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Die heilige Beichte – das Sakrament der göttlichen Barmherzigkeit

In diesem Beitrag wollen wir uns mit der heiligen Beichte beschäftigen, die uns der unendlich barmherzige Vater durch seinen einzigen Sohn Jesus Christus geschenkt hat: „Nachdem er [Jesus] das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert“ (Joh 20,22f). Damit wird den Aposteln und ihren Nachfolgern, den Bischöfen und Priestern nicht erlaubt, das Sakrament der Beichte willkürlich zu verwalten, sondern im Rahmen der Gesetze Gottes, der der barmherzige und vollkommene Arzt unserer Seele ist.
Wir dürfen weder unsere Krankheiten noch unsere Sünden auf die leichte Schulter nehmen. Kein Mensch würde sich freiwillig eine leichte Verletzung zufügen – bei den sogenannten lässlichen Sünden, die wir besser Wundsünden nennen, da sie unsere Seele anritzen und unser Verhältnis zu Gott verwunden, sind wir leider weniger vorsichtig. Steuern wir dagegen, indem wir das Gute tun und das Böse meiden. Maßstab dafür ist die Gottes- und Nächstenliebe, das Evangelium, die 10 Gebote und ein guter Beichtspiegel. Bilden wir danach unser Gewissen.
Meiden und fliehen wir bei Versuchungen, beten wir in diesen Situationen und betrügen wir uns nicht selbst. Gefährlich werden uns der Eigenwille, die Untugenden und Schwächen. Durch die Ursünde, den Ungehorsam Gott gegenüber, haben Adam und Eva sowie alle Menschen die heilig machende Gnade, das heißt die göttliche Liebe und das Wohlwollen Gottes verloren. Der barmherzige Gott hat die Menschen aber nicht verlassen, sondern immer begleitet. Er schützte Kain durch ein Mal vor der Ermordung, lässt Noah die Arche bauen, will durch Abraham die ganze Menschheit segnen, schenkt dem Mose die 10 Gebote und mahnt durch die Propheten zur Umkehr. Gott liebt die Welt so sehr, dass er seinen einzigen Sohn Jesus Christus sendet, der den Menschen das Reich Gottes verkündet, die Kranken heilt und den Sündern vergibt bis hin zu seinen Henkern. Jesus leidet und stirbt für uns. Er will, dass wir mit ihm auferstehen. Deshalb schenkt er uns die Sakramente. In der Taufe nimmt der dreifaltige Gott uns die Erbschuld und schenkt uns seine Liebe. Den Zündstoff der Sünde lässt er uns zur Bewährung und zum Kampf. Wenn wir fallen, richtet Gott uns in der heiligen Beichte wieder auf. Unser tägliches Brot ist der Kampf gegen die Versuchungen und Sünden.
Persönliche Sünden sind bewusste und willentliche Übertretungen der Gebote Gottes. Bei einer Wundsünde (= lässliche Sünde) bleiben wir in der Gnade und in der Liebe Gottes, entfernen uns aber von Ihm, was wir sehr ernst nehmen müssen, wie auch unsere leiblichen Krankheiten. Bei einer Todsünde (= schwere Sünde) übertreten wir bewusst und freiwillig in einer schweren Sache die Gebote Gottes. Hier ist es hilfreich, wenn wir ohne anzuklagen konkret werden. Schwere Sünden sind: Gotteshass, nicht beten, vom Glauben abfallen, fluchen, die Sonntagsmesse ohne schwere Krankheit auslassen, die Eltern schwer missachten, Mord, Abtreibung, Verhütung, Ehebruch, fehlende Nächstenliebe wie Mobbing, schwerer Diebstahl. Heilung finden wir wie der verlorenen Sohn in der heiligen Beichte.
Das Zentrum der heiligen Beichte ist die Reue. Aus Liebe zu Gott (= Liebesreue) tun uns unsere Sünden leid, wir wollen nicht mehr sündigen: „Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz und dies ist mir der größte Schmerz, dass ich erzürnt Dich höchstes Gut, drum wasch mich rein in Jesu Blut. Dass ich gesündigt, ist mit leid, zu bessern mich bin ich bereit. Verzeih, o Gott, mein Herr, verzeih und wahre Buße mir verleih. Amen“. Wenn eine große Fleischwunde nicht behandelt wird, werden wir daran sterben. Die Furcht vor der Hölle und der Gerechtigkeit Gottes nennen wir Furchtreue. Sie ist ausreichend für die heilige Beichte. Besser ist es, wenn wir uns um die Liebesreue bemühen, wobei die Grenzen fließend sind.
In der heiligen Beichte ist ein ehrliches und vollständiges Bekenntnis notwendig. Schämen wir uns nicht – wir sind alle Sünder. Haben wir unabsichtlich etwas vergessen, wird diese Sünde uns verziehen – wir sagen sie in der nächsten heiligen Beichte. Am besten sagen wir nach unserem Bekenntnis in der heiligen Beichte, dass wir alle unsere Sünden seit unserer Sündenfähigkeit mit einschließen. Vergessen wir absichtlich eine schwere Sünde, ist die Beichte ungültig und zu wiederholen. Wir müssen auch unbedingt sagen, wenn wir etwas verschwiegen haben und was wir verschwiegen haben.
Der Priester legt uns nach der Lossprechung eine Buße auf, die wir als Ausdruck unserer Reue gerne verrichten. Selbstverständlich haben wir angerichteten Schaden wieder gut zu machen.
Hilfreich sind uns die sogenannten 6 B: Beten um den Heilligen Geist – Besinnen (Beichtspiegel, Gewissenserforschung) – Bereuen – Bessern (Vorsatz) – Bekennen (dem Priester in der heiligen Beichte) – Büßen (das Bußwerk verrichten und den Schaden wieder gut machen).
Neben dem allgemeinen Vorsatz, nicht mehr zu sündigen, ist auch ein spezieller Vorsatz wichtig. Wir arbeiten besonders gegen eine unserer Untugenden, was auch insgesamt positive Auswirkungen haben wird. Lassen wir uns nicht entmutigen, wenn wir immer das Gleiche beichten müssen, stehen wir sofort wieder auf, bleiben wir nicht liegen! Denken wir an die Sünder im Evangelium, die von Jesus Vergebung erfahren durften: Zachäus, Petrus, Maria Magdalena und der rechte Schächer am Kreuz.
Gehen wir regelmäßig zur heiligen Beichte, damit uns Jesus die Seele durch die Vergebung der Sünden reinigt, unsere Wunden verbindet sowie uns in unserem Kampf durch besondere Gnaden stärkt. Wir kümmern uns ja auch um unseren Leib. Bitten wir Gott um seine Gnaden, sein Gabentisch ist voll und Er weiß, was wir brauchen. Wichtig ist, dass wir dies erkennen und Gott darum bitten. Wir dürfen nicht selbstgerecht und selbstgefällig werden; das heißt, wir dürfen keinen Stein auf eine andere Seele werfen, weil wir alle gleich sind.
Eine wichtige Hilfe ist uns der Ablass, der die heilige Beichte, die heilige Kommunion und die entschlossene Abkehr von jeder Sünde als Zentrum hat, so dass der Ablass ganz auf die Liebe zu Gott ausgerichtet ist. Dazu kommt noch ein besonderes Werk wie etwa der Gang durch eine heilige Pforte oder das gemeinsame Rosenkranzgebet oder die Teilnahme an einer halbstündigen Anbetung vor dem Allerheiligsten sowie ein Gebet für den Papst. In der Beichte werden uns die Sünden vergeben und wir sind von der ewigen Sündenstrafe (= Hölle) frei. Es bleiben aber zeitliche Sündenstrafen. Man kann die Sündenstrafen mit den Rückständen in einer Lunge eines Rauchers vergleichen, der mit diesem Laster aufgehört hat oder auch mit Gold, das im Schmelzofen von der Schlacke gereinigt werden muss. Im Ablasswerk können wir davon befreit werden, wozu uns die Verdienste Christi und seiner Heiligen zur Verfügung gestellt werden. Es ist schön, wenn wir die Armen Seelen in der Reinigung nicht vergessen und ihnen unser Ablasswerk schenken, sie werden es uns danken. Stellen wir bei der heiligen Beichte immer die Barmherzigkeit, Liebe und Güte Gottes in den Mittelpunkt. Die heilige Beichte ist keine Schikane, sondern eine Befreiung von den gegen Gott, die Mitmenschen und uns selbst gerichteten Sünden. Jeder vernünftige Mensch entfernt den Schmutz an seinem Leib – umso mehr sollen, ja müssen wir durch Jesus in der heiligen Beichte den Schmutz unserer Seelen entfernen lassen; denn nur Gott kann Sünden vergeben, was Er auch gerne tut. Machen wir uns dabei in Versuchungen und allen widrigen Situationen immer klar: Wir dürfen für Jesus kämpfen, weil Er für uns gestorben ist!
Eine weitere Hilfe ist das schöne Gebet: „Jesus, Maria, Josef, ich liebe Euch, rettet Seelen“. Damit üben wir die Gottes- und die Nächstenliebe.

P. Andreas Hirsch FSSP

Foto: (c) Dr. B. Meier

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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Eine Antwort zu Die heilige Beichte – das Sakrament der göttlichen Barmherzigkeit (http://blog.forum-deutscher-katholiken.de/?p=7944#more-7944)

  1. francomacorisano schreibt:

    Viele Gemeinden haben inzwischen keinen eigenen Pfarrer mehr. Heilige Messen finden nur noch alle zwei Wochen statt. Zur Krankensalbung kommt längst kein Pfarrer mehr vorbei. Auch den Katholischen Kindergarten hat lange kein Pfarrer von innen mehr gesehen. Wo man die Beichte ablegen kann, wissen vielleicht noch ein paar Omas. Die deutsche Beamtenkirche lebt auch ohne ihre Schäfchen gut. Oh welch ein krankes Land…..!

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