Gebete gegen die Feinde der Kirche (summorum-pontificum.de)

1. Juni 2017

Die neue Version des „Gotteslob“ – des offiziellen Gebet- und Gesangbuches für die deutschkatholischen Bistümer – hat viele Leerstellen. Die beklagenswerteste ist das Fehlen des römischen Kanons bei den Messtexten – tatsächlich enthält die Ausgabe überhaupt nur den 2. Kanon, der ursprünglich als „Schlichtversion“ für Werktage gedacht war. Kath.net hat jetzt eine Leerstelle entdeckt, die bisher nicht aufgefallen war: Das in der vorhergehenden Version enthaltene „Gebet für die verfolgte Kirche“ wurde ersatzlos gestrichen. Und das, obwohl auch schon bei der Erstellung der Neufassung zu sehen war, daß die Kirche insbesondere, aber bei weitem nicht nur in den mohammedanischen Ländern ständig zunehmender Verfolgung ausgesetzt ist.

Das Gebet in der früheren Fassung hat folgenden Wortlaut:

Gott, nach dem geheimnisvollen Ratschluss deiner Liebe lässt du die Kirche teilhaben am Leiden deines Sohnes.

Stärke unsere Brüder und Schwestern, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Gib ihnen Kraft und Geduld, damit sie in ihrer Bedrängnis auf dich vertrauen und sich als deine Zeugen bewähren.

Schenke ihnen Freude darüber, dass sie sich mit Christus im Opfer vereinen, und gib ihnen die Zuversicht,, dass ihre Namen im Buch des Lebens eingeschrieben sind.

Gib ihnen die Kraft, in der Nachfolge Christi das Kreuz zu tragen und auch in der Drangsal ihren christlichen Glauben zu bewahren.

Die überlieferte Liturgie kennt aus der leidvollen Erfahrung der Kirche im Abwehrkampf gegen den Islam mehrere Gebete „für die verfolgte Kirche“. Seit den Türkenkriegen des 15. Jahrhunderts gibt es eine „Votivmesse zum Schutz gegen die Heiden“ mit vollständigem Proprium. Dessen Texte sind größtenteils den Psalmen entnommen, die aus der Geschichte des jüdischen Volkes reichhaltiges Material zum Thema bieten. Die Oratio lautet:

Allmächtiger Ewiger Gott, in Deiner Hand ruhen die Gewalten und Rechte aller Reiche; so sei denn darauf bedacht, den Christen zu helfen, damit die Heidenvölker, die auf ihre rohe Kraft vertrauen, durch die Macht Deiner Hand niedergezwungen werden.

Und die Postcommunio:

Gott, unser Schirmherr, blicke her und verteidige Deine Streiter gegen die Gefahren, die vonseiten der Heiden drohen, damit sie nach Beruhigung aller Wirrungen in freiem Sinne Dir dienen.

Diesem Tenor entsprechen auch die Gebete einer weiteren Votivmesse „Gegen die Verfolger der Kirche“, während eine Messe „Gegen Verfolger und Übeltäter“ zu stärkeren Worten greift – zumindest auf den ersten Blick:

Wir bitten Dich o Herr, zermalme den Hochmut unserer Feinde und wirf nieder ihren Trotz mit Deiner mächtigen Hand.

Beim zweiten Hinschauen wird sichtbar: Nicht die Feinde als Menschen, sondern ihr Hochmut und Trotz sollen zermalmt und niedergeworfen werden. Praktisch mag das in den rauhen Zeiten der Türkenkriege oft auf das gleiche hinausgelaufen sein – grundsätzlich jedoch bleiben Wert und Würde des Menschen unbestritten und der Weg zur Bekehrung offen.

Warum solche Gebete in der neuen Ausgabe des Gebetbuches keinen Platz mehr finden, ist offensichtlich: Sie passen nicht mehr in die neue Ideologie. Und während in Düsseldorf nur ein „Traditionsverein“ der Janitscharen mit blankem Säbel durch die Stadt paradiert, nehmen auf den Philippinen mohammedanische Terroristen in der Stadt Marawi Hunderte von Christen als Geiseln und drohen mit deren Ermordung, falls die Armee ihnen die Stadt nicht überläßt.

 

Das offizielle Gebets- und Gesangbuch der deutschsprachigen Diözesen, aus Bequemlichkeit oder Perfidie weiterhin „Gotteslob“ bezeichnet, beinhaltet bekannterweise Zeichnungen (http://gotteslob.eu.dedi266.your-server.de/wp/kuenstlerische-ausgestaltung-des-neuen-gotteslob/), die mit Recht als obskur, also verdächtig zu nennen sind. Abgesehen vom durchgegenderten und ökumenisierten Text verwendet es nunmehr Zeichnungen mit der „Einladung innezuhalten, um unseren ganz persönlichen Assoziationen nachzugehen, die alle ihre Berechtigung haben“ (vgl. angegebenen link) – anstatt herkömmliche, eindeutig katholische Symbole. Wenn aber jede persönliche Assoziation ihre Berechtigung hat, können diese Zeichnungen – bereits rein logisch betrachtet – ihrerseits nicht konform mit einem Glaubenssystem (mit welchem erstmal auch immer) sein, da dieses denklogisch von vornherein bestimmte Assoziationen ausschließen muß, um überhaupt systematische Züge aufzuweisen. Mit der Gestaltung der Zeichnungen wird objektiv nicht mehr der katholische Glaube, sondern ein diffuses „anything goes“ vermittelt.

Oder um mit Pater Niklaus Pfluger zu sprechen: „Katholisch ist das nicht…“

Was hingegen katholisch ist, hat Pfarrer Milch einmal pointiert ausgedrückt:

„Darum muss die Welt uns hassen, weil wir im Angesicht der Welt als anmaßend gelten müssen. Wehe uns, wenn uns die Welt nicht für anmaßend halten muss! Wehe uns, wehe dir, wehe mir, wenn dich, wenn mich die Welt nicht hasst und wenn wir nicht ungeschützt vor dem Millionenhaufen der sinnlos Lebenden als Anmaßende und Hassenswerte verfolgt und gehasst werden“.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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