Die 13. Woche (summorum-pontificum.de)

03. April 2017

Was für eine Woche! Alle Massivholzköpfe in der katholischen Welt haben sich zusammengetan, um dafür zu sorgen, daß diese Welt immer schneller auf die Größe eines römischen Stadtstaates zusammenschrumpft – angefangen bei Papstgünstling und Ungeist-Schreiber Spadaro, der meinte, seinem Chef einen Gefallen zu tun, wenn er ein Photo von der Inanspruchnahme eines Baustellenklos durch Seine Heiligkeit gleich in die ganze Welt twitterte. Und das war keine Fake-News, wie sie neuerdings auch im kirchlichen Umfeld gezielt eingesetzt werden – z.B. von einer neu aufgetauchten Gruppierung „Anonimi della Croce“, die hauptsächlich Gläubige der Tradition verwirrt hat. Die Anonimi machen sich die Tatsache zunutze, daß im aktuellen Chaos alles denkbar erscheint und setzen frei erfundene Meldungen in die Welt, die das – leider Gottes natürlich ebenfalls vorhandene – Skandalisierungsbedürfnis von Konservativen perfekt bedienen. Also Vorsicht, diese Quelle ist keine.

Perfekt das Skandalisierungsbedürfnis bediente auch Fr. Hunwicke mit seiner Meldung zum 1. April, in der er ausgerechnet den Großmufti von Kairo harte Kritik an der Karwochenliturgie des überlieferten Ritus üben ließ: Die schlimme Geschichte vom Pharao, dessen Verfolgung der Israeliten im Roten Meer so spektakulär gestoppt wurde, sei eine Diskriminierung und Beleidigung der Vorfahren des Ägyptischen Volkes. Und der schlimme Hunwicke setzte noch eins drauf, in dem er die erfundene Geschichte mit einer ebenso erfundenen Meldung garnierte, die Bischofskonferenz von England und Wales habe sich mit dem Obermufti solidarisiert und verlange eine Revision der traditionellen Bücher.

Der gute alte Juvenal meinte, es sei schwierig, keine Satire zu schreiben – ach der Ahnungslose in seinem idyllischen Zeitalter! Inzwischen ist es fast unmöglich, eine Satire zu schreiben, die auch morgen noch eine ist. Warten wir’s nur ab.

In der Grauzone zwischen Fake-News und Recherche dürfte sich auch eine zunächst von der BILD-Zeitung aufgebrachte Story handeln, daß am Grunde der Auseinandersetzungen bei den Maltesern eine 30-Millionen Spende nicht ganz klarer Herkunft liege, über deren Weißwaschung und künftige Verwendung es wohl zu Meinungsverschiedenheiten gekommen sei – so Sandro Magister und andere, die auf Bemühungen der neuen Ordenführung verweisen, gerichtlich gegen die Verbreiter dieser Nachricht vorzugehen – aber nur gegen die Kleinen.

Keine Fake-News sind dagegen die „Zwischenrufe im Wahljahr 2017“, die die deutsche Bischofskonferenz als Pressemeldungen in die Welt sendet.  So geht Staatskirche.

Und danach nehmen wir eine scharfe Kurve zum akademischen Bereich, aus dem in der 13. Woche zwei Nachrichten an unsere aus Selbsterhaltungstrieb eigentlich bewußt auf „Nicht-Empfang“ gestellten Ohren drangen: An der State University von Iowa mussten Geschichtsstudenten eine Darstellung der Terroranschläge vom 9/11 aus der Perspektive von Al Qaida anfertigen – man übt halt schon einmal die Gesten der Unterwerfung. Und die postkatholische Universität Löwen leitete Maßnahmen gegen einen Hochschullehrer ein, der Abtreibung als Mord bezeichnet hatte: Für die hochwohllöbliche Alma Mater sei Abtreibung ein fundamentales Menschenrecht und stehe als unverzichtbarer Bestandteil der universitären Wertebasis außerhalb jeder Kritik.

Ganz soweit mit den Neuen Werten des Neuen Menschen in seiner Neuen Zeit ist man in Rom noch nicht, aber es besteht Grund zur Hoffnung: Selbstverständlich wurde der Luxemburgische Regierungschef Xavier Bettel bei seinem Besuch beim Papst ganz offiziell von seinem Ehemann begleitet – noch Papst Benedikt hatte diplomatisch und protokollarisch gangbare Wege gesucht und gefunden, dieser Anerkennung der „Ehe für alle“ auszuweichen.

„Wo bleibt das Positive, meine Herren?“ pflegte der Alte vom Rheine seinerzeit die Journalisten (damals noch ganz ohne -innen) gelegentlich zu fragen. Die wahrhaft aufrüttelnde Rede, die Kardinal Sarah in Herzogenrath verlesen ließ, wurde hier bereits erwähnt. Ansonsten gab es noch in Cincinnati die Errichtung eines „birituellen“ Oratoriums – die USA sind tatsächlich immer noch und in jeder Hinsicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Um das Positive positiv sein zu lassen, verschieben wir unsere Gedanken über die Problematik einer Biritualität in einem Oratorium im Kleinen oder in der Kirche im Großen auf ein ander Mal.

Trotz allem: Kommen Sie gut in die neue Woche!

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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