Gloria Global am 30. März 2017

Gloria.tv Nachrichten 

 

Priesterehe bis Herbst

Italien. Der Blog Anonimi della Croce schreibt, dass Papst Franziskus bis Herbst den Zölibat abschaffen werde. Franziskus werde einen zweideutigen Hirtenbrief im Stil von „Amoris Laetitia“ verfassen und damit die Türe zur Priesterehe aufstoßen. Diese Freigabe werde sich nicht nur auf Missionsgebiete, sondern auf die ganze Welt beziehen.

 

In der derzeit seltsam daueraufgeregten Atmosphäre peitschen sich die fiebrigen Spekulationen gegenseitig hoch. Besonders übernervöse Frauen scheinen derzeit Konjunktur zu haben: beinahe täglich sondern sie in immer schriller werdendem Tonfall Alarmmeldungen ab, vermuten im Blog Anonimi della Croce eine „Desinformationskampagne des Vatikans“ (wobei sie großzügig auf Belege verzichten), sehen den Papst „dämonisch besetzt/umsetzt“, eine andere skurrile Kirchenrecht-Selbstbeauftragte „korrigiert“ in ihren aufgeblasenen Kommentaren zum Zeitgeschehen Kardinäle und reitet im aufgesetzten Dozententon notorisch gegen „papalistische“ Windmühlen an. Anfangs recht amüsant, fangen diese Wichtigtuerinnen mit ihrem selbstgerechten Geschwätz doch schnell an zu nerven.

Konkret zum Thema: Can. 277 §1 CIC sagt folgendes aus:

Die Kleriker sind gehalten, vollkommene und immerwährende Enthaltsamkeit um des Himmelreiches willen zu wahren; deshalb sind sie zum Zölibat verpflichtet, der eine besondere Gabe Gottes ist, durch welche die geistlichen Amtsträger leichter mit ungeteiltem Herzen Christus anhangen und sich freier dem Dienst an Gott und den Menschen widmen können.“

Der Zölibat war immer Gegenstand der Hege und Pflege in der Kirchengeschichte, zu seinem Schutz legte das Konzil von Nicaea 325 beispielsweise genaue Bestimmungen bezüglich des priesterlichen Haushalts fest (vgl. Reinhard zu Can. 277 § 1, RNr. 7 in: Münsterischer Kommentar zum CIC). Das 2. Vaticanum nimmt auf diese ehrwürdige Tradition ausdrücklich Bezug im DEKRET PRESBYTERORUM ORDINIS – ÜBER DIENST UND LEBEN DER PRIESTER, Art. 16 (http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_decree_19651207_presbyterorum-ordinis_ge.html).

Inwiefern der Zölibat durch einen zweideutigen Hirtenbrief in der Rumpelkammer landen kann, bleibt also abzuwarten.

Also, tiiiieeeef durchatmen, wachsam und vernünftig bleiben.

…und im Herbst sprechen wir uns dann wieder 😉

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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