Doppelte Weihe (stmarcelinitiative.com)

Eleison-Kommentare

von Seiner Exzellenz Bischof Richard Williamson

Doppelte Weihe

 

Und mag das Fundament der Welt auch nach und nach entschwinden
Wir werden weiterhin von Unserer Jungfrau Wundern künden.

Als Kommentar zu den zwei Weihen, die nächste Woche in Vienna, Virginia an der Ostküste der USA stattfinden sollen – der Weihe eines neuen Bischofs sowie derjenigen Russlands -, wollen wir hier das Zeugnis eines brasilianischen Lesers dieser „Kommentare“ wiedergeben. Er bettet die Weihen vom 11. und 12. Mai in den Kontext der Krise ein, in der die Welt und die Kirche heute stecken. Dieser Kontext misst den Weihen weder zu viel noch zu wenig Bedeutung bei, beleuchtet jedoch die zentrale Rolle, die das Unbefleckte Herz Mariä in beiden Fällen spielt. Unser brasilianischer Leser schreibt:

In Ihren „Kommentaren“ verweisen Sie immer wieder auf alle fünfzehn Mysterien des Heiligen Rosenkranzes. In den dreissiger Jahren schrieb Schwester Lucia von Fatima, wenn andere Nationen so wie Portugal feierlich dem Unbefleckten Herzen Mariä geweiht würden, werde „der Himmel ihnen ebenso grosse oder selbst noch grössere Gnaden gewähren.“ Gott wünscht offenbar, die Nationen der Welt durch das Herz Mariä zu retten, und wer immer das erkennen kann, dem ist eine besondere Gnade Gottes zuteil geworden. Doch welche andere Nation ausser Portugal hat mit all ihren Bischöfen eine solche Weihe vollzogen? Ich weiss von keiner.

Obwohl die meisten Menschen sich die Wunder des Unbefleckten Herzens nicht zunutze machen, geruht die Heilige Jungfrau immer noch, einfachen Laien ihren Segen zuteil werden zu lassen, wie wir in dem Teil Brasiliens, wo ich lebe, bezeugen können. Im Jahre 2011 wurde unsere Kapelle dem Unbefleckten Herzen geweiht, und an der Wand wurde eine Kette angebracht, als Symbol dafür, dass wir unsere Kapelle unlösbar mit der Gesegneten Jungfrau verbinden. Insbesondere begehen wir schon seit einigen Jahren die fünf ersten Samstage. Wenn wir keine Messe haben, tun wir das, was wir mit einem Rosenkranz tun können: Geistige Kommunion, die fünfzehnminütige Meditation über die Mysterien des Rosenkranzes und einen Akt der Busse gegenüber dem Unbefleckten Herzen, wie unsere Liebe Frau es uns geboten hat.

Ihr Rosenkranz, alle fünfzehn Mysterien, wird seit 2012 tagtäglich vor dem Heiligen Sakrament von der einen oder anderen Gruppe von uns gebetet, und die zahllosen Gnaden, die uns zuteil wurden, sind kaum glaublich. Diese Verehrung des Rosenkranzes und die Begehung der ersten fünf Samstage sind Gott sehr teuer, auch in unseren verworfenen Tagen. Sie sind das Licht in unserer Zeit der Finsternis und der Apostasie. Wir müssen den Rosenkranz beten, den gesamten Hintergrund der Erscheinung von Fatima erforschen und das, was wir dabei lernen, auf unser eigenes Leben und in Gruppen des „Widerstands“ anwenden.

Angesichts der Schwierigkeit, in einer liberalen Welt ohne Christus zu leben, in Anbetracht dessen, dass die Revolution die Festung der Tradition zerstört, die die Priesterbruderschaft St. Pius X. einmal war, und im Hinblick auf unsere eigene grosse Not und unsere zahlreichen Sünden wäre es keine Übertreibung zu sagen, dass wir dank dem Rosenkranz und den Ersten Samstagen eine Miniatur-Christenheit aufrechterhalten, eine katholische Gruppe mit einer katholischen Atmosphäre, mit guten Freunden und einer soliden, sowohl antiliberalen als auch konterrevolutionären Schulung in der Doktrin. Wir haben selbstverständlich unsere menschlichen Probleme, empfangen aber viele Gnaden vom Unbefleckten Herzen. Dank den täglichen fünfzehn Mysterien sind wir Zeugen der Wunder, welche die Gesegnete Jungfrau in einem Menschen, einer kleinen oder grossen Stadt, ja sogar einem Land bewirkt. Gesegnet sei der Rosenkranz der Jungfrau Maria!

Dieser Brief aus Brasilien veranschaulicht die Grösse und die Kleinheit der Weihen, die nächste Woche stattfinden werden. Ihre Kleinheit liegt darin, dass sie dabei helfen, in einer Welt, die dem Teufel überantwortet wurde, auf bescheidenster Ebene Leuchttürme des Christentums zu bewahren. Solche Leuchttürme kann es überall geben, und sie sind überall unendlich wertvoll, weil eine unendliche Grösse in jedem Beitrag dazu liegt, Seelen für alle Ewigkeit zu retten. Und unser besonderer Dank für die beiden kommenden Weihen gilt dem Unbefleckten Herzen der Gesegneten Jungfrau Maria.

Kyrie eleison.

 

Eine aussagekräftige Schilderung neurotischen Bunker-Denkens, passend zu den „Tradistan-Erzählungen“…

Fast hat es den Anschein, als überwucherten die Fatima-Verkündigungen in den zersplitterten Klein- bis Kleinstgruppen des sog. „Widerstands“ langsam sogar das Evangelium und mutieren zum esoterischen Geheimwissen („den gesamten Hintergrund der Erscheinung von Fatima erforschen und das, was wir dabei lernen, auf unser eigenes Leben und in Gruppen des „Widerstands“ anwenden„).

Wenn man sich bewußt vom kirchlichen Lehramt abkapselt und gleichsam „auf eigene Faust“ in der Fatima-Erscheinung herumforscht, begibt man sich freiwillig in eine Art „Echokammer“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Filterblase), in welcher keine (u.U. deeskalierende) Signale „von außen“ eindringen können. Derart abgeschirmt, entwickelt sich psychologisch regelmäßig der paranoide Ausnahmezustand: Man sieht sich  dann „in einer Welt, die dem Teufel überantwortet wurde“.

Die trotz allen Verleumdungen fest in der Kirche, ihrer Tradition und der Realität verankerte Priesterbruderschaft verweigert sich dem apokalyptischen Showdown samt endzeitlichen Untergangsphantasien und wird, innerhalb der gestörten Wahrnehmung dann durchaus konsequent, kurzerhand komplett abgeschrieben („die Festung der Tradition zerstört„).

Das Ergebnis ist dann die (unfreiwillig komisch) als „eine Miniatur-Christenheit“ bezeichnete, immer kleiner und immer „reiner“ werdende Sekte, der niemand mehr etwas zu sagen hat.

Wie Pater Niklaus Pfluger einmal skizzierte: jeder sein eigener Generaloberer, jeder sein eigener Papst…

 

 

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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2 Antworten zu Doppelte Weihe (stmarcelinitiative.com)

  1. Neukatholikin schreibt:

    Ich erzähle keine Anekdoten mehr, denn eigentlich ist das ja medisieren, und das soll man nicht. Bezüglich des sogenannten „Widerstands“: Wir sind ja doch nicht auf der Welt, um uns zu freuen, dass wir gerettet sind und die anderen nicht. Wie hiessen die Leute doch gleich, die das machten? Pharisäer? …

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    • Präzise darauf kommt es mir an, dies möchte ich in der Rubrik Durchs wilde Tradistan aufzeigen. Kein lästern über die Unzulänglichkeiten anderer -da hat ja jeder selbst sein Päckchen zu tragen 😉

      Ich möchte vor der gefährlichen Tendenz des Sektierertums warnen. Man hat den Glauben, setzt ihn um, tut gute Werke, fastet, gibt Almosen. Dies schreibt man aber nicht korrekterweise der unverdienten Gnade zu, sondern – sich selbst. Man wird stolz und beginnt, auf „die anderen“ herabzusehen, wirft sich selbstherrlich zum Richter über deren Glauben oder Unglauben auf. Beckmesserisch prüft man – ohne ausreichende Informationen – die Handlungsweise des Generaloberen der FSSPX, senkt selbstgefällig über ein renommiertes Kloster der Tradition den Daumen.
      Diese phärisäische Einstellung gilt es zu bekämpfen – nicht die Menschen, keine Frage.

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