Fasten? („Der 13.“)

 

 

Römisch-Katholisch

33. Jg./ Nr. 3

13. März 2017

Preis: 2,8 Euro (A); 2,8 Euro (D); sfr 4 (CH)

 

Fasten?

VON PRÄLAT ULRICH KÜCHL

 

Fasten im eigentlichen Sinn des Wortes bedeutet Enthaltung von Nahrung, also Nichtessen während einer bestimmten kürzeren oder längeren Zeit. Philosophen, Lebenskünstler und Wellnessapostel sehen im Fasten einen Verlust geringerer Werte zur Erlangung höherer Werte. In den Religionen wird Fasten als Mittel zum Zweck ausgeübt, Frömmigkeit zu erlangen. Die Katholische Kirche sieht in der vorösterlichen Fastenzeit nur eine Frömmigkeits-Übung, ausdrücklich nur als Mittel, den Glauben an das Große Ostergeheimnis, die Auferstehung unseres HERRN zu stärken. Im Laufe der Kirchengeschichte wurde die Frömmigkeitsübung des Fastens allerdings immer mehr eingeschränkt oder aufgeweicht, bis man heute unter Fasten nur mehr den Ersatz bestimmter Lebensmittel durch andere versteht, also beispielsweise den Ersatz einer Wurstsemmel durch eine Buttersemmel. Vegetarier, die sowieso ganzjährig Wurstsemmeln durch Käsesemmeln ersetzen, könnten dieser Interpretation zufolge entweder zur Einhaltung des Kirchengebotes unfähig sein, oder den Ersatz von Spaghetti durch Erdäpfel auch als Fasten bezeichnen. Auch bloße Mengenreduzierungen pro Mahlzeit, das Nicht-satt-werden, wird heute schon als „Fasten“ bezeichnet.

Fasten im eigentlichen Wortsinn jedoch wird von der Mehrzahl der Katholiken als medizinisch (vermeintlich) unmöglich abgelehnt. Das kirchliche Fastengebot hat sich dem heutigen Verständnis wohl oder übel angepasst. Selbst diese nicht mehr Fasten zu nennenden Frömmigkeitsübungen werden von zeitangepassten kirchlichen Kreisen auch noch beiseite geschoben und durch neue, meist zu wenig durchdachte Übungen ersetzt. Diese heißen zum Beispiel „Autofasten“ und „Fernsehfasten“, was im strengen Wortsinn (siehe oben) „Nichtessen von Autos“ oder „Nichtessen von Fernsehern“ bedeuten würde.

Der neueste Supervorschlag einer österreichischen Politikerin ist noch kühner und lautet: 40 Tage „Plastik-Fasten“ einhalten! Ob alle diese Neuigkeiten wirklich näher zu GOTT führen? Gleichgültig, ob sich der Katholik bloß an den Buchstaben des Kirchengebotes hält (was für Trappisten und Vegetarier ja unmöglich ist), oder wenigstens an einem Tag der Fastenzeit wirklich fastet (siehe oben) –  er soll es tun, um immer besser das Wichtigste überhaupt zu erlernen: Mit JESUS leben, sterben und auferstehn!

 

Der 13.“ erscheint als Monatspublikation und bietet einen Überblick über das Geschehen in Kirche und Welt. Wenn Sie Probe-Exemplare bekommen möchten oder die Zeitung für 24 Euro im Jahr abonnieren möchten, schicken Sie eine E-Mail an office@der13.com.

Wir brauchen Ihre Mitarbeit! Informieren Sie uns über Veranstaltungen, schreiben Sie uns Leserbriefe, schicken Sie uns Zeitungsartikel, die die Kirche betreffen… Danke!

Tel.: +43 (0)7282/5797      Fax: +43 (0)7282/579713     Email: office@der13.com

Anschrift in Österreich: A-4115 Kleinzell 2

Anschrift in Deutschland:  94108 Wegscheid, Postfach 75

Die nächste Ausgabe der Zeitung „Der 13.“ wird voraussichtlich am 12. April 2017 gedruckt und in Österreich am gleichen Tag ausgeliefert.

Übrigens: Exemplare des „13.“ liegen ab jetzt am Schriftenstand der Kapelle St. Athanasius in Hattersheim bei Frankfurt aus.

Ein Besuch lohnt sich jetzt also doppelt… 😉

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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