Glaube und Identität in Frankreich (die-tagespost.de)

 

Glaube und Identität in Frankreich

Szene aus dem neuen Kinofilm „La morsure des Dieux“ (Der Biss der Götter) von Cheyenne Carron, in dem ein Bauer dem Pfarrer die Christianisierung einer ursprünglichen Identität Frankreichs vorhält.

Die nationale Identität steht im Zentrum des französischen Wahlkampfes, auch wenn die zahlreichen Ermittlungen der Justiz zu angeblichen Verfehlungen der verschiedenen Kandidaten davon ablenken. Diese Diagnose wird über die Parteigrenzen geteilt. Für den konservativen Publizisten Charles Beigbeder ist die …

Vollständiger Artikel: https://www.die-tagespost.de/feuilleton/Glaube-und-Identitaet-in-Frankreich;art310,177147

Betrachtet man Deutschland aus diesem Blickwinkel, so muß man dem hierzulande vorherrschenden Caritas-Kampagnen-Katholizismus mit seinen platten Politphrasen und geistigen Kurzschlüssen nicht nahe stehen, um in der hiesigen identitären Strömung manche Ungereimtheit festzustellen. So wird dort die Fiktion des „christlichen Abendlandes“ bevorzugt von Akteuren propagiert, welche bislang nicht durch die Umsetzung christlicher Grundwerte in ihrem Privatleben oder Gottesdienstbesuche auffielen. Manche scheinen eher auf den rückkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser statt auf den rückkehrenden Christus zu warten, mit christlichen Symbolen und Begriffen hantiert man gleichsam wie mit Relikten aus dem Theaterfundus. Obgleich die neuen Bundesländer von 1933 bis 1990 unter der Herrschaft kirchenfeindlicher Regimes standen und die westlichen Bundesländer nach 1945 immer stärker in den agnostischen Hedonismus abglitten, suggeriert der Kampfbegriff eine christlich geprägte Gesellschaft, welche bereits lange schon nicht mehr der Realität entspricht. Kommt doch der deutsche Durchschnittsbürger mit christlichen Ritualen häufig nur mehr an wenigen Randbereichen seines Lebens wie etwa Beerdigungen, Taufen im Familienkreis oder Hochzeiten in Berührung. Sowohl sein gezwungenes Benehmen in der Kirche als auch seine legere Kleidung ist dann meist auch danach, daher dürfe der Begriff eines Missionslandes treffender sein. Fehlende Glaubenskenntnis führt auch zu hilflosen Symbolen wie schwarz-rot-gold „geschmückten“ Kreuzen bei PEGIDA-Demonstrationen, welche notwendig irritierte Fragen nach der dabei wohl beabsichtigten Botschaft aufwerfen.

Politisch gesehen standen sich Katholizismus und deutscher Nationalismus seit den Zeiten des unseligen Kulturkampfes fremd gegenüber, hier wird für Identitäre „wenig zu holen sein“. Wird man als vernünftiger, weil am Gemeinwohl orientierter Staatsbürger selbstredend nicht dem schrankenlosen Zuzug beispielsweise von Schwarzafrikanern zustimmen können, ruht doch gleichzeitig als Katholik die Hoffnung auf Kardinälen wie Robert Sarah und den zum größten Teil noch rechtgläubigen Katholiken Schwarzafrikas.

Allein diese wenigen ambivalenten Aspekte machen die Fragwürdigkeit einer „gemeinsamen Frontstellung“ von Glaube und Identität deutlich. Trotz migrations-euphorischen Kardinälen wie Woelki und der – bedingt durch Staatsversagen – stetig wachsenden Terrorgefahr durch IS-Attentäter im Inland darf sich der Katholizismus (oder was von diesem hierzulande von der Hierarchie noch übrig gelassen wurde) nicht politisch vereinnahmen lassen. Weder von einer fragwürdigen Pastorentochter noch von zwielichtigen Möchtegern-Volkstribunen.

 
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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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