Interview von P. Gerstle, FSSP (summorum-pontificum.de)

26. April 2017

Bild: privat, auf katholisch.de

P. Bernhard Gerstle FSSP

In einem Interview mit katholisch.de hat sich der deutsche Distriktsobere der Petrusbruderschaft, P. Bernhard Gerstle, am 24. April zur Stellung der Bruderschaft in der Kirche und zur möglicherweise innerhalb eines Jahres bevorstehenden Rückkehr der Piusbruderschaft in die volle Einheit mit Rom geäußert.

Befragt auf Unterschiede gegenüber der Piusbruderschaft verwies P. Gerstle mehrfach darauf, daß es in der FSSPX verschiedene Fraktionen gebe, von denen einige „das zweite Vatikanische Konzil weitgehend ablehnen … und manche sogar die Gültigkeit der neuen Liturgie bezweifeln“. Die Position der Bruderschaft beschrieb er demgegenüber so:

Die Petrusbruderschaft hingegen hat sich auf ein vorbehaltloses Studium der Konzilstexte eingelassen und ist zur Überzeugung gelangt, dass kein Bruch zu früheren Lehraussagen vorliegt. Allerdings sind manche Texte so formuliert sind, dass sie zu Missverständnissen Anlass geben. Hier sind aber inzwischen vonseiten Roms entsprechende Klärungen erfolgt, welche auch die Piusbruderschaft anerkennen sollte.

Auf die Frage, ob die Petrusbruderschaft sich als „Traditionalistisch“ betrachte, antwortete der Disktriktsobere:

Den Begriff höre ich überhaupt nicht gerne. Wir sind keine „Traditionalisten“, sondern einfach katholisch. Und als Katholiken schätzen wir die Tradition. Aber nicht in einer Weise, dass wir uns vollständig gegen organische Anpassungen und Veränderungen sperren. (Unser Kernanliegen ist) die Feier der Liturgie in der außerordentlichen lateinischen Form. Das Bemühen um eine würdige Feier der heiligen Messe in Verbindung mit einer glaubenstreuen Verkündigung ist ein wichtiger Dienst im Sinne der Kirche. Die Sorge um das Heil der Seelen, wie dies auch immer wieder Papst Franziskus betont, muss unser wesentliches Kernanliegen sein. Wir müssen den Menschen wieder vermitteln, dass es letztlich um das ewige Leben geht, das sich hier auf Erden entscheidet. Gerade die Botschaft von Fatima, wo die heilige Gottesmutter vor hundert Jahren erschienen ist, sollte in diesem Sinne den Menschen in Erinnerung gerufen werden. Die Letzten Dinge sind in den vergangenen Jahrzehnten zugunsten eher zweitrangiger Themen leider sehr in den Hintergrund gerückt worden, sodass viele Christen nicht mehr wissen, um was es eigentlich in diesem Leben geht. Das hat zu einer Verharmlosung der Sünde und zum weitgehenden Verlust der Beichtpraxis geführt.

Eine weitergehende Einschätzung der kirchenpolitischen Entwicklung, die zu dieser hochgradigen Säkularisierung geführt hat, oder gar zu den sich daraus ergebenden Konsequenzen, versagt sich der insgesamt höchst diplomatisch formulierende Obere – vermutlich mit guten Gründen. Sie erscheint auch an dieser Stelle und zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt erforderlich. Wir empfehlen die Lektüre des ganzen Textes, der zweifellos ein zutreffendes Stimmungsbild von der FSSP in Deutschland gibt.

Das Photo von P. Gerstle entnehmen wir dem zitierten Interview auf katholisch.de.

http://www.summorum-pontificum.de/

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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