Fundstück: Die Erzdiözese Wien setzt die 10 Gebote als nur für das Volk Israel zu Zeiten des Alten Testamentes für uns als nur relativ außer Kraft. (beiboot-petri.blogspot.de)

Fundstück: Die Erzdiözese Wien setzt die 10 Gebote als nur für das Volk Israel zu Zeiten des Alten Testamentes für uns als nur relativ außer Kraft.

Auf dieses Fundstück hätten wir lieber verzichtet, andererseits ist es bei jeder Krankheit und für jeden Kranken besser- möglichst rechtzeitig- eine klare Diagnose, auch wenn sie erschreckt, zu haben, um vielleicht mit der passenden Therapie zu retten, was zu retten ist.

Da könnte man sagen, daß das Chaos in einer theologisch desorientierten und führungslosen Kirche hier für jeden sichtbar wird. Die Erzdiözese Wien hat nun mit einem Kommentar zu den 10 Geboten, hier speziell zum 6. Gebot- veröffentlicht, der den Leser in einer Rabulistik und Schlaubergerei und seinem beinharten Relativismus einigermaßen verblüfft zurück läßt. Und man entblödet sich auch nicht, heutige Gleichberechtigungsmaßstäbe an den Gebotetext anzulegen, um ihn so zu als rein patriarchalisch und heute unanwendbar zu diskreditieren. Ob ihnen bei ihrem Sophismus aufgefallen ist, daß man mit dieser historisierenden Methode auch jedes Wort Jesu relativieren und damit als ewige Wahrheit außer Kraft setzen kann?
Hier geht´s zum Original:   klicken

Hier zwei Ausschnitte aus dem Original:
(…..)

„Diese uns ungerecht erscheinende Behandlung von Mann und Frau ist vor dem Hintergrund der patriarchalen Gesellschafts- und Familienordnung des Volkes Israel zu sehen. Da die Ehefrau im weitesten Sinne zum Besitz des Mannes gehörte, stellte der Ehebruch die Verletzung seiner Besitz- und Rechtssphäre dar. Darüber hinaus garantierte die sexuelle Treue der Ehefrau die Legitimität seiner Nachkommen. Das sechste Gebot stellt also in erster Linie eine Norm zum Schutz des Fortbestands des Stammes, der Sozialordnung und der Gerechtigkeitsvorstellung dar.“

Das sechste Gebot ins Heute übersetzen

Da die Sozialordnung des Volkes Israel gänzlich verschieden von unserer ist, muss das Ehebruchsverbot heute immer wieder neu ins Heute übersetzt werden, damit es seine Relevanz nicht verliert. Die Tradition der Kirche hat mit diesem Verbot lange Zeit alles in Verbindung gebracht, was sich auf Sexualität bezog und sämtliche sexuellen Handlungen außerhalb der Ehe pauschal als Todsünde bewertet.

Eine solche Interpretation hält weder dem exegetischen Befund noch dem Ringen theologischer Ethik um eine differenzierte Bewertung stand.

Keine Abwertung der Sexualität

In seinem ursprünglichen Wortlaut intendiert das 6. Gebot weder eine generelle Abwertung von Sexualität noch begründet es ein pauschales Verbot von Handlungen wie Masturbation, Pornographie, Prostitution, etc. Es eignet sich nicht einmal ohne weiteres zur Begründung der Unauflöslichkeit der Ehe, sondern setzt vielmehr ein Scheidungsrecht voraus, das es in Israel auch gab.
Der verblüffte Leser fragt sich, was die Motivation zu derlei Aussagen war: Opportunismus gegenüber Rom und dem Zeitgeist? Apostasie? Beides?

 

 

Dem Blog Beiboot Petri herzlichen Dank für den Hinweis!

Dass das Zitat aus der Erzdiözese des Kardinal Schönborn stammt, wird niemanden, der das Wirken dieses Geistlichen beobachtet, erstaunen. Natürlich sind die 10 Gebote, welche die Katholische Kirche seit jeher lehrte, für die „postkatholische Restrukturierung“ unbrauchbar – dies liegt offen auf der Hand. Wie sollte man auch die Kirche mit unverkürztem Dekalog in die entstehende hedonistische und anthropozentrische „schöne neue Welt“ paßgenau integrieren? Warum sollten sonst „der Papst, die Bischöfe und ihre theologischen BeraterInnen [sic!] derzeit um eine menschliche Lösung für die sog. wiederverheirateten Geschiedenen“ ringen? Was bedeutet wohl „menschliche Lösung“ in diesem Kontext? War die bisherige Auffassung der Kirche seit knapp 2000 Jahren unmenschlich, so dass nun eine „menschliche“ gefunden werden müßte? Oder ist die menschliche Lösung diejenige, die dem Menschen (aber nicht Gott) gefällt, wovor bereits der Hl. Paulus im 2. Brief an Timotheus warnt (Kap. 4., Verse 3 und 4: „Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln; und man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden“). Politisch-korrekt mit „Binnen-I“ sucht sich die Hierarchie fügsam im Globalisierungs-Mainstream ein kleines Plätzchen, denn iintegrierbar ist nur eine rein diesseitsbezogene, rudimentär-katholische NGO mit „überarbeitetem“, also zurechtgebogenem Dekalog. Man bevorzugt die bis zur Unkenntlichkeit verdünnte Verkündigung eines infantilen „Lieben Gottes“, der – gleich einem senilen Großväterchen – am Rande gerade noch geduldet wird, während die „Erleuchteten“ selbst für ihre Erlösung sorgen. Daher enthält der neue Dekalog, was der gottgleiche Mensch von einem Gott (wenn es ihn denn geben würde…) gerne hören möchte – nicht mehr, was der Schöpfer seinen Geschöpfen zu sagen hat. Denn als Schöpfer offenbart sich nun offen der Mensch – der von der Gegenkirche schon seit Jahrhunderten in verborgenen Strukturen hingebungsvoll gepflegte Hominismus tritt streitbar an‘ s Tageslicht – auch im Innenraum der Kirche.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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Eine Antwort zu Fundstück: Die Erzdiözese Wien setzt die 10 Gebote als nur für das Volk Israel zu Zeiten des Alten Testamentes für uns als nur relativ außer Kraft. (beiboot-petri.blogspot.de)

  1. francomacorisano schreibt:

    Die 10 Gebote stammen direkt von Gott, sind somit immer und überall gültig und müssen daher NICHT „vor dem Hintergrund der patriarchalen Gesellschafts- und Familienordnung des Volkes Israel“ gesehen werden. Eine relativierende Auslegung ist einer Erzdiözese nicht würdig. Will der Erzbischof sich über Gott stellen???

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