NRW-Wahl: Sogar die Polizei warnt vor der AfD (Berliner Kurier auf msn.com)

NRW-Wahl: Sogar die Polizei warnt vor der AfD

Wortgewaltig stellt sich die AfD als die wahre Partei der Inneren Sicherheit dar, verspricht mehr Polizisten, härtere Strafen, bessere Ausrüstung und höhere Entlohnung für Beamte. Doch nur wenige Tage vor der enorm wichtigen NRW-Wahl geht nun der wichtigste Interessenvertreter der Polizisten ungewöhnlich offensiv auf Distanz – und fordert seine Mitglieder ganz direkt auf, am Sonntag bloß kein Kreuz bei der Partei zu machen: „Die AfD ist nicht nur peinlich, sondern schlichtweg unwählbar.“Der Schritt von Arnold Plickert (60), dem NRW-Vorsitzenden und Vize-Bundeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), dürfte noch für Diskussionen sorgen. Denn die GdP, die allein in NRW 40000 Mitglieder zählt, hat in ihrer Satzung parteipolitische Unabhängigkeit verankert und sich der Neutralität verpflichtet.Der Aufruf zur Nicht-Wahl einer bestimmten Partei sei zwar in der Tat die absolute Ausnahme, so die GdP, aber er sei auch notwendig. Die Alternative für Deutschland leide unter einem gefährlichen „Realitätsverlust“, so Arnold Plickert.In der neuesten Ausgabe der GdP-Mitgliederzeitschrift „Deutsche Polizei“ wirft der frühere Hundertschaftsführer unter der Überschrift „Der Inneren Sicherheit eine Stimme geben“ der AfD ein reaktionäres Weltbild vor: „Wer sich ein Leben für Frauen nur an Heim und Herd vorstellen kann, wer Ausländer nur dann in Deutschland dulden will, wenn sie sich vorher bis zur Unkenntlichkeit assimilieren, wer heranwachsende Täter ausnahmslos nach dem Erwachsenenstrafrecht aburteilen will, weil er alles andere für Kuscheljustiz hält, und wer CO2 nicht als Klimakiller sieht, sondern als natürlichen Bestandteil des Lebens, leistet keinen Beitrag zur Lösung der Probleme, vor denen wir heute stehen.“Mag seine Einschätzung umstritten sein, so hat sie auf jeden Fall allerhöchste Aktualität, wie erst gestern ein Skandal im baden-württembergischen Landtag zeigte: Der AfD-Abgeordnete Rainer Podeswa (60) sorgte für Empörung, als er empfahl, sich im Kampf gegen den Klimawandel am „Hexenhammer“ zu orientieren. Dieses „europäische Standardwerk“ fasse alle Methoden zusammen, mit denen im 15. Jahrhundert in Ravensburg die Klimakatastrophe bekämpft worden sei, so Podeswa. „Damals wurden Hunderte Frauen verbrannt und damit das Klima gerettet.“ Seine Fraktion applaudierte ihm.

Grünen-Politikerin Martina Braun (57) empörte sich: „Das ist wirklich unglaublich.“ Das Werk gilt als Handbuch für „Hexenjäger“. Es gehört zu den frauenfeindlichsten Büchern der Weltliteratur.

http://www.msn.com/de-de/nachrichten/wahlen/nrw-wahl-sogar-die-polizei-warnt-vor-der-afd/ar-BBB2VGM?li=AAaxdRI&ocid=spartandhp

 

Wer noch seine wachen Sinne beieinander hat, erkennt doch recht schnell, dass mitnichten „sogar die Polizei“ vor der AfD warnt, sondern lediglich ein politisierender Funktionär einer DGB-Gewerkschaft sich (statutenwidrig) in den Wahlkampf einmischt. Im Gegensatz zur DDR hat die Polizei in einem demokratischen Gemeinwesen nämlich nicht die Aufgabe, „mit parteilichen Standpunkt“ die Bürger zu erziehen. (Noch) haben wir hier nicht die „Genossen der Volkspolizei“, die uns politisch überwachen, nicht wahr?

Zur „Hexenhammer“-Nachricht empfehle ich einen Blick auf https://spoekenkiekerei.wordpress.com/:

dpa, die AfD und der „Hexenhammer“

Dass die in zahllosen Medien verbreitete Meldung, wonach der baden-württembergische Landtagsabgeordnete Rainer Podeswa (AfD) im Plenum gefordert habe, zur Bekämpfung des Klimawandels (wahlweise: der Grünen) den mittelalterlichen „Hexenhammer“ und Hexenverbrennungen gefordert habe, ist längst als FakeNews des Monats entlarvt worden (die Profis von „Übermedien“ haben es hier erstklassig rekonstruiert). Der zwangsgebührenfinanzierte SWR, der gestern noch mit der gelogenen Schlagzeile „AfD-Abgeordneter empfiehlt Hexenhammer“ online hetzte, hat die Falschmeldung – wie manche andere Medien – einfach sang- und klanglos verschwinden lassen. In den Archiven des Wahrheitsministeriums müssen nun Sonderschichten gefahren werden, um das alles wieder glattzubügeln.

Die entscheidende Frage aber ist: Wie kam diese definitive, frei erfundene Falschmeldung eigentlich in die Welt?

Die Spur führt uns zu „Deutschen Presse-Agentur“, dpa. Deren Stuttgarter Landeskorrespondentin Julia Giertz schrieb am 11. Mai um 12.15 Uhr:

Stuttgart (dpa/lsw) – Für Befremden und Abscheu hat im Landtag eine Empfehlung des AfD-Abgeordneten Rainer Podeswa gesorgt, sich im Kampf gegen den Klimawandel am «Hexenhammer» zu orientieren. Dieses «europäische Standardwerk» fasse alle Methoden zusammen, mit denen im 15. Jahrhundert in Ravensburg die Klimakatastrophe bekämpft worden sei, sagte Podeswa am Donnerstag in Stuttgart. «Damals wurden Hunderte Frauen verbrannt und damit das Klima gerettet.» Seine Fraktion applaudierte ihm. Die ihm nachfolgende Grünen-Abgeordnete Martina Braun sagte dazu: «Das ist wirklich unglaublich.»

Diese Meldung steht in Nichts dem Handwerk nach, was früher im „Stürmer“ und der „Aktuellen Kamera“ vollbracht wurde: Moralische Überwölbung und Entrüstung, falscher Faktenkern, verkürzte Zitate und ein eskalierendes Empörungs-Zitat am Schluss. Gut 30 Minuten später wurde diese „Meldung“ erneut, diesmal bundesweit versandt. Es dauerte nun beinahe sieben Stunden, bis dpa um 18.52 Uhr eine Berichtigung sendete. Der Text wurde komplett umgeschrieben und die schöne Geschichte vom AfD-Mann, der den „Hexenhammer“ empfiehlt, fiel in sich zusammen wie ein Souflée. Kleinlaut schreibt dpa:

Der Leadsatz wurde neu gefasst und damit wird klargestellt, dass der AfD-Abgeordnete das Mittelalter-Buch nicht als Beispiel für die Klimapolitik empfiehlt.

Julia Giertz jedoch hatte da ihr Ziel schon längst erreicht: Ohne jede Faktengrundlage war ein politisch offenbar missliebiger Abgeordneter als „Hexenjäger“ öffentlich vernichtet worden. Sieben Stunden sind im Journalismus und besonders in der Online-Nachrichtenwelt eine halbe Ewigkeit. Und sie wurden bestmöglich genutzt.

Bemerkenswert ist ein weiteres Detail an diesem Vorgang: Die angeblichen Zitate, die dpa dem Abgeordneten in den Mund schob, waren für jeden Bürger (und Journalisten) frei zugänglich und nachprüfbar. Sie sollen nämlich in einer öffentlichen Landtagsdebatte gefallen sein. Frage: Wie groß müssen Dilettantismus, Obsession und Hass in der dpa eigentlich sein, dass solche massiven Fälschungen selbst bei öffentlich nachprüfbaren Quellen versucht werden?

Vielleicht wollen Bürger einfach mal die Autorin direkt fragen. Erreichbar ist sie unter giertz.julia@dpa.com. Natürlich höflich und zuvorkommend.

https://spoekenkiekerei.wordpress.com/2017/05/12/dpa-die-afd-und-der-hexenhammer/

Advertisements

Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaftsumgestaltung/Social Engineering, Globale System-Transformation, Staats(nahe) Formung der öff. Meinung abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: