Christliche Erziehung der Jugend (http://petrusbruderschaft.de/media/Infoblaetter/alte_Ausgaben/2017_05.pdf)

Informationsblatt

der Priesterbruderschaft St. Petrus

Mai 2017

Christliche Erziehung der Jugend

Eigentliches und unmittelbares Ziel der christlichen Erziehung ist die Mitwirkung mit der Gnade Gottes bei der Bildung des wahren und vollkommenen Christen.  

THOMAS JOCHER

 

Für mich, einen achtfachen katholischen Familienvater, für den es selbstverständlich war, die schulische Laufbahn der eigenen Kinder aufmerksam zu begleiten, gab es im Hinblick auf den Schulalltag meiner eigenen Kinder immer wieder Anlass für wachsendes Unbehagen. Mich bewegten viele Fragen: Welche Prägung durch Lehrkräfte und Mitschüler erfährt mein Kind tagtäglich neben der Vermittlung der eigentlichen Lerninhalte? Darf ich mich damit zufriedengeben, dass mein Kind zuhause einigermaßen „funktioniert“, auf dem Weg zur Schule jedoch in eine ganz andere Rolle schlüpft, eine Rolle, die es ihm ermöglicht, vor den gleichaltrigen Mitschülern zu bestehen, dazuzugehören, nicht eine Außenseiterrolle einnehmen zu müssen? – Um dann auf dem Heimweg wieder die Rolle einzunehmen, in der es zuhause in der Familie nicht aneckt? Verfügt mein Kind eigentlich bereits über die notwendige Stärke und Festigkeit, um frei von Menschenfurcht in dieser weitgehend glaubensfreien Welt zu bestehen?

Gerade mit Blick auf Mt 12,30 wollte ich mich nicht damit abfinden, meine mir von Gott anvertrauten Kinder in eine glaubensfreie, staatlich gelenkte Obhut geben zu müssen. So forschte ich nach, welche Handreichung das Lehramt der Kirche für Eltern bereithält. Im KKK (Katechismus der Katholischen Kirche) wird im Artikel 2229 auf die Pflicht der Eltern hingewiesen, bei der Wahl der Schule darauf zu achten, solche Schulen zu wählen, die den Eltern auch bei der religiösen Erziehung Unterstützung bieten. Äußerst hilfreich war mir die Enzyklika „Divini illius magistri“ – „Über die christliche Erziehung der Jugend“ von Papst Pius XI., die dieser mutige Papst quasi am Vorabend der Machtergreifung Hitlers, am 31. Dez. 1929 veröffentlicht hat. Bereits in der Einleitung stellt Papst Pius XI. klar, „dass es keine wahre Erziehung geben kann, die nicht ganz auf das letzte Ziel hin gerichtet ist“. Papst Pius XI. findet deutliche Worte, so auch, wenn er ausführt: „Denn die bloße Tatsache, dass an einer Schule Religionsunterricht erteilt wird, stellt sie noch nicht in Übereinstimmung mit den Rechten der Kirche und der christlichen Familie und gibt ihr noch nicht die nötige Eignung für den Besuch durch katholische Kinder. Dafür ist notwendig, dass der ganze Unterricht und Aufbau der Schule: Lehrer, Schulordnung und Schulbücher in allen Fächern unter Leitung und mütterlicher Aufsicht der Kirche von christlichem Geist beherrscht sind, so dass die Religion in Wahrheit die Grundlage und Krönung des ganzen Erziehungswerkes in allen seinen Abstufungen darstellt …“

Letztendlich geht es darum, dass das Vorrecht der Erziehung bei den Eltern liegt und der Schule bestenfalls eine subsidiäre Aufgabe zukommt. Eltern brauchen demzufolge eine Schule, die ein zuverlässiger Partner ist, wenn es darum geht, den Kindern das Rüstzeug zu geben, das sie befähigt, den guten Kampf zu kämpfen.

Seit dem Jahre 2009 gibt es, eingebettet in die malerische Hügellandschaft des Naturparks Südschwarzwald bei Unteralpfen, einem zu Albbruck gehörenden Ortsteil, eine Internatsschule, die diesem Anspruch gerecht werden möchte. Das Collegium Musicum – Private Europäische Musikrealschule (CM) steht für ein christlich-abendländisches Bildungskonzept, das den jungen Menschen mit seinem Bedürfnis nach Individualität, Vertrauen, Glauben, Selbstverantwortung und Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellt.

Der Erziehungsstil am CM wird vornehmlich durch die Präventivpädagogik des hl. Don Bosco und durch die Erziehungsmethode des klassischen Pfadfindertums nach Lord Robert Baden-Powell sowie P. Jacques Sevin geprägt. Im schulischen Bereich kommen wesentliche Elemente aus der Bildungskonzeption des Marchtaler Plans zum Tragen, der sich von anderen Reformmodellen in erster Linie durch seine christliche Perspektive unterscheidet. Das Lernen findet in drei Kursen statt, die sich jeweils aus zwei Jahrgängen zusammensetzen. In verschiedenen projektartigen Einheiten werden Lerninhalte fächer- und jahrgangsübergreifend miteinander vernetzt. So lernen die Jugendlichen nicht nur Fakten, sondern auch und vor allem Zusammenhänge. Durch entsprechende Anleitung entdecken sie auch die soziale, ethische, personale und religiöse Dimension der Lerninhalte. Um dem jungen Menschen die harmonische Entfaltung seiner körperlichen, moralischen und geistigen Anlagen zu ermöglichen, bedarf es einer individuellen Förderung. Daher findet der Unterricht am CM vornehmlich in Kleingruppen statt. Die Schüler werden zu planmäßigem und strukturiertem Lernen angehalten und erfahren so beständige Ermutigung und Bestärkung in ihren Fähigkeiten.

Zur musischen Bildung gehört, dass jeder Schüler mindestens ein Instrument erlernt. Ebenfalls obligatorisch ist der Einzelunterricht in Stimmbildung und Sprecherziehung. Das Musikprofil ist wesentlich gekennzeichnet durch das vokale Musizieren, vorzugsweise in Chor und Schola. Dabei schöpfen die Verantwortlichen vor allem aus dem reichen Schatz der „musica sacra“. So werden die jungen Männer selbstverständlich auch in die Praxis des „Gregorianischen Chorals“ eingeführt. Darüber hinaus erleben die jungen Künstler die Freude am gemeinsamen Musizieren in verschiedenen instrumentalen Ensembles. Die täglichen Übungsstunden sind betreut und fest in den persönlichen Tagesplan integriert. Ergänzt wird das reichhaltige musische Angebot durch „Bildende Kunst“ und Theaterspiel.

Die Aufnahmebedingungen und Kosten des Collegiums: Der Übertritt an das CM ist ab der 5. Jahrgangsstufe möglich. Voraussetzung ist, dass sowohl die Eltern als auch das Kind das Bildungsideal und die Erziehungsprinzipien der Schule bejahen.

Zur Aufnahme in die ersten beiden Jahrgangsstufen sind keine Vorkenntnisse auf einem Instrument notwendig. Wichtiger Bestandteil des Aufnahmeverfahrens ist die Teilnahme an einem mehrtägigen „Schnupperunterricht“. Um zu vermeiden, dass Eltern hinsichtlich der zu erwartenden Kosten vorschnell von der Anmeldung ihrer Kinder Abstand nehmen, bemüht sich der Schulträger bei der Festlegung des Schul- und Internats- bzw. Tagesheimbeitrags um eine auf die Situation der Familie zugeschnittene Lösung. Unter Umständen kann auch ein Stipendium vermittelt werden. Mit der staatlichen Abschlussprüfung der „Mittleren Reife“ beenden die Schüler des CM die 10. Jahrgangsstufe. Schüler mit „Mittlerer Reife können sich über einen anerkannten Fernlehrgang am CM auch auf die Abiturprüfung vorbereiten. Betreut werden die Schüler dabei von den entsprechenden Fachlehrern des CM. Die teilnehmenden Schüler schätzen besonders die christlich familiäre Atmosphäre, die ihnen ermöglicht, sich konzentriert und zielstrebig auf das Abitur vorzubereiten.

Die Seelsorge am CM: Die Bildungskonzeption des Marchtaler Plans leitet dazu an, alle Lebens- und Lernbereiche im Lichte eines lebendigen Christentums zu verstehen. Ganz in diesem Sinne beruft sich das CM auf den Erziehungs- und Bildungsauftrag der Kirche. Im Einklang mit dem Elternhaus bietet das CM den Jugendlichen eine katholisch geprägte Erziehung mit einem altersgemäßen geistlichen Angebot. Das liturgische Jahr wird in seinem ganzen Reichtum bewusst und lebendig mitvollzogen. Seelsorgerliche Unterstützung erhalten die Verantwortlichen des CM dabei aus dem Kloster Maria Bronnen (und quasi grenzüberschreitend aus der Niederlassung der Petrusbruderschaft in Thalwil/ Schweiz. Nach längerer segensreicher Tätigkeit am CM wurde Ende Februar H. H. Pater Alexander Metz von H. H. Pater Markus Schmidt als Schulseelsorger abgelöst, der vorerst an drei Wochentagen am CM zum Einsatz kommt: die hl. Messe feiert, Katechesen hält und nach dem Vorbild des hl. Don Bosco auch bei der Internatserziehung mitwirkt.

Tragen helfen: Träger der Schule ist der gemeinnützige Verein Schulwerk Collegium Musicum e.V. Ein Werk, wie es der Aufbau und der Unterhalt einer katholischen Schule darstellen, kann jedoch ohne Unterstützung durch Gebet und finanzielle Opfer nicht gelingen. Lassen auch Sie sich ansprechen und werden Sie ein Freund und Wohltäter des Collegium Musicum. Eine große Hilfe wäre für uns auch, wenn wir weitere Mitarbeiter für Schule und Internat gewinnen könnten. Aktuell sind wir z. B. auf der Suche nach einer Gymnasiallehrkraft, die bereit wäre, die Schulleitung zu übernehmen.

Unterstützen Sie uns!

Verein zur Förderung musischer Bildung e.V.

Spendenkonto Deutschland

Sparkasse Ulm

IBAN: DE07 6305 0000 0021 1291 59

SWIFT/BIC: SOLADES1ULM

Spendenkonto Schweiz:

Aargauische Kantonalbank

IBAN: CH07 0076 1016 1247 5562 9

SWIFT/BIC: KBAGCH22

 

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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