Modebranche: Hinter dem Glamour verbirgt sich eine grausame Realität (kultur-und-medien-online.blogspot.de)

Kultur und Medien

 

Donnerstag, 8. Juni 2017

Modebranche: Hinter dem Glamour verbirgt sich eine grausame Realität

Der Schein trügt. Foto: The Heart Truth – Elisabeth Hasselbeck in Donna Karen, Wikimedia Commons, Gemeinfrei

Christiane Jurczik

James Scully, einer der wichtigsten Casting-Direktoren der Welt, geht scharf mit seiner Branche ins Gericht: „Die Branche ist noch viel sadistischer, als man sich das vorstellt“.

In den 90er-Jahren arbeitete er für die amerikanische Zeitschrift „Harper‘s Bazaar“ und hat den Auftritt von Marken wie Stella McCartney, Nina Ricci und Jason Wu geprägt. Der Insider ist aber mit den Jahren immer kritischer geworden.

Scully engagiert sich deshalb seit Jahren für eine Reform der Modelszene, unter anderem will er keine Teenager mehr auf den Laufstegen sehen. Wie sehr ihm diese Themen am Herzen liegen, wurde bei der „Voices“-Konferenz des Branchenmagazins „Business of Fashion“ deutlich: Scully kamen während seiner Rede die Tränen.

Einige Passagen von Scully Rede dokumentieren eindrucksvoll, worauf sich die Mädchen einlassen, die beliebt, berühmt und bewundert werden wollen und dafür eine Model-Karriere beginnen.

„Eine Stylistin sagt einem Model bei einem Casting, dass sie nicht richtig in Form sei und um bei einer bestimmten Show zu laufen, müsste sie unbedingt abnehmen. Als dieses Model dann in Paris zur Show erschien, sagte die Stylistin ihr, vor allen anderen Models, dass sie immer noch zu ‚fett‘ sei.“

Er berichtet weiter: „Ich buchte später dieses angeblich ‚fette‘ Model. Beim Fitting erzählte sie mir, dass sie bei besagtem Casting schwanger gewesen sei. Sie habe die Schwangerschaft jedoch abgebrochen, weil sie es für ihre Karriere als unerlässlich betrachtete, die Schwangerschaft abzubrechen und zur Show zu kommen. Und dann war sie der Stylistin immer noch zu dick. Diese junge Frau muss jetzt mit einer schrecklichen Entscheidung leben, die sie nur wegen des Drucks, der damals auf ihre lastete, getroffen hat.“

Quelle der Zitate: MSN-Lifestyle

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Mode-Business – ein Thema, welches nur scheinbar nicht zur thematischen Struktur dieses Blogs passt. Im Kern geht es doch um den „schönen Schein“, der eine Welt des Glamours vorgaukelt, die real überhaupt nicht existiert. In der Realität existiert brutale (Selbst-) Ausbeutung um des Profits willen, legitimiert mit der Aussicht auf goldene Berge in der Zukunft, die aber leider immer eine Fata Morgana bleiben.

Die Realität: Zusammenbruch alle sozialen Beziehungen, körperlicher Zusammenbruch und die Erkenntnis, dass man sein Leben vergeudet hat. In der Modebranche erlebt man zugespitzt, um was es in dieser Welt des Scheins geht: die Illusion. Seine „Wirklichkeit“, welche jeder Mensch in sich trägt als sein Bild von der Welt, wird so geschickt manipuliert, dass er die Realität gar nicht mehr erkennt.

Es geht um die Macht über die Bilder im Kopf, Wünsche, Sehnsüchte.

Und den Mißbrauch dieser Macht.

Den gewissenlosen, sadistischen Mißbrauch dieser Macht.

Die (vor allem weibliche) Jugend wird bereits in diesem Sinne gesellschaftlich konditioniert: blendendes Aussehen ist maßgebend, Wissen eher überflüssig. Wichtig ist nicht, was man kann, sondern wen man kennt. So entsteht auf Schulhöfen die Bussi-Bussi-Gesellschaft des falschen Lächelns und der gefakten Herzlichkeit, der aufgesetzten Fröhlichkeit und der angestrengten Pseudo-„Gelassenheit“. Alles ist falsch vom Aussehen über das Lächeln bis zur Oberweite. Hauptsache der Schein ist gewahrt – die inneren Werte, die innere Verfassung zählen nicht.

Sind die Menschen dann ausgebrannt und „fertig“, dann werden sie achtlos weggeworfen, gelten als Loser, die es nicht geschafft haben, die zu wenig belastbar waren. Zu wenig flexibel waren. Das vorgegaukelte Paradies auf Erden (das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest…) war eine leere Versprechung vom Vater der Lüge.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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