10 Tips für hoffnungsvolle Sektierer…

DIE GLOSSE ZU PFINGSTEN…

😉

Sie fühlen zwar, dass Sie durchaus das Zeug zum verschrobenen Sektierer haben und sonnen sich täglich in Ihrer begnadeten Einzigartigkeit, werden aber von anderen – zumindest in Ihren Augen – nicht ausreichend wertgeschätzt?

Sie sind – trotz aller fleißigen Bemühungen – noch nicht skurril genug? Sie haben eine persönliche Standleitung zum Heiligen Geist, die aber von Ihrer Umwelt hartnäckig in Abrede gestellt wird?

Es fehlt Ihnen (trotz Jahresabo einer täglichen Erscheinung der Heiligen Jungfrau zu den üblichen Bürozeiten) so irgendwie der letzte Schliff zum auserlesenen Verkünder des göttlichen Willens?

Dann hier 10 Tips am Pfingstfest, wie sie sich aus dem chaotischen Narrensaum hysterischer Frauen, cholerischer Theologen und endzeitgläubiger Schwärmer erkennbar hervorheben und das eigene Ego gehörig aufbrezeln können:

  1. Wer nicht wichtig ist, macht sich wichtig. Der Vatikan hat eine Homepage? Die FSSPX auch? Dann zimmern Sie sich schnellstens einen Blog zusammen, veröffentlichen Beiträge und betteln offensiv um Spenden. Orakeln Sie geheimnisvoll von einer persönlichen Fehde zwischen Ihnen und dem Gehörnten persönlich und behaupten Sie dreist, bei Spenden für den Blog sei „der Hass des Herrschers dieser Welt … Ihnen sicher“. Tragen Sie ruhig dick auf („unerklärliche Schwierigkeiten technischer, finanzieller oder psychisch-körperlicher Natur“), irgendein Eierkocher wird irgendwo nach einer Spende bestimmt kaputt gegangen sein.
  2. Sollte lediglich ein Promille-Anteil Ihrer Blog-Leserschaft spenden, weil der Rest Ihre kruden Theorien für unfreiwillige Komik hält und die Tiraden einer hysterischen Kunststudentin sowieso nicht ernst nimmt, dann besinnen Sie sich auf Ihre Machtstellung als Generalgroßerzbischof von Absurdistan! Drohen Sie ruhig mal, den Blog „für eine gewisse Zeit abschalten, um ein wenig unsere deutschsprachigen Leser zu disziplinieren“. Denken Sie immer daran: in Ihrem Paralleluniversum haben allein SIE die Macht…
  3. Bleiben Sie an diesem Punkt nicht stehen! In Anbetracht Ihrer eigenen hervorragenden geistigen Entwicklung als Super-Katholik – zu welcher Sie sich zu Recht täglich selbst gratulieren – ist es Ihnen da nicht gleichsam gottgegeben, verdächtige Waschlappen vor die Schranken Ihres eigenen Gerichtshofes zu zitieren und dort aus eigener Machtvollkommenheit ab zu urteilen? Zum Beispiel das Kloster Le Barroux. Sie fragen dort wegen Meßstipendien mehrmals an und man antwortet unverschämterweise nicht. Kann es denn etwas wichtigeres geben als Ihre Anfragen? Eben! Übrigens: Achten Sie auf Ihre Würde als Generalgroßerzbischof von Absurdistan! Sie besuchen kein Kloster, Sie „visitieren“ es. Sie lassen nicht einfach Ihre Messen woanders lesen (wie Krethi und Plethi…), sondern Sie entziehen dem Kloster die Erlaubnis, Ihre Messen lesen zu dürfen. Oder die Priesterbruderschaft St. Pius X.: Gegen Sie doch alles theologische Weicheier! Erkennen einen Papst an, den Sie doch allen Ernstes als dämonisch besetzten Gegenpapst und Häretiker verurteilt haben. Wenn dies von Menzingen nicht anmaßend ist, was dann? [Sollte Ihnen übrigens hier bereits jemand in der Dämonisierung zuvorgekommen sein, greifen Sie auf den ASCII-Code zurück, dechiffrieren Sie ihn und demaskieren Sie den Papst als das Tier. Oder den Antichristen. Oder beides zusammen. Ist eh‘ egal, Hauptsache, Sie machen Furore]. Die düstere Bunker-Mentalität, welche zwangsläufig aufkommen muß, wenn man selbst der Priesterbruderschaft St. Pius X. nicht mehr trauen kann – und dem Papst natürlich erst recht nicht mehr – gilt es sorgfältig zu pflegen. Lesen Sie Berichte, welche die aufkommenden Paranoia kräftigen, etwa über die damalige priesterlose Untergrundkirche in Japan und das Rosenkranzgebet als „letzte Zuflucht“ bei den ganzen ungültigen Messen und unwürdigen Priestern.
  4. Haben Sie schon einmal überlegt, sich eine Weihe zu gönnen? Lesen Sie sich einen Vagantenbischof auf, der Sie für ein spendiertes Mittagessen gültig zum Priester weiht. Wenn Sie beim Wein und beim Dessert nicht knickrig sind, ist vielleicht auch eine Bischofsweihe für Sie drin. Seien Sie kreativ und setzen Sie sich vom übrigen Bischofsmainstream ab, indem Sie für sich ein „Label“ kreieren. „Schwertbischof“ klingt abenteuerlich-romantisch, „Löffel-Bischof“ aber schon weniger – also bitte aufpassen bei der Wortwahl. Zumindest sollten Sie das Brevier lesen – und zwar Latein. Hebt schon mal vom Plebs ab, nicht wahr? Und nicht in der Fassung von 1962, greifen Sie auf vorherige Fassungen aus dem 19. Jahrhundert zurück (wobei selbstverständlich das 18. Jahrhundert noch besser ist!) 😉 Jedenfalls muß das tägliche rezitieren so 2 bis 3 Stündchen dauern, nach dem Motto: Je zeitraubender und anstrengender, desto katholischer.
  5. Sind Sie kein Theologe, können Sie gleichwohl auf ihrem Blog und im Kommentarbereich anderer Foren zu allen möglichen theologischen Fachfragen ermüdend ausführlich „dozieren“ (wie schon Pfarrer Milch äußerte, glänzt ja seit den 70ern jeder und jede zu allem Möglichen mit einer Meinung – ungeachtet der individuellen geistigen Voraussetzungen). Großartige Kenntnisse brauchen Sie dazu sowieso nicht, – warnen Sie wann auch immer vor Papalismus und schimpfen Sie jeden Katholiken, der mehr als 3 Brocken Latein kann, als Traditionalisten.
  6. Sind Sie eine Frau und scheidet so der Generalgroßerzbischof von Absurdistan leider aus, gibt ja immer noch die Möglichkeit, sich auf einem halluzinierten Katheter als Kirchenrechtlerin, Dogmatikerin, Politologin und Universalgenie (alles von eigenen Gnaden) zu gerieren. Benutzen Sie dabei ein angestrengt „niveauvolles“ Vokabular wie etwa evozieren oder Metaebene – ersetzt den höheren Schulabschluß allemal… 😉
  7. Sachliche Hinweise auf innere Widersprüche im Gesagten schreiben Sie am bestens gleich in naßforschem Tonfall der fehlenden Auffassungsgabe des anderen zu. Eventuelle unhöfliche Ausdrücke (die Sie durch Ihre rotzigen Antworten selbst provoziert haben) nehmen Sie gleich zum Anlaß, schöngeistig auf Etikettefehler hinzuweisen und über angebliches „Sektenniveau“ anderer zu lamentieren.
  8. Detailprobleme, z.B. bei der Zuordnung einzelner Epochen vermeiden Sie, indem Sie schwungvoll – quasi mit der Sense – durch die Kirchengeschichte fuhrwerken und großzügig ins mit groben Raster einsortieren („Die Päpste“, „Die Traditionalisten“). Strengen Sie sich nicht zu sehr an, als Lehramts-Selbstbeauftragte steht es Ihnen fraglos zu, auch den Präfekten der Glaubenskongregation rüde abzukanzlen. Was kann an theologischen Themen denn so schwer sein, was Sie nicht in drei Sätzen abbürsten könnten?
  9. Eine lohnende Variante wäre vielleicht auch eine Seite auf Gloria.tv. Reicht es dazu auch nicht, tummeln Sie sich halt im Kommentarbereich von Gloria.tv und prügeln sich verbal dort – zum Gaudium der Agnostiker – wie die sprichwörtlichen Kesselflicker mit anderen Sektierern. Reihen Sie kurze Hauptsätze aneinander, die Sie bevorzugt mit einem Ausrufezeichen beenden. Bedenken Sie: Kritik an Ihren (!) Aussagen ist immer böswillig, deshalb haben Sie alles Recht der Welt, unflätig darauf zu reagieren. Streuen Sie ruhig mal Gerüchte über diese Dreckschleudern und stellen Sie deren persönliche Integrität in Frage. Und nicht vergessen: Erbitterte Privatfehden bringen Farbe in Ihren – ansonsten ja leider doch sehr tristen – Alltag.
  10. Machen Sie sich zum alleinigen Chefausleger von Privatoffenbarungen anderer und sehen Sie in jeder abweichenden Auffassung einen direkten Angriff der satanischen Heerscharen! Verteidigen Sie Ihre eigenwilligen Ausdeutungen von obskuren Sehern / Opferseelen (oder wem auch immer) bis an die Grenze des Starrsinns!
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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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