Rechtfertigung eines jüdischen „Heilsweges“ ohne Christus (katholisches.info)

„Nach dem Holocaust“ – Geschichts-Theologie zur Rechtfertigung eines jüdischen „Heilsweges“ ohne Christus

Blick von der Kirche Dominus flevit auf den Tempelberg in Jerusalem. Wenn Jesus nicht auch für das Heil der Juden gekommen wäre, hätte er nicht über Jerusalem weinen müssen.
Blick von der Kirche Dominus flevit auf den Tempelberg in Jerusalem. Wenn Jesus nicht auch für das Heil der Juden gekommen wäre, hätte er nicht über Jerusalem weinen müssen.

Gastbeitrag von Felix Lanz

Das Katholische Sonntagsblatt, die „Kirchenzeitung der Diözese Bozen-Brixen“ veröffentlichte am 16. April den Artikel „Fürbitten im Geiste des Konzils“. Im Vorspann heißt es:

„Nirgends spiegelt sich das neue Verhältnis des Zweiten Vatikanischen Konzils zu anderen Religionen, zu den Juden und den Heiden deutlicher wider als bei den großen Fürbitten am Karfreitag.“

Was hier am „Rand“ des deutschsprachigen Raums geschrieben wurde, spiegelt die derzeit, offiziell vorherrschende Meinung im katholischen deutschen Sprachraum wider.

Der Mainstream-Theologe Paolo Renner

Paolo Renner (Mitte)
Paolo Renner (Mitte)

Der Artikel ist gezeichnet mit dem Kürzel „pr“. Es steht für Paolo Renner. Renner ist Professor für Fundamentaltheologie und Religionswissenschaft an der Theologisch-Philosophischen Hochschule Brixen, an der auch die Seminaristen der Diözese ausgebildet werden. Zuletzt war er Dekan der Hochschule, derzeit ist er Prodekan. Nach seinem Studium an der Gregoriana wurde Renner 1985 zum Priester geweiht. Kurz darauf übernahm er die Leitung einer „Basisgemeinde“ in Meran, der er seit seiner Jugend angehörte. Seit 2009 ist er zudem Direktor des „Ökumenischen und Interreligiösen Instituts für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“, einer jener kirchlichen Zeitgeist-Einrichtungen, denen ein Wortschwall zu sozialen Fragen, zugunsten von Masseneinwanderung und Islam sowie ökologischen und anderen Themen des linksgrünen Spektrums einfällt, aber nichts zum himmelschreienden Unrecht der Abtreibung.

Als Mainstream-Theologe weiß Renner natürlich auch etwas zum Verhältnis zwischen Christentum und Judentum zu sagen, was er im genannten Artikel anhand der großen Karfreitagsbitte für die Juden tut.

„pr“ schreibt darin:

„Diese neue Bitte ist vorsichtig formuliert. Sie nimmt Rücksicht auf die vom Konzil erneuerte Lehre von der Gültigkeit des ersten Bundes.“

Es folgt ein (obligater) Seitenhieb gegen die Tradition:

„Leider klingen in der seit 2007 zugelassenen ‚außerordentlichen Form‘ des römischen Ritus die alten Töne wieder an. Hier wird darum gebetet, dass ‚unser Gott und Herr ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus als Retter aller Menschen erkennen‘.“

„pr“ dazu:

„Das hat heftige Reaktionen ausgelöst. Viele Juden fragten mit Recht, ob sie um ihres Heiles willen verpflichtet seien, an Christus als Erlöser aller Menschen zu glauben.“

Renner: Juden müssen für ihr Heil „nicht an Christus als Erlöser aller Menschen glauben“

Renner macht sich vorbehaltlos die jüdische Position zu eigen. Wer nicht weiß, daß diese Kritik an der in der außerordentlichen Form des römischen Ritus enthaltenen Karfreitagsbitte von Renner kommt, würde nie erraten, daß sie aus dem Mund eines Christen stammt. Ein seltsames Verhalten für einen Theologen, Priester und Ausbilder künftiger Priester.

Es geht noch weiter:

„Die von Papst Paul VI. vorsichtige Formulierung gilt weiterhin als ‚ordentliche Form‘ des römischen Ritus. Für die ‚Erleuchtung‘ der Juden zu beten, ist deshalb in der heutigen Zeit mit einer gewissen Anmaßung verbunden. Da ist der Gedanke nicht weit, ‚Bekehrung‘ sei für die Juden notwendig, damit sie zum Heil gelangen.“

Katholisches Sonntagsblatt vom 16. April 2017
Katholisches Sonntagsblatt vom 16. April 2017

Spätestens an dieser Stelle, mit all ihren Konjunktivformen, bleibt man fast sprachlos. Redet so ein katholischer Priester? Für das Heil eines anderen Menschen zu beten ist eine „Anmaßung“? Auch in diesem Fall macht sich Renner unkritisch die jüdische Position zu eigen. Er spricht nicht als Priester, nicht als Theologe, nicht als Christ. Die Identifikation mit dem Objekt seiner Darstellung scheint „perfekt“. Ist das das Ziel einer „interreligiösen“ Camouflage? Renner versteigt sich faktisch zur Behauptung – ohne jede Distanz, ohne jede Kritik, ohne jedes Hinterfragen –, daß es mindestens zwei Heilswege geben muß: einen christlichen Heilsweg mit Christus und einen jüdischen Heilsweg ohne Christus.

Das Gegenteil lehren die Heilige Schrift und die kirchliche Überlieferung. Christus ist ausdrücklich Mensch geworden, um die Juden zur Bekehrung zu rufen. Wenn dem nicht so wäre – dem ist aber so – war es geradezu absurd, daß er ausgerechnet unter den Juden und als Jude Mensch geworden ist. Seine Reden über die Hartherzigkeit und Umkehr richteten sich ganz konkret vor allem an die Juden. Er ging in die Synagogen und in den Tempel von Jerusalem. Er ging nie in irgendeinen Heidentempel. Gleiches taten seine Jünger, bis die Pharisäer, die nach der Zerstörung des Tempels die Kontrolle im Judentum übernahmen, sie um 100 nach Christus in der Synode von Jamnia endgültig aus der Synagoge ausschlossen.

Renners Geschichtstheologie: „Nach dem Holocaust …“

Renner ist damit noch nicht am Ende seines antichristlichen Deliriums. Wie begründet Renner einen jüdischen „Heilsweg“ ohne Christus? Mit einem saloppen, aber bedingungslosen Diktum:

„Nach dem Holocaust verbietet sich aber für Christen jede Form von ‚Judenmission‘.“

Renner schreibt willkürlich einem historischen Ereignis, irgendwann in der Geschichte, irgendwo auf der Welt, eine heilsgeschichtliche Bedeutung zu. Die Aussage des getauften Katholiken, gefühlten Juden, politischen Marxisten und praktizierenden Atheisten Theodor Adorno, „Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“ (1949), ist in der Sache dümmlich und substanzlos, mag aber als subjektive Meinung eben im Raum stehen. Renners Behauptung aber, „nach Auschwitz“ hätten Christen sich nicht mehr für die Bekehrung und das Seelenheil anderer Menschen einzusetzen, jedenfalls nicht der Juden, ist vertikal von einer schrecklichen Hartherzigkeit und horizontal geradezu blasphemisch. Sie richtet sich direkt gegen Christus und sein Kreuzesopfer, und sie richtet sich direkt gegen die (jüdischen) Mitmenschen.

Der Nationalsozialismus hat das Heilswerk Jesu Christi annulliert?

Annulliert ein 1900 Jahre nach Christi Tod am Kreuz im Namen der neuheidnischen Ideologie des Nationalsozialismus verübtes Verbrechen das Heilswerk Jesu Christi? Laut Renner offenbar schon. Kann aber ein Priester so argumentieren? Damit spricht er dem Nationalsozialismus nachträglich sogar heilsgeschichtliche Bedeutung zu. Das hätte Hitler in seinem „Vorsehungs“-Denken zwar gefallen, trifft die Sache aber wohl kaum. In der Heiligen Schrift finden sich weder Nationalsozialismus noch „Holocaust“. Beide Aspekte lassen sich durchaus geschichtstheologisch deuten, allerdings ganz anders, nämlich als Folge der Sünde und der Ablehnung Christi – Weg, Wahrheit und Leben (Joh 14,6).

Der „Holocaust“ spaltet – folgt man Renner – die Erlösungstat Christi auf in einen auch nach dem „Holocaust“ gültigen Teil für … ja, für wen, für die Christen, die Heiden, die Nicht-Juden (?) …, und einen nach dem „Holocaust“ nicht mehr gültigen, annullierten, aufgehobene Teil. Denn „nach dem Holocaust“ gilt die Heilstat Jesu, so Renner, für die Juden jedenfalls nicht mehr. Renner legt hier eine geradezu abstruse „Geschichtstheologie“ vor.

Oder ist Renner gar der Meinung, daß Menschwerdung, Lehre, Leiden, Tod, Auferstehung und Himmelfahrt Christi nie für die Juden galt? Das wäre ein nicht minder abschüssig-schlüpfriges Terrain, auf dem sich der Theologe natürlich nie halten könnte, weil seit der Verkündigung des Erzengels Gabriel an die Jungfrau Maria alles in der Menschheitsgeschichte dagegen spricht.

„Wir haben den Messias gefunden“

Renner will offenbar, so sein bestreben, als besonderer Freund der Juden auftreten, entpuppt sich in Wirklichkeit aber als das genaue Gegenteil. Natürlich bedürfen auch die Juden des Heils wie jeder andere Mensch auf dieser Welt. Sie warten 2000 Jahre nach Christi Tod noch immer auf die Ankunft des Messias. Der Tod führt sie weiterhin nur hinab ins Reich der Toten. Die Auferstehung ist ihrem eigenen Verständnis fremd. Jesus ist aber für die gesamte Menschheit in die Welt gekommen, aber – und das ist eine historische Tatsache – ganz konkret inmitten der Juden und als Jude. Das kann auch Renner nicht auslöschen.

Das jüdische Volk hat sich durch die Menschwerdung Gottes gespaltet in jene, die den Messias erkannt haben und in jene, die ihn ablehnten und bis heute ablehnen. Der künftige Apostel Andreas, so berichtet das Johannesevangelium bereits im Ersten Kapitel, eilte zu seinem Bruder Simon, dem späteren Apostel Petrus, um ihm außer Atem zu berichten:

„Wir haben den Messias gefunden“ (Joh 1,41).

Beide waren Juden. Die tonangebende Elite, der damalige jüdische Mainstream, ließ Christus aber ans Kreuz schlagen. So wie die Protestanten sich aus der Ablehnung der katholischen Kirche definieren, definieren sich die Juden auch heute aus der Ablehnung Christi. Das Kreuz ist den Juden ein „Ärgernis“ und den Heiden eine „Torheit“, sagt die Heilige Schrift. Renner macht sich diese Haltung zu eigen, indem er es als Ärgernis darstellt, daß Christen für die Bekehrung der heutigen Juden beten, die Nachkommen jenes Teils des alten Volkes, das Christus abgelehnt hat, damit auch sie, wie der andere Teil des alten Volkes, aus dem Jesus alle Apostel und die ersten Jünger berief, Christus erkennen und das ewige Seelenheil erlangen.

Jesus: „Niemand kommt zum Vater außer durch mich“

Denn es gibt nur einen Heilsweg für den Menschen, ob Jude oder nicht, und der heißt Christus. Jesus sagt ausdrücklich:

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14,6).

Er sagt nicht, niemand – außer die Juden – kommt zum Vater außer durch mich. Allein die Vorstellung ist absurd, da er fast nur von Juden umgeben war. Seine Worte richtet Christus an alle Menschen zu allen Zeiten, damals aber stand ganz konkret nicht irgendwer vor ihm, sondern ein vorwiegend jüdisches Publikum. Die Aussage bedeutet: „Niemand“ erlangt das Heil ohne Christus. Einen Heilsweg ohne Christus gibt es nicht.

Für das Heil anderer Menschen zu beten, ob Juden, Heiden, Ungläubige, Gottlose, schlechte Christen, ist ein Werk der Barmherzigkeit. In der „Anmaßung“, die Renner der Karfreitagsbitte für die Juden unterstellt, spiegelt sich jene Ablehnung wider, die Christus vor 2000 Jahren erfahren hat und seit 2000 Jahren erfährt. Renner spricht zwar nicht für sich, rechtfertigt aber die Ablehnung Christi durch andere. Macht das die Sache besser?

Ein Freund der Juden sein, heißt, sie – wie jeden anderen Menschen – zu Christus hinzuführen, für Christus zu gewinnen, für ihr Heil und ihre Erleuchtung zu beten. Diese Barmherzigkeitstat im Namen einer fiktiven „Irreligiosität“ und einer abwegigen Geschichtstheologie abwürgen zu wollen, kommt im besten Fall einer Unterlassungssünde gleich, im schlimmeren Fall aber …

Bild: Autor/Sonntagsblatt/Neue Südtiroler Tageszeitung (Screenshots)

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Paßt zum heutigen Breviertext der Sext: „Es erzählten mir die Frevler Fabeleien, aber sie sind nicht wie dein Gesetz“. Das Zerreißen des Tempelvorhangs wird in der Patristik als Zeichen gedeutet, dass der Heilige Geist vom Tempeldienst der Juden wich (Catena Aurea, 1. Neuaufl. 2014, Bd. 1, Seite 1090), d. h. der alte Bund zerbrach.

Die Richtigkeit dieses bizarren Ansatzes unterstellt, würde ein Völkermord Christus als Mittler für das Heil der Opfer überflüssig machen.

Warum dieses? Wurde der „Holocaust“ etwa von Christen durchgeführt? Nein. Und selbst wenn, was würden Verbrechen am Willen Gottes ändern? Kann der „Holocaust“ die Gültigkeit von Joh 14,6 aufheben? Oder ist die Bibel (zumindest wenn es nicht opportun ist…) nicht Gottes Wort? Oder hatte der Herr keine Ahnung, was er sagte? Hat er gelogen? Dann war er also gar nicht der Messias…?

Die Richtigkeit dieses „theologischen“ Ansatzes unterstellt, stellt sich mir die Frage, ob diese „These“ dann auch für die Millionen Sowjetbürger, die in Stalins Lagern bei minus 20°C nackt mit kaltem Wasser übergossen wurden, Geltung hat? Oder für die bis zu 2,2 Millionen Opfer der sog. „Roten Khmer“? Oder die Indianer, die von der US-Verwaltung gezielt mit pockenverseuchten Decken „versorgt“ wurden?

Oder gilt der Ansatz nur exklusiv für Juden? Wenn ja, warum dieses?

 

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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Eine Antwort zu Rechtfertigung eines jüdischen „Heilsweges“ ohne Christus (katholisches.info)

  1. Holger Jahndel schreibt:

    Die endgültige Rettung Israels: 9,1 – 11, 36

    Die Christen sind das Neue Gottesvolk. Das Neue Israel. Der heilige Geist wirkt in und durch die Kirche Jesu Christi…an deren Spitze Maria steht (Jesus Christus machte sie nach der damals gebräuchlichen jüdischen Formel dafür mit seinen Worten zur Adoptiv-Mutter des Apostels Johannes, des Jüngers der ihn am meisten liebte, als die Frauen zusammen mit den Apostel Johannes und Jakobus, dem Herren-Bruder, am Kreuz standen – laut Neuem Testament der Bibel), in und durch die der hl. Geist als weibl. Ruach Elohim (in der Genesis wortwörtlich als „Geist Gottes“ über dem Wasser „brütend“ und in personaler und weiblicher hebräischer Wortform stehend) und in der griechischen Septuaginta als „Sophia“ bzw. hebräisch Chakhema oder auch Chokhma als „Weisheit Gottes“ im Alten Testament und im Neuen Testament als „Geist der Weisheit und Offenbarung“ und die Symbolik der „Sonnenfrau“ in der Apokalypse wirkt. Auch im Alten Testament gibt es jede Menge weibliche Bezeichnungen und Anreden und Attribute für Gott, den gütigen Vater und Schöpfer, zu dem Jesus Christus als „abba“ und „Elohim“ am Kreuz rief und der schon in der Genesis als ein Gott Elohim, aber im Plural, steht. Auch Jesu Christi Selbstbezeichnung „Ich bin JHWH!“ im Neuen Testament der Bibel spricht für die göttliche Trinität bzw. heilige Dreifaltigkeit als schon dort angelegt, ebenso die Bibelstelle vom ANTHROPOS als kosmischen Adam und göttlichen Urmensch bzw. platonischen spirituellen Ideal-Mensche im Alten Testament, die der Apostel Paulus mit dem Anthropos wieder aufgreift. Die gefallene Schöpfung kehrt zu ihrem Schöpfer zurück, durch den Mittler und Erlöser Jesus Christus als prophezeiten Messias des Alten Testamentes und neuen Adam bzw. neuen Anthropos und als fleischgewordenem Wort Gott bzw. inkarnierten platonischen Logos im Sinne des Philosophen Platon nach dem Johannes-Evangelium. Sowohl der Apostel Paulus als auch das Johannes-Evangelium bedienen sich auch der griechischen Philosophie zu theologischen Zwecken.

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    Wichtig ist wie immer der Kontext: Zur Frage der Stellung des jüdischen Volkes als Volk des alten vom neuen Bund abgelösten Bundes mit Gott nach Moses

    Die endgültige Rettung Israels: 9,1 – 11, 36

    Die gesamte lange Passage ist wichtig – aber in Kürze zusammengefasst:

    „Ich frage also:Hat Gott sein Volk verstossen? Keineswegs! Denn auch ich bin ein Israelit, ein Nachkomme Abrahams, aus dem Stamm Benjamins. Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er einst erwählt hat.“ Römer 11,1-3 „Es ist jedoch nicht so, als ob das Wort Gottes versagt hätte. Denn nicht alle, die von Israel
    abstammen, sind wirklich „Israel“. Auch sind sie nicht alle Kinder, weil sie Abrahams Same sind, sondern: „Was ‚dein Same‘ genannt werden wird, wird durch Isaak kommen.“ Das heißt nicht, die Kinder des Fleisches sind wirklich die Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als der Same gerechnet. […]
    Wenn nun Gott, obwohl gewillt, seinen Zorn zu zeigen und seine Macht kundzutun, die Gefäße des Zorns, die zur Vernichtung passend gemacht sind, mit viel Langmut duldete, damit er den Reichtum seiner Herrlichkeit an Gefäßen der Barmherzigkeit kundtun könnte, die er zur Herrlichkeit im voraus bereitet hat, nämlich uns, die er nicht nur aus den Juden berufen hat, sondern auch aus den Nationen, was dann? Es ist so wie er auch in Hosea sagt: „Die nicht mein Volk sind, will ich ‚mein Volk‘ nennen und sie, die Nichtgeliebte, ‚Geliebte‘; und an dem Ort, wo zu ihnen gesagt wurde: ‚Ihr seid nicht mein Volk‘, dort werden sie ‚Söhne des lebendigen Gottes‘ genannt werden.“ Ferner ruft Jesaja in bezug auf Israel aus: „Obwohl die Zahl der Söhne Israels wie der Sand am Meer sein
    mag, ist es der Überrest, der gerettet werden wird.“ Jesaja aber erkühnt sich und sagt: „Ich wurde von denen gefunden, die mich nicht suchten; ich wurde
    denen offenbar, die nicht nach mir fragten.“ In bezug auf Israel dagegen sagt er: „Den ganzen Tag habe ich meine Hände nach einem Volk ausgebreitet, das
    ungehorsam ist und widerspricht.“ Ich frage also: Gott hat doch nicht etwa sein Volk verworfen? Das geschehe nie! Denn auch ich bin ein Israelit, vom Samen Abrahams, vom Stamm Benjamin. Gott hat sein Volk nicht verworfen, das er zuerst anerkannt hat. Nun wisst ihr nicht, was die Schrift in Verbindung mit Elia sagt, wie er vor Gott gegen Israel vorstellig wird? „Jehova, sie haben deine Propheten getötet, sie haben deine Altäre ausgegraben, und ich allein bin übrig geblieben, und sie trachten mir nach der Seele.“ Doch was sagt ihm der göttliche Ausspruch? „Ich habe siebentausend Männer für mich übrigbleiben
    lassen, Männer, die das Knie nicht vor Baal gebeugt haben.“ So hat sich nun auch in der gegenwärtigen Zeitperiode ein Überrest gemäß einer Auserwählung
    zufolge unverdienter Güte gezeigt. Wenn es nun durch unverdiente Güte ist, ist es nicht mehr zufolge von Werken; sonst erweist sich die unverdiente Güte nicht
    mehr als unverdiente Güte.  Was nun? Gerade das, was Israel ernstlich suchte, hat es nicht erlangt, die Auserwählten aber haben es erlangt. Die übrigen hatten ihr Empfindungsvermögen abgestumpft, so wie geschrieben steht: „Gott hat ihnen einen Geist tiefen Schlafes gegeben, Augen, um nicht zu sehen, und Ohren, um nicht zu hören, bis auf den heutigen Tag.“
    Römer 9:6-8, 22-28; 10:21; 11:1-8;

    Die Juden sind also nicht vollständig verworfen, Paulus ist schließlich selbst ein Jude. Allerdings müssen sie, wie alle anderen Menschen auch, Glauben an
    Christus ausüben, um gerettet zu werden. Als Nation sind sie nicht mehr Gottes auserwähltes Volk, nur ein „Überrest“ der fleischlichen Juden hat auch das
    Vorrecht zum „Israel Gottes“ zu gehören (Galater 6:16). Dazu müssen sie, wie Paulus auch, Christus annehmen.
    Denkt doch auch in diesem Zusammenhang an das Gleichnis vom Weingarten aus Markus, Kapitel 12.

    quote:
    ——————————————————————————–
    „Wer nicht auf meiner Seite ist, ist gegen mich, und
    wer nicht mit mir sammelt, zerstreut“
    Matthäus 12:30 und Lukas 11:23
    ——————————————————————————–

    sowie

    quote:
    ——————————————————————————–
    Denn wer nicht gegen uns ist, ist für uns.
    Markus 9, 40

    ——————————————————————————–

    Dies scheint ein Widerspruch zu sein; wichtig ist aber, wie immer, der Kontext:
    Im ersten Text argumentiert Jesus mit den Pharisäern (Jüdische Schriftgelehrte). Ihm wurde vorgeworfen, dass sein Heilungswunder, welches er gerade eben
    vollbracht hatte, durch den Teufel geschehen war. Jesus kontert daraufhin scharf, denn seine Gegner waren alle mit den Schriften vertraut, hätten also
    wissen können, wer Jesus war, und konnten ausserdem ein Wunder „live“ miterleben. Da sie trotzdem Jesus als Verbündeter Satans ansahen, ging Jesus mit ihnen ziemlich hart ins Gericht und sagte dabei diesen oberen Satz. Wer Gott erlebt, und ihn trotzdem ablehnt, ist gegen Gott.

    Die zweite Stelle: Hier redet Jesus über Leute, die Gott dienen und Kontakt zu Jesus Christus bzw. eine spirituelle Verbindung und Beziehung haben und an ihn glauben, ohne explizit einer apostolischen Gemeinde zuzugehören bzw. den Jüngern nachfolgen. Leute, die Gutes tun und nicht gegen Gott sind, sind für Gott.

    Mir erscheint diese Deutung der beiden Stellen auch im Zusammenhang mit dem Liebesgebot Jesu viel
    überzeugender. Sagte Jesus nicht auch über den fremden Wundertäter, der in seinem Namne wundervollbrachte und den die Jünger dann daran hindern wollten, weil er sich ihnen nicht anschließen wollte, sie sollten ihn nicht hindern?

    Anerkennung auch anderer Konfessisonen…

    Ich wollte noch auf zwei spezielle und sehr verwandte Bibelstellen hinweisen (ich verwende die ökumenische Einheitsübersetung bzw. Interlinear-Übersetzung)
    hinweisen:

    Der fremde Wundertäter: Markus 9,38- 41

    Da sagte Johannes zu ihm: Meister, wir haben gesehen,
    wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir
    versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht
    nachfolgt. Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner,
    der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht
    schlecht von mir reden.Denn wer nicht gegen uns ist,
    der ist für uns. Wer euch auch nur einen Becher Wasser
    zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – amen,
    ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen.

    Der fremde Wundertäter: Lukas 9,49 – 50

    Da sagte Johannes: Meister, wir haben gesehen, wie
    jemand in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir
    versuchten, ihn daran zu hindern, weil er nicht mit
    uns zusammen dir nachfolgt. Jesus antwortete
    ihm:Hindert ihn nicht!Denn wer nicht gegen euch ist,
    der ist für euch.

    Auch als überzeugter Christ kann man also andere christl. Konfessionen (solange diese bibeltreu und neutestamentarisch ausgerichtet sind und die göttliche Trinität und heilige Dreifaltigkeit Gottes anerkennen, wobei der Bibel-Kanon bei den orthodoxen und orientalischen Ostkirchen mitsamt den anerkannten kanonischen Schriften größer ist!) und teilweise, wenn auch unvollkommen und noch nicht durch den Messias Jesu Christus – welchen sie noch anerkennen müssen – erlöst , die Juden als den wahren Gott verehrend akzeptieren. Doch wurde der Alte Bund des Alten Testamentes durch den Neuen Bund des Neuen Testamentes abgelöst. Das Neue Testament löst das Alte Testament ab bzw. legt es neu aus und interpretiert es in einer neuen Art und Weise. Das alte mosaische Gesetz wurde durch das neue Gesetz nach Jesu Christi, der das Gesetz auf sich nahm und so erfüllte, neu ausgelegt und abgelöst. Jesus Christus und der Apostel Paulus verwenden das alte mosaische Gesetz aber immer noch als spirituellen Leitfaden und moralische Richtschnur, wie die 10 Gebote die Grundlage der Gerechtigkeit vor Gott, wenn auch etwa hinsichtlich des Sabbates und der Beschneidung und Speise-Regeln und Riten nicht mehr wortwörtlich und in vollem Wortlaut vollständig für Christen gültig. Der Neue Bund hat den Alten Bund abgelöst und legt das Alte Testament nun neu aus. Neutestamentarisch nämlich nach Christus. Christen sind nicht mehr unter dem alten mosaischen Gesetz, sondern nun unter der Gnade des Erlösers Jesu Christi und dem Neuen Bund des Neuen Testamentes. Der alte mosaische Bund des Alten Testamentes wurde durch die Erfüllung des Gesetzes durch Jesu Christi, der es auf sich nahm und durch sein Opfer als verheißener Messias vollkommen erfüllte, erfült und abgelöst und vom Neuen Testament durch den Neuen Bund neu ausgelegt bzw. interpretiert. Die Zeugen Jehovas etwa leugnen dies mit ihrer vollkommen verfälschten „Neue Welt“-Übersetzung der Bibel und ihrer Sekten-Ideologie, die auch die Trinität Gottes bzw. heilige göttliche Dreifaltigkeit und die Logos-Theologie im Neuen Testament der Bibel bei Paulus und Johannes leugnet und das Kreuz Christi als Symbol verleugnet und ablehnt, obwohl doch Jesus Christus im Neuen Testament der Bibel sagt bzw. geschrieben steht: „Wer nicht sein Kreuz (auf sich) nimmt, kann nicht mein Jünger sein!“ Die Zeugen Jehovas können somit also wohl keine Jünger Christi sein, und somit auch keine Christen und Nachfolger der Apostel. Auch andere Konfessionen drohten unter das Alte Gesetz des Alten Bundes und den Sabbat und das mosaische Gesetz zurückzufallen und mehr.

    Allerdings steht im Neuen Testament der Bibel, dass der Heilige Geist in den letzten Tagen (also in der Endzeit, in der wir gerade leben), die Kirche verlassen wird. Und mit „die Kirche“ ist mit ziemlicher Sicherheit die katholische Kirche als eben gerade die allgemeine große Kirche nach dem Apostel Petrus gemeint.
    In apostolischer Sukzession bzw. apostolischer Tradition und bischöflicher Nachfolge  nach den Apostel stehend, wie auch die orthodoxen und orientalischen Kirchen des Ostens Deswegen empfiehlt es sich dringend, auch mit diesen anderen Christen, wie es die Kirche ja auch offiziell erlaubt hat, ökumenisch um den Heiligen Geist als Geist Gottes und 3. Person der Trinität bzw. heiligen Dreifaltigkeit zu beten. Dieser kann eben auch Charismen und Gnadengaben bzw. die Wunderkräfte verleihen, so die Fähigkeit zum Exorzismus und zur spirituellen geistigen Heilung und prophetischen Schau bzw. Prophetie und Zungenrede usw.

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