Bildungshaus-Chef zu aktuellem Yoga-Boom: Dämonen in unserer Gesellschaft („Der 13.“)

Römisch-Katholisch

33. Jg./ Nr. 3

13. März 2017

Preis: 2,8 Euro (A); 2,8 Euro (D); sfr 4 (CH)

 

Bildungshaus-Chef zu aktuellem Yoga-Boom:

Dämonen in unserer Gesellschaft

 

Der großartige Pfarrer von Windischgarsten Dr. Gerhard Maria Wagner nahm in seinen weit über die Pfarrgrenzen hinaus verbreiteten Pfarrblatt einen Yoga-Artikel auf. Die bekannte Priesterpersönlichkeit löste damit eine intensive Mediendiskussion aus.

 

Mediale Bombe

Aus dem Beitrag im Pfarrblatt Windischgarsten geht nicht hervor, wer ihn verfasste. Er ist nämlich namentlich nicht gezeichnet. Schon die Anfangsworte sind aber eine Provokation für zeitgeistig Katholisches: „Yoga gibt es selbstverständlich auch in katholischen Bildungshäusern“ sagt der Autor und fügt an: „Dabei höre ich immer wieder von Yogastunden, und immer wieder gibt es Leute, die dafür Zeugnis ablegen, dass sie vor allem auch die zerstörerische Kraft von Yoga erfahren haben.“ Punkt. Die mediale Bombe ist gezündet.

 

Die Namenlose

Eine namenlose Yoga-Trainerin rannte zu den auflagenstarken OÖ Nachrichten und beschwerte sich bitter: „Ich fordere von ihm eine Entschuldigung, sonst werde ich ihn wegen Rufschädigung klagen“, sagte die Anonyme. Der erfahrene OÖN-Journalist Dr. Alfons Krieglsteiner befragte natürlich auch Wilhelm Achleitner (64), den Direktor des katholischen Bildungshauses. Der bestätigte, dass in Puchberg „zahlreiche Yoga-Kurse“ angeboten werden, „Woche für Woche“, fügte er hinzu, auch seine Frau schätze Yoga, viele seiner Mitarbeiter machen Yoga. Er selber gehe aber zum Ruhefinden lieber in eine Kapelle. In dem Gespräch mit dem Journalisten Dr. Alfons Krieglsteiner wurde er am Schluß nachdenklich. Er sagte nämlich: „Dass in unserer Gesellschaft Dämonisches wirkt, ist aber nicht von der Hand zu weisen. Nehmen Sie den aktuellen Yoga-Boom: Der zeigt doch, wie sehr wir in unserer Kultur unter einem geradezu dämonischen Druck stehen, von dem wir uns durch Entspannunstechniken zu befreien suchen.“

 

Die Krone

Die ebenfalls auflagenstarke Kronenzeitung zog in der Berichterstattung nach: Gerhard M. Wagner wettert über Teufelszeug, hiess es da schon im Titel, und: „Erzkonservativer Gottesmann nennt Yoga-Lehre satanisch“. Dazu brachte die „Krone“ eine beachtliche Werbung für Wagner: Ein Foto, das Redakteur Max Stöger geschossen hatte und auf dem Wagner sein erfolgreiches Buch „Ganz katholisch“ dem Fotografen vors Objektiv hält.

Für die Leser des „13.“ übrigens an dieser Stelle eine Anmerkung: das Buch „Ganz katholisch“ von Gerhard Maria Wagner ist nach wie vor in der Redaktion des „13.“ (4115 Kleinzell 2, Österreich), Telefon 0043(0)7282-5797 erhältlich (Preis: 19,80 Euro + Portokosten).

 

Die Diözese Linz

Die Diözese Linz fühlte sich durch die in der Fastenzeit so unversehens auf den Tisch gekommene Debatte über Satan und seine Dämonen auf den Schlips getreten. Man reagierte mit einer Stellungnahme von „Bischofskonferenzen“. „Der 13.“ rief bei Diözesansprecher Michael Kraml an, erzählte, was man alles an Plunder auf der Plattform wikipedia finde, wenn man das Stichwort „Yoga“ eingebe und erhielt den Hinweis, dass für die Stellungnahme der „Bischofskonferenzen“ auch der Wiener Uni.- Prof. Dr. Karl Baier (63) intensiv mitgewirkt habe.

Der wird ein wirklicher Fachmann sein, dachten wir und recherchierten ein klein wenig. Ja. tatsächlich: die großen Oberhirten der katholischen Kirche Deutschlands (?) und Österreichs (?) bedienen sich, mußten wir erfahren, für die Darlegung ihrer katholischen Lehrmeinung nicht eines Dogmatik-Professors oder einer Frau oder eines Mannes, der auf Katholisches spezialisiert ist. Nein, die Oberhirten hatten eine bessere Idee: sie engagierten einen Yoga-Spezialisten. Der gebürtige Landshuter (Bayern) Karl Baier ist nämlich seit seiner Jugend mit der internationalen Yoga-Szene vernetzt. Man könnte mit einem Sprichwort den österreichischen Bischöfen sagen: „Ihr habt den Bock zum Gärtner gemacht!“

 

Ausdruckstänzer“

Schon Ende der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts verdiente Karl Baier sein Geld als Yoga-Lehrer in Wien. Eine Diplomarbeit an einer Theologiefakultät machte er über die „Rezeptionsgeschichte des Yoga“. Er ist sogar (Damen aufgepaßt!) ausgebildeter Yoga-Ausdruckstänzer. Baier ist auch Spezialist für Iyengar-Yoga, das ein Inder erfand, der 2014 starb. Es ist eine der tatsächlich heute unzählbaren Yoga-Arten, die wie Schwammerl aus dem Boden schiessen.

 

Die Geschäftsidee

Yoga ist sicherlich eine gute Geschäftsidee. In Wien kosten fünf „Einheiten“ (Stunden?) 80 Euro, zehn „Einheiten“ (Stunden?) 145 Euro. Auf der Internetseite eines dieser Institute sind Bilder und Namen von sechs Lehrern (drei Frauen, drei Männer) von grau meliert bis dunkelhaarig zu finden. – Hat auch die katholische Kirche an der Geschäftsidee Gefallen gefunden? Alles ist möglich…

 

Der a. o. Professor

Karl Baier ist aber nicht nur ein im Yoga-Boom und in der Geschäftsidee Yoga integrierter Fachmann. Nein, er ist noch viel mehr. Er ist außerordentlicher Professor für Religionswissenschaft am Institut für Religionswissenschaft der Universität Wien. Er hat sogar mit „deutschsprachigen Bischofskonferenzen“ für eine „Handreichung“ über Yoga und dessen Verhältnis zum Christentum mitgearbeitet. Leider konnte „Der 13.“ nicht herausbringen, wieviel Geld Herr Professor Baier aus den Börsen der Kirchensteuerzahler bekam. Er kommt in der „Handreichung“, die jetzt gegen den katholischen Pfarrer Gerhard Maria Wagner ins Feld geführt wird, zu dem glorreichen Schluß: „Yoga gehört zu den Formen moderner Spiritualität, die ausserhalb und schon längst auch innerhalb der christlichen Gemeinden weit verbreitet sind“. Mit dieser einfachen (primitiven) und hoffentlich gut bezahlten Formulierung hat Karl Baier natürlich recht. Er deklariert sich mit diesem Satz korrekt auch gar nicht als katholisch, sondern als christlich. Und man stellt die Frage, ob die „Bischofskonferenzen“, für die Baier arbeitet, evangelisch oder anglikanisch oder was sind? Aber warum wird Baier anlässlich des Medienwirbels gegen Pfarrer Wagner jetzt von der katholischen Diözese Linz und dessen bischöflichem Amt zitiert? Baier steht nämlich mit seiner geistigen Ausrichtung ganz auf der Linie des auch mir unvergesslichen Wiener Kardinals Dr. Franz König, der auch Religionswissenschafter war und der in einem dicken Werk, das er herausgab, das Tibetanische Totenbuch an Bedeutung für die gesamte Menschheit über das Alte und Neue Testament stellte. Ich kenne mich bei den Yoga-Spezialitäten nicht wirklich aus, aber es scheint übles tibetisches Yoga mit schwebenden dicken Mönchen und für diese Phänomene passenden Erklärungen zu geben. Alle, die es interessiert, mögen das in englischer Spezialliteratur von Völkerkundlern nachlesen.

 

Dr. Franz Gruber

Yoga wird in katholischen Bildungshäusern seit Jahrzehnten angeboten. Dabei ist von der „Wirklichkeit des Göttlichen“ in diesen fernöstlichen Meditationsformen die Rede. Das sagt der Rektor der Katholischen Privatuniversität Linz Dr. Franz Gruber im Medienkampf gegen Pfarrer Wagner. Gruber sagt nichts zum Priester Wagner, bei dem sich Gläubige beklagen, dass sie durch Yoga geschädigt werden. Hat Herr Rektor Gruber den Hilferuf von geschädigten Katholiken nicht verstanden? Wieder einmal ärgere ich mich über die Präpotenz eines Christen, der auch von meinem Kirchenbeitrag lebt: Herr Gruber lässt alle Titel (Doktor, Professor für Dogmatik, Professor für ökumenische Theologie, Rektor der Privatuni, Vorsitzender des Kuratoriums des Bildungshauses Schloß Puchberg) heraushängen und verkündet: Es „sind auch fernöstliche Meditationsformen wie Yoga oder Zen wertvolle und legitime Praktiken.“

 

Ans Kreuz mit ihm!

Die frommen Sprüche Grubers, der mit einer Interpretation des Heiligen Paulus über die weltoffene Freiheit des Glaubens beginnt, stehen heute (am 7. März 2017) auf der Internetseite der Diözese Linz, werden als Leserbrief von den OÖN übernommen. Die Botschaft des Mannes der Eliten ist klar: Man muß den kleinen und dummen Gläubigen erklären, wo es lang geht. Die Hohen Priester haben alles studiert, haben das Wissen und erklären den Unwissenden, wer zu kreuzigen ist. Und im Hintergrund, von der Loge des Sanhedrin aus, beobachtet der, der die Diözese führen müßte, das Geschehen. Er sieht nicht, wie viele sehr gläubige Katholiken sich wieder von der römisch-katholischen Kirche entfernen, austreten wollen. Es ist so, wie der Pfarrer von Windischgarsten am 6. März in den OÖN sagte: „Ich verstehe die Diözese nicht. Wenn sie sich schon von mir distanziert, dann soll sie auch sagen, was der offizielle Weg der Kirche ist.“

Friedrich Engelmann

 

Eine Stellungnahme des „13.“ ging an ausgewählte Medien. Die Oberösterreichischen Nachrichten brachten sie am 8. März 2017 gekürzt um den letzten Absatz:

 

Stellungnahme des „13.“ an die Medien

Großartig, wie der Pfarrer von Windischgarsten Dr. Gerhard Maria Wagner in seinem Pfarrblatt (7000 Haushalte, also rund 30.000 Leser!) wieder eine Eiterpustel in der Diözese Linz ausdrückt! Gut, dass endlich einmal darüber diskutiert wird.

Gut, dass in Wagners weit über Oberösterreich hinaus bekannter Publikation jemand darauf hinweist, dass es immer wieder Leute gibt, „die dafür Zeugnis ablegen, dass sie vor allem auch die zerstörerische Kraft von Yoga erfahren haben“. So steht es nun im Pfarrblatt von Windischgarsten und man wird sich mit anonymen Drohungen gegen den Herausgeber der Publikation nicht über die angeregte Diskussion hinwegturnen können.

Vor allem, weil ja der Direktor des katholischen (!) Bildungshauses Schloß Puchberg bei Wels selbst darauf hinweist, dass bei ihm zahlreiche Yoga-Kurse angeboten werden. Welche? Es ist höchst an der Zeit, dass das Land Oberösterreich die Vergabe von Subventionen an die unkatholisch gewordene Bildungseinrichtung unter die Lupe nimmt. Denn vom inzwischen nicht mehr ganz neuen Bischof Manfred Scheuer kann man eine Kontrolle nicht erwarten.

Der Rechnungshof müßte auch alle Subventionen an Stifte und Klöster überprüfen. Aktuell geht es um einen weit überhöhten Kaufpreis für landwirtschaftlichen Grund des Stiftes St. Florian in der Gemeinde Kleinzell im Mühlkreis (Bezirk Rohrbach).

Albert Engelmann 4115 Kleinzell i. M.

Der 13.“ erscheint als Monatspublikation und bietet einen Überblick über das Geschehen in Kirche und Welt. Wenn Sie Probe-Exemplare bekommen möchten oder die Zeitung für 24 Euro im Jahr abonnieren möchten, schicken Sie eine E-Mail an office@der13.com.

Wir brauchen Ihre Mitarbeit! Informieren Sie uns über Veranstaltungen, schreiben Sie uns Leserbriefe, schicken Sie uns Zeitungsartikel, die die Kirche betreffen… Danke!

Tel.: +43 (0)7282/5797      Fax: +43 (0)7282/579713     Email: office@der13.com

Anschrift in Österreich: A-4115 Kleinzell 2

Anschrift in Deutschland:  94108 Wegscheid, Postfach 75

Die nächste Ausgabe der Zeitung „Der 13.“ wird voraussichtlich am 12. April 2017 gedruckt und in Österreich am gleichen Tag ausgeliefert.

Übrigens: Exemplare des „13.“ liegen ab jetzt am Schriftenstand der Kapelle St. Athanasius in Hattersheim bei Frankfurt aus.

Ein Besuch lohnt sich jetzt also doppelt… 😉

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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