jesus, Dir leb ich, o Jesus, Dir sterb ich, o Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tode. Amen.“

P. Dr. Andreas Hirsch FSSP

Foto: privat

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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