Wir geben uns unverbindlich christlich…

… so sang einmal Herbert Grönemeyer im Lied „Mit Gott“ (Album „Ö“, 1988). Diese Textzeile fiel mir ein, als ich heute das neue kolpingmagazin (http://www.kolping.de/presse-medien/presse/news-archiv/news-details/news/engagement-mit-frischen-wind/) zur Hand nahm. Auf dem Cover sieht man drei Jugendliche, die als politisch aktiv vorgestellt werden und jeweils Luftballons ihre Parteien in der Hand halten. Als da wären: CDU, SPD, die Grünen.

In einem wahren Tsunami abgegriffener Formulierungen, die schon längst kein Mensch mehr hören kann, erfährt man im Innenteil, dass sie „etwas bewegen“ und natürlich „frischen Wind in die Politik“ bringen wollen, stets „neugierig und ambitioniert“ sind. Wer bereits in der Kommunalpolitik tätig war, egal in welcher Partei, der weiß, dass es bei kommunalpolitischen, drögen Themen wie etwa Abwassersatzung oder Bauplanung bei Frischlingen mit Neugierde und Engagement regelmäßig schnell vorbei ist 😉 .

Vom Nachwuchsgrünen Christopher hört man – wohl aus der überbordenden Fülle seiner 17-jährigen Lebenserfahrung – dass ihm „soziale Gleichheit und Gerechtigkeit z.B. im Bezug auf gleichgeschlechtliche Ehen sehr am Herzen“ liegen, daher habe er sich aufgrund der größten Schnittmenge für die Grünen entschieden.

Es stellt sich natürlich die Frage, wie ein katholischer Verband (mittlerweile Bollwerk des linkslastigen Gremienkatholizismus) Jugendliche mit einer derartigen thematischen Breite eine Heimat bieten kann. Gelingt wohl nur, wenn man sich „unverbindlich christlich“ gibt und Larifari-Gemeinplätze äußert. Und dann ist man bei diesem „katholischen“ Sozialverband genau richtig. Vielleicht ist aber auch die politische Breite zwischen CDU und Grünen gar nicht sooo breit … ?

Egal, dem kolpingmagazin ist am Ende noch wichtig, dass alle Gebrauch von ihrem Wahlrecht machen und „ein Zeichen gegen extremistische Parteien“ setzen.

Der Artikel endet mit dem wahrhaft realsatirischen Satz:

„Habt den Mut, euch Gehör zu verschaffen und eure Meinung zu artikulieren! Ein starkes Plädoyer für gelebte Demokratie“.

Aber bitte nur im Parteienkartell…

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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