„Wir sind nicht Burka“ (dw.com)

„Wir sind nicht Burka“

Bundesinnenminister de Maizière hat einen Zehn-Punkte-Katalog für eine deutsche Leitkultur vorgelegt. Wer diese nicht kenne oder gar ablehne, dem werde „Integration wohl kaum gelingen“, betont der Christdemokrat.

„Ich will mit einigen Thesen zu einer Diskussion einladen über eine Leitkultur für Deutschland“, schreibt Thomas de Maizière in einem Gastbeitrag für die Zeitung „Bild am Sonntag“. Wer sich seiner eigenen Kultur sicher sei, sei stark, glaubt der deutsche Innenminister. Über allem stehe auf jeden Fall die Wahrung der Menschenwürde.

De Maizière führt insgesamt zehn Punkte auf, die seiner Auffassung nach Teil einer deutschen Leitkultur sind – etwa soziale Gewohnheiten: In Deutschland gebe man sich zur Begrüßung die Hand, zeige sein Gesicht und nenne seinen Namen. „Wir sind nicht Burka“, betont der CDU-Politiker. Zur Leitkultur gehörten zudem Allgemeinbildung, der Leistungsgedanke, das Erbe der deutschen Geschichte mit dem besonderen Verhältnis zu Israel und der kulturelle Reichtum.

Religion als „Kitt der Gesellschaft“

„Unser Land ist christlich geprägt. Wir leben im religiösen Frieden. Und die Grundlage dafür ist der unbedingte Vorrang des Rechts über alle religiösen Regeln im staatlichen und gesellschaftlichen Zusammenleben“, so der gläubige Protestant weiter. Religion sei hierzulande „Kitt und nicht Keil der Gesellschaft“. Dafür stünden in der Bundesrepublik „die Kirchen mit ihrem unermüdlichen Einsatz für die Gesellschaft“.

Ulmer Münster (picture-alliance/Carsten Schmidt) Deutschland – „christlich geprägt“

Auch einen „aufgeklärten Patriotismus“ zählt der Christdemokrat zur deutschen Leitkultur. Ein solcher Patriot liebe sein Land ohne andere zu hassen. Schließlich seien auch die Westbindung Deutschlands, sein Bekenntnis zu Europa sowie ein gemeinsames kollektives Gedächtnis für Orte, Ereignisse und Traditionen Teil der Leitkultur. Kritik am Begriff Leitkultur wies de Maizière zurück. Stärke und innere Sicherheit der eigenen Kultur führe zu Toleranz gegenüber anderen, schreibt er.

„Unsere ausgestreckte Hand“

Allen, die ins Land kommen und bleiben dürfen, „reichen wir unsere ausgestreckte Hand“, versichert der Innenminister. Doch wer die Leitkultur nicht kenne, vielleicht nicht kennen wolle oder gar ablehne, dem werde „Integration wohl kaum gelingen. Denn zugehörig werden sie sich nicht fühlen ohne Kenntnis und jedenfalls Achtung unserer Leitkultur.“

wa/kle (dpa, kna)

http://www.dw.com/de/wir-sind-nicht-burka/a-38643741

Gilt im Regierungsalltag ein dubioser humanitärer Imperativ, der zur unkontrollierten Masseninvasion des Gemeinwesens führte, darf in der Vorwahlzeit der Innenminister den kernigen Hardliner geben, um neben den (vor Kraft kaum laufen könnenden) CSU-Granden Sie-wissen-schon-wem Stimmen abzujagen. Dass dieser treudeutsche Recke durch die sinistre Kanzlerin mittels eines Herrn Altmaier beim Flüchtlingsdesaster öffentlich ent-eiert wurde, wird der depperte Wähler inzwischen nach dem Kölner Parteitag von Sie-wissen-schon-wem ja hoffentlich vergessen haben.

Um den rudimentären Sprachkenntnissen „derer, die noch nicht so lange hier sind“ und dem immer infantileren Sprachgebrauch „derjenigen, die schon länger hier sind“ gerecht zu werden, spricht er im perfekten Neudeutsch: „Wir sind nicht Burka!“.

Und Papst sind wir bekannter Maßen auch nicht mehr.

Was sind wir denn?

Wenn das schlichte Wahlkampfmätzchen verfangen sollte, jedenfalls eines: Blöd.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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Eine Antwort zu „Wir sind nicht Burka“ (dw.com)

  1. francomacorisano schreibt:

    Die Misere schwätzt nur von „Deutscher Leitkultur„, weil er Angst hat, dass die CDU die Stimmen von Konservativen an die AfD verlieren könnte. Nach der Wahl gilt wieder Bundesmuttis Wort, dass „zum Deutschen Volk alle gehören, die hier leben„.
    Er und seine Chefin sind widerliche Volksverräter!

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