„Tröstet euren Gott!“ (http://petrusbruderschaft.de/media/Infoblaetter/alte_Ausgaben/2017_05.pdf)

Informationsblatt

der Priesterbruderschaft St. Petrus

Mai 2017

Tröstet euren Gott!“

Ich wartete, ob jemand Mitleid mit mir hätte, und es fand sich keiner; ob einer Trost spenden würde, doch ich fand keinen. (Ps 69,21)

P. GREGOR PAL FSSP

 

Welches Kind eilt nicht sofort zu der eigenen Mutter, will sie umarmen und trösten, wenn es sie traurig sieht? Legen wir diese Worte aus dem Buch der Psalmen unserem Heiland in den Mund, wer möchte dann nicht sofort Christus Beistand leisten, zu Ihm eilen und Ihn trösten, wenn man Ihn so allein und Blut schwitzend im Ölgarten sehen muss? Damals hat der göttliche Heiland in qualvollen Augenblicken all die Beleidigungen, die herzlose Missachtung und Ignoranz unserer Zeit gegenüber seiner unendlichen Liebe vor Augen gehabt. Doch dieser Ruf nach Trost erging erneut an uns Menschen, erst im vergangenen Jahrhundert konnte man ihn wieder hören. Zuerst war es der Engel gewesen und dann die allerseligste Gottesmutter Maria, die bei den Erscheinungen von Fatima den Aufruf, Gott zu trösten, immer wieder aussprachen. Es sollten diese drei kleinen Kinder sein, die der Welt zeigen durften, wie man Gott trösten kann.

Was haben Kinder im Alter von zehn, neun und sieben Jahren den gebildeten und erfahrenen Erwachsenen voraus, dass sich der Himmel gerade an sie wenden will? Kinder sind in ihrer Art anspruchslos, arglos, voll Staunen und Vertrauen, und ihr Blick ist frei von den Zweifeln dieser Welt. Diese drei Kinder glaubten dem Engel und sie vertrauten ihrer himmlischen Mutter ohne ein Wenn und ohne das Aber. Die Behörden und viele der Erwachsenen hatten dagegen von den Kindern ein Zeichen vom Himmel verlangt, während sie doch ohne ein Solches ausgekommen waren. Kein Wunder also, dass diese Kinder auf den Fotografien immer ein so ernstes Gesicht zeigen … Zunächst aber bewahren die Kinder über die drei Erscheinungen des Engels noch gemeinsames Stillschweigen. Sie nutzen jetzt jede Gelegenheit, um kleine Opfer zur Sühne für die Sünder zu bringen, denn was der Himmel Lúcia, Francisco und Jacinta aufgetragen hatte, das prägte sich tief in diese Kinderherzen ein: Sie wollen Gott trösten. „Sühnt ihre Sünden und tröstet euren Gott“, hatte der Engel bei der 3. Erscheinung zu den Kindern gesagt. Das hatte den kleinen Francisco ergriffen und so sagte er zu Jacinta und Lúcia: „Ich möchte den Heiland trösten und dann die Sünder bekehren, damit sie ihn nicht mehr beleidigen!“ Daraufhin trösten sie Gott gemeinsam durch all die möglichen kleinen Opfer im Alltag. Sie lassen keine Gelegenheit mehr ungenutzt. Aus jedem Schmerz machen sie ein Opfer, um Gott zu trösten. Einmal pflückte Jacinta Kräuter und erwischte dabei versehentlich einige Brennnesseln, die sie stachen. Als sie den Schmerz fühlte, presste sie diese noch stärker in den Händen zusammen und sagte: „Schaut! Wieder etwas, womit wir Buße tun können!“ Die Kinder gewöhnten es sich nun an, Gott auch auf diese Weise ein Opfer anbieten zu können. Aber auch durch das Gebet wollten sie Gott trösten, nicht durch irgend ein Gebet, sondern durch das Gebet, das ihnen der Himmel in den Erscheinungen ans Herz gelegt hatte. Es ist das Rosenkranzgebet. Der Engel hatte sie auf dieses Gebet vorbereitet und die himmlische Mutter hatte es ihnen gelehrt. Bei jeder der sechs Erscheinungen wünschte sich die Gottesmutter von den Kindern, dass sie täglich den Rosenkranz beten sollten.

Als die Muttergottes am 13. Juli 1917 den Kindern zum vierten Mal erschien, offenbarte sie ihnen das Gebet „O mein Jesus …“ und bat, es nach jedem Gesetz des Rosenkranzes zu beten. Bei der sechsten Erscheinung am 13. Oktober 1917 hat sie sich dann selber als „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“ zu erkennen gegeben. Und dieser Wunsch des Himmels fasste Wurzel in den Herzen dieser Kinder wie der Same auf fruchtbarem Erdreich. Oft opfern die drei Kinder ihre Zeit zum Spielen auf, um den Rosenkranz zu beten. Freilich hatten sie ihn bereits vor den Erscheinungen gebetet, aber dabei immer das „Gegrüßet seist du Maria“ auf die zwei Worte „Ave Maria“ verkürzt. Nun beteten sie nicht mehr nur die zehn „Ave Maria“, sondern sprachen den Gruß an Maria vollständig aus! Jahre später sagt Schwester Lúcia: „Es gibt deshalb kein Problem, sei es im geistlichen oder im mehr weltlichen Bereich, … das wir nicht durch das Rosenkranzgebet lösen könnten. Mit dem heiligen Rosenkranz werden wir uns retten, heiligen, unseren Herrn trösten und das Heil vieler Seelen erlangen.“ Auf welche Weise könnten wir also Gott mehr Freude bereiten, ihn mehr trösten bei all den Beleidigungen unserer Zeit, als mit diesem Opfergeist die Widrigkeiten in unserem Alltag hinzunehmen und für Gott zu erdulden, so wie die Kinder von Fatima es uns vorlebten? Mit welchen Worten können wir Gott besser Trost zusprechen, als mit den Worten der himmlischen Gottesmutter im Rosenkranzgebet? Kardinal Josef Ratzinger sagte am Deutschen Katholikentag 1984: „Die Worte, die wir betend sprechen, sind Worte des Engels, Worte des Heiligen Geistes (…). Das Neue am Rosenkranz ist eigentlich nur, dass wir bei diesen Worten verweilen; dass wir sie wiederholen, weil die großen Dinge durch Wiederholen nicht langweilig werden. Nur das Belanglose braucht die Abwechslung“.

Bevor Jacinta am 1. Juli 1919 in das Krankenhaus von Vila Nova de Ourém eingeliefert wurde, sagte sie zu Lúcia: „Es dauert nicht mehr lange, bis ich in den Himmel gehe. Du bleibst hier, um den Menschen zu sagen, dass Gott die Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariens in der Welt fest begründen will.“ Lúcia, Francisco und Jacinta hatten im Unbefleckten Herzen Mariens die Tür zum Himmel finden dürfen. Der Schlüssel zu dieser Tür war ihnen im Rosenkranzgebet in die Hände gelegt worden. Diese drei Kinder von Fatima haben diesen Schlüssel verwendet, haben uns gezeigt, wie gut er aufschließen kann. So wollen auch wir an das unbefleckte Herz Mariens herantreten, als Schlüssel in den Händen den Rosenkranz und im Herzen die Opferbereitschaft für die Sünder.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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