spes-unica-Sonntag am 26. März 2017

Glaubenskundgebung in Hattersheim-Okriftel

 

Bildergebnis für pater niklaus pflugerAls Vortragenden konnte die actio spes unica heuer den Ersten Assistenten des Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X, H.H. Pater Nikolaus Pfluger gewinnen. Der Schweizer Geistliche, Jahrgang 1958, bekleidet dieses Amt seit 2006, als Generalvikar vertritt er dabei den Generaloberen, wenn dieser verhindert ist und unternimmt häufig Reisen, da er (wie der Zweite Assistent) weltweit jedes Seminar und jeden Distrikt zumindest einmal im Jahr visitiert (dazu: http://fsspx.org/de/die-generalassistenten).

Da ich, anders als letztes Jahr, wieder in meinem Heimatort in der Nähe von Hattersheim wohne, konnte ich bereits am lateinischen Hochamt um 10:30 Uhr teilnehmen und die gesangliche Untermalung durch den herrlichen Chor des St.-Theresien-Gymnasiums Schönenberg) genießen. Wiederum hatten helfende Hände den nüchternen Saal im Haus der Vereine in einen sehr würdigen sakralen Raum verwandelt, dessen geschmückter Altar mancher „regulären“ Kirche im Bistum übrigens gut zu Gesicht stehen würde…

Bereits in seiner Predigt setzte der das Hochamt zelebrierende Pater Pfluger interessante Akzente. Ausgehend von der oftmals (m.E. nach auch in Kreisen der Tradition mit einer gewissen selbstgefälligen Larmoyanz) gestellten Frage, warum denn bloß so wenig gelebter Glaube zu sehen sei, kam er vor den ca. 200 Gläubigen auf die Disposition des einzelnen als Voraussetzung seiner individuellen Rettung und auf den Pharisäergeist zu sprechen. Der herrsche auch in traditionsbewussten Gemeinden, die vielleicht allzu selbstgewiß von der eigenen Rettung aufgrund der Sonntagsmessen, der Beichte und der häufigen Gebete ausgingen. Zu Recht ging er in diesem Zusammenhang auf den früheren Hattersheimer Seelsorger Pfarrer Milch ein, der „Auserwähltenstolz“ in den eigenen Reihen heftig kritisierte. Vielmehr sollte man, so Hochwürden Niklaus Pfluger, demütig und dankbar die zahlreichen Gelegenheiten zum Empfang der Sakramente wahrnehmen. Mit seinem Hinweis auf das Buch Das Todesurteil – Als ich Christ wurde im Irak von Joseph Fadelle (http://www.fe-medien.de/das-todesurteil) verdeutlicht er, dass uns Selbstverständliches für andere Menschen beinahe unerreichbar sei, so für diesen 13 Jahre lang die Taufe und das ihm im Traum erschienene „Brot des Lebens„.

Bei der obligatorischen Musterung der Büchertische im Vorraum des Saales erwarb ich den Vortrag des spes-unica-Sonntages 2012 von H. H. Pater Pfluger „Rom und die Tradition“ auf 2 CD (http://www.spes-unica.de/bildung/vortrag/pfluger_abkommen.php).

Die nachmittägliche, gut einstündige Rede „Gott schuf den Menschen als Mann und Frau“ – Die katholische Antwort auf Amoris laetitia entpuppte sich als tiefgehender theologischer Vortrag über das Wesen der katholischen Ehe. Eines platten „Papst-Bashings“ abhold, fing der Vortragende buchstäblich „bei Adam und Eva“ an, um zu verdeutlichen, worum es in der Ehe im Kern gehe, nämlich um die Spiegelung des Bundes Christi mit seiner Kirche. Daher könne, so der Pater, auch nicht Abschwächung oder Lösung des Ehebandes richtig sein, sondern vielmehr die Rückkehr zum (paradiesischen) Ausgangspunkt – der Einheit in Gott. Nicht umsonst habe der Herr darauf abgestellt, dass Mann und Frau „ein Fleisch“ werden. Das Eheband symbolisiere die Unauflöslichkeit der Liebe Gottes: nicht mehr rücknehmbar. Anhand aussagekräftiger Stellen in den Evangelien wies er akribisch nach, dass der Herr bereits gegenüber Sadduzäern und Pharisäern strikt das Eheband verteidigte und auf die übernatürliche Gnade hinwies („Wer es fassen kann, fasse es“). Selbst in der „Galiläischen Krise“, als viele sich absentierten, griff er nicht (in meinen Worten) zu „Formelkompromissen“, sondern fragte stattdessen sogar den innersten Kern seiner Anhänger provokativ: „Wollt auch Ihr gehen?“.

Als Hoffnung für die Ehe nannte der Pater die kommenden Ehebünde vor allen aus dem Kreis der Jugend in der Tradition und verwies auf einen kürzlichen Besuch in Japan. Im Land der aufgehenden Sonne war die Kirche ja nach einem Jahrhunderte andauernden „Winter“ härtester staatlicher Verfolgung nur zu einem „Frühling“ im Stande, weil der Glaube dort treu in den katholischen Familien weiter gegeben wurde.

Mag mancher Zuhörer auch nach den wohlgesetzten, eines Katheters angemessenen und mithin jede Polemik vermeidenden Worten des 1. Generalassistenten optimistische Rückschlüsse auf den Gesprächsprozeß der FSSPX mit Rom ziehen – direkt angesprochen wurde jedenfalls in dieser Hinsicht nichts… 

Sollte Ihnen meine kurze, aber halt unzulängliche Zusammenfassung geholfen haben: Danke für die Blumen.

Falls nicht: Gehen’s halt bittschön im nächsten Jahr selber hin….

😉

Advertisements

Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
Dieser Beitrag wurde unter Kath. Vereinigungen, Katholischer Glaube abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu spes-unica-Sonntag am 26. März 2017

  1. Brettenbacher schreibt:

    Hat geholfen !

    Gefällt mir

  2. ig schreibt:

    This is my first time pay a visit at here and i am actually pleassant
    to read all at one place.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s