Pfingsten „verheutigt“ oder Jetzt gehts lo-hos, jetzt geht’s lo-hos!

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Abbildung aus: https://2030.bistum-fulda.de/bistumfulda2030/index.php

Ein Motto wie von der Münchner Sicherheitskonferenz („Strategische Ziele zur Ausrichtung der Pastoral im Bistum Fulda“), ein mit verkopfter Symbolik überladenes „Signet des lebendigen Kreuzes“, welches optisch irgendwo zwischen Turnfest und Heilpraktikerverband irrlichtert – da kann es nur um Gremienkatholizismus im Deutschland der Gegenwart gehen…

Auch die abgenutzten Begriffe „Einladung“, „Aufbruch“, „Millieu“ und natürlich „Prozess“ machen klar, dass Ergüsse soziologischer Insidergremien vorgestellt werden, welche ein Bistum „neu aufstellen“ wollen. Dafür sind Rückmeldungen im Bischöflichen Generalvikariat „eingegangen und dort gesichtet, systematisiert und bearbeitet“ worden und nun kann man (endlich, endlich!) die bereits überall heiß und innig erwarteten „Zielformulierungen zur Pfarrei als Netzwerk Pastoraler Orte“ vorstellen.

In emsiger kirchensteuerfinanzierter Stabsarbeit hat „im Zuge der Überarbeitung (…) darüber hinaus eine Verfeinerung der Zeithorizonte stattgefunden. Jedem Zielerreichungskriterium ist nun eine Zeitmarkierung zugeordnet, bis wann das Ziel umgesetzt und erreicht sein soll. Neu ist ebenfalls die Benennung von Zuständigkeiten für Umsetzung und Evaluation der Strategischen Ziele, die neben der größeren Plastizität eine höhere Verbindlichkeit und zuverlässige Überprüfbarkeit der Zielerreichung ermöglicht.“

Klingt doch geplanter, strukturierter und intellektueller als das etwas chaotische und amateurhafte biblische Pfingsten. Nunmehr sind – anders als damals – auch „Zielformulierungen zu Ökumene, Weltkirche, Schöpfungsverantwortung und sozialer Gerechtigkeit in den Text eingeflossen“. Zu hoffen steht, dass der Heilige Geist diese liebevolle Nachbesserungsarbeit auch zu schätzen weiß und nun nicht etwa schmollend beiseite steht, nur weil hippe Berufskatholiken seiner Stümperei endlich mal Struktur und Zielformulierungen verliehen haben. Dessen heillos überalterte Vorgehensweise, allen Menschen den Glauben Christi durch Fischer, Handwerker u. ä. zu verkünden, wurde ausgemustert zugunsten „am jeweiligen Sozialraum ausgerichteter Angebote„. Denn, so lernen wir staunend „verschiedene Zielgruppen und Milieus“ haben „Bedürfnisse, Anliegen und Fragen“ – mithin werden folglich u.a. Liturgie und Glaubenszeugnis „von den Adressaten her gestaltet.“

Die Pfarrei am Wohnort hat sich übrigens erledigt: „Das Bistum Fulda wird bis zum Jahr 2030 in 45 Pfarreien mit jeweils 4.000 bis 20.000 Mitgliedern gegliedert sein.“

Bei soviel angestrebter Übersichtlichkeit wird vermutlich die „Zielformulierung“ für 2050 etwa 10 Pfarreien im Bistum betragen und 2070 wird das Bistum dann die einzige verbliebene Pfarrei sein. Und dies ist wohl dann bei verwaisten Priesterseminaren und von soziologischem Millieu-Firlefanz vertriebenen Gläubigen vermutlich auch absolut ausreichend…

Alle Zitate aus: (https://2030.bistum-fulda.de/bistumfulda2030/pdf/aktuelles/Presseinformation.pdf)

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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