Wenn Sie ein offenes Wort vertragen…

scheinen mir Teile der antiglobalistischen Strömung, die sich in diesem Land gegen die von einem einheitlich agierenden Parteienkartell umgesetzte, allgegenwärtige Systemtransformation wendet, doch erkennbar in sektiererische bzw. grenzwertige Bereiche abzudriften.

Die aktuelle Situation in der AfD lenkt den Blick auf die überdehnte Spannbreite der antiglobalistischen Opposition in Deutschland. Offen bleibt, ob man eine politische Kraft zu organisieren vermag, die neben der konservativ-liberalen Klientel auch einen (wie weit?) nach rechts ausgreifenden Flügel integriert und trotzdem wählerwirksam die bürgerliche Mitte anspricht. Begriffe wie „Alternative zum System“, „Systemparteien“ und „völkisch“ verschrecken die Mitte, in der – nach wie vor – Wahlen gewonnen werden. Diese Begrifflichkeit trifft – für das geschulte Ohr klar erkennbar – den Tonfall der um bürgerliche Seriösität bemühten „Mußgnug“-NPD der 70er und 80er Jahre. Wer das Gedankengut der NPD und ihre Parolen vertritt, wird jedoch auch deren Wahlergebnisse einfahren.

Unterstützt wird diese Strömung in und um die AfD auch durch Stimmen im Internet, welche einen raffinierten Mix aus realistischen Einschätzungen, durchaus berechtigter Kritik am politischen bzw. kirchlichen Führungspersonal und tumber antikirchlicher Agitation gegen „die Pfaffen“ mit irrationalen „Durchgreif-Phantasien“ proklamieren. Als christlicher Demokrat kritisiere ich scharf die Bildung eines informellen, aber höchst realen Parteienkartells, welches mein Land mittels verborgener Schachzüge und verlogener Propaganda schleichend umgestaltet.

Gleichzeitig trennt mich aber ein tiefer, nicht zu überbrückender Graben von Personen, welche beispielsweise ernsthaft Bundeskanzlerin Merkel mit Adolf Hitler auf eine Stufe stellen. Wer dies proklamiert, diskreditiert den berechtigten Widerstand gegen die Transformation unseres Gemeinwesens als den pauschal nicht ernst zu nehmenden Amoklauf irregeleiteter Fanatiker und betreibt objektiv das Geschäft der Globalisierer. Wer offensichtlich verblendete und ihren kirchlichen Leitungsaufgaben nicht nachkommende politisierende Bischöfe als „Diener Satans“ und „Handlanger des Teufels“ (https://michael-mannheimer.net/2017/04/21/unfassbar-koelner-kirchen-beten-gegen-die-afd/) bezeichnet, hat sich für mich aus dem rationalen Diskurs verabschiedet und wird höchstens noch als verschrobener Sektierer mit gestörtem Wahrnehmungsvermögen wahrgenommen werden.

Gleiches gilt meines Erachtens auch für postpubertäre Allmachtsfantasien:

Gut gebrüllt, Löwe Meuthen

Sonntag, 23.04.2017 – 10:20 Uhr – Solidarität mit Tatjana Festerling:

Diese Rhetorik hören wir aber schon seit über zwei Jahren. Am Ende ist überhaupt nichts passiert. Es ist nur noch viel schlimmer geworden. Man hat es ja noch nicht einmal geschafft, die Grenzen zu schließen.

Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten, diese Situation zu bereinigen:

(1) Es bricht ein Bürgerkrieg im Lande aus, in deren Folge die heimische Bevölkerung gegenüber den Eroberern obsiegen müsste und sie aus dem Land vertreibt.

(2) Die Sicherheitskräfte des Staates erhalten Sondervollmachten, die Grenzen augenblicklich zu schließen und jedweden Angriff der Invasoren auch mit massiven Einsatz passiver (Grenzbefestigungen) und aktiver (Waffen) Mittel abzuwehren. Als zweiten Schritt müssten die Invasoren interniert und über die Zeit in ihre Heimatländer zurückgeführt werden. Sämtliche „rechtsstaatlichen Mittel“, mit denen die Flüchtlingsindustrie derzeit selbst Einzelabschiebungen verhindert, sind im Rahmen der Sondervollmachten auszusetzen. Widerstände sind mit massiven Waffeneinsatz niederzuschlagen.

http://www.tatjanafesterling.de/ (aufgerufen am 23. April 2017)

Dieses „Gedanken“gut mag auf dem Schulhof bei Achtklässlern (in Anbetracht ihrer noch nicht abgeschlossenen persönlichen Reifung) noch verständlich sein, in der politischen Realität führt es schnurstracks in das 0,1%-Wählerghetto.

Die AfD wird nun unter Beweis zu stellen haben, ob sie die personelle und programmatische Qualität besitzt, im rationalen Diskurs über die Zukunft unseres Gemeinwesens politische Angebote zu machen, welche für die bürgerlich orientierte Wählerschicht attraktiv sind.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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Eine Antwort zu Wenn Sie ein offenes Wort vertragen…

  1. francomacorisano schreibt:

    Die AfD vertritt Positionen, die noch vor 15 bis 20 Jahren offizielle Beschlusslage der CDU waren! Unter Merkel ist Deutschland weiter nach links gerückt, als unter Rot/Grün von Schröder und Fischer. Ich war 20 Jahre CDU-Mitglied und Merkel hat mir meiner politischen Heimat gestohlen!
    Wer Deutschland und Europa als unsere kulturelle Heimat, als das Christliche Abendland, erhalten will, muss die AfD unterstützen!

    Die Mehrheit der staatsfinanzierten katholischen Priester und Bischöfe in Deutschland hat leider die Verteidigung der Werte des Christlichen Abendlandes aufgegeben und sich bereits dem Islam, bzw. dem Sozialismus unterworfen. Ich werde weiter mutig Widerstand leisten und nur Gott unser Herr kann darüber richten, ob ich dabei das richtige Maß einhalte.

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