Streitbarer Nachklapp: „Welttag der Frauen“ (civitas-institut.de)

 

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Donnerstag, den 09. März 2017
So, das war’s erstmal, diese vierundzwanzig Stunden sind vorbei. Der Lärm um die angebliche Gleichheit von Mann und Frau wird nun für ein Jahr wieder etwas leiser. – Allerdings: hinter der Lächerlichkeit dieser Propaganda verbirgt sich eine äußerst gefährliche Idee.

Allüberall liest, hört, sieht man Altbekanntes über eine angebliche Benachteiligung der Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft, deren Opfer sie sei, und allüberall wird die Gleichheit im politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben gefordert. Nicht etwa nur in Nachrichten und auf Gewerkschaftstagungen und Pfarrgemeinderatssitzungen, sondern viel geschickter auch in (immer langweiligeren) Spielfilmen, Seifenopern etc.. Die Propaganda läuft, mehr oder weniger brutal, mehr oder weniger versteckt.

Nebenbemerkung: sie läuft und wirkt nur dort nicht, wo die Frau von irgendeiner Art der Gleichberechtigung oder Gleichheit zivilisationenweit entfernt ist, was aber in Nachrichten, Gewerkschaftstagungen und Pfarrgemeinderatssitzungen nicht für bemerkenswerte Aufregung sorgt, und in Feminist(inn)enkreisen schon gar nicht. Nein: wir sagen nicht, welche Religion wir hier meinen!

Diese Idee des Weltfrauentages ist ärgerlich, sogar schockierend. Mehr noch: sie ist ermüdend. Es gibt inzwischen derartig viele Tage, an denen irgendeiner Sache gedacht werden soll, dass man inzwischen überhaupt nicht mehr weiß, was man denn da überhaupt noch ernst nehmen soll. Gibt es den „Tag der Zahngesundheit“? Den „Tag der Klempnerei“? Den „Tag der Freundlichkeit am Steuer“? Den „Tag des deutschen Baumes“ gibt es wohl nicht, der wäre ja auch rechtsradikal. Im Ernst: es gibt 460 „Welttage“ im Jahr; wer will, kann sich hier seinen ganz persönlichen Feiertagskalender zusammenstellen.

460 „Welttage“! Darunter einige, deren Lächerlichkeit nicht zu überbieten ist. Und inmitten dieser absurden Lächerlichkeit ein Welttag der Frauen – das ist wenig schmeichelhaft und eigentlich doch beleidigend, unsere Frauen inmitten des Tages der Minzschokolade, des Weltkrokettentages oder des Internationalen Aktionstags gegen Staudämme wiederzufinden.

Hinter all dieser völligen Absurdität steckt aber eine Idee, die ebenso falsch wie gefährlich ist, nämlich die Idee der Gleichheit zwischen Mann und Frau, die Idee als sei eine solche Gleichheit zwischen Menschen auch nur notwendig. Die Gleichheit vor dem Gesetz bzw. die Gleichberechtigung ist ein enormer Fortschritt der christlichen Zivilisation, und nur und einzig der christlichen Zivilisation. Man ist aber inzwischen zu einer allgemeinen Gleichheit übergegangen, und das ist ein ganz erheblicher Rückschritt, von dem der gute alte Wirt Prokrustes mit seinem Bett eine Vorstellung gibt, der alle seine Gäste gleich haben wollte und deshalb den Größeren überstehende Glieder abhackte, die Kleineren aber streckte, damit sie alle in das gleiche Bett paßten. Am Ende waren alle verstümmelt, das störte Prokrustes aber nicht, denn für ihn war sein Bett das Maß aller Dinge.

Da wird immer und immer wieder die Meldung verbreitet, dass nur eine geringe Prozentzahl der Managerposten von Frauen besetzt seien, und die Frauenquote wird mit Gesetzeskraft durchgedrückt, ungeachtet des berechtigten Spottes über die „Quotilde“, die nun einen solchen Posten bekommt. Gar nicht zu reden vom „Priestertum der Frau“, zuletzt von Johannes Paul II. definitiv für unmöglich erklärt und von greisen Berufskathos unverzagt immer wieder gefordert.

Was stört es denn, dass in Berufen die Quoten (oft sehr) ungleich sind? Anscheinend werden z.B. Kinder zu 100 % immer noch einzig und allein von Frauen geboren. Was soll denn da eine Diskussion? Würde sie nicht zu dem ganz offensichtlichen Ergebnis führen, dass die Natur aller Lebewesen sehr „divers“ ist, um ein Modewort zu gebrauchen, dass es also einen natürlichen Unterschied zwischen Mann und Frau gibt? Und selbst wenn ein erst vor relativ kurzer Zeit aufgetauchtes Modell im nördlichen Abendland die Frauen zu bezahlter Arbeit zwingen will, dann ist das nichts weiter als ein Modell unter vielen anderen, noch dazu mit deutlich erkennbaren Nachteilen für Familie und Gesellschaft.

Es gibt im Feminismus anscheinend Richtungen, die nun (recht spät, allerdings) erkennen, wie fremd Frauen ein männliches Lebensmodell eigentlich ist. Das wäre auch ein Gebiet, über das man sich einmal Gedanken machen sollte: da werden Statistiken erstellt, wie teuer die Gesellschaft das ungenutzte Arbeitspotential oder die angeblich ungleiche Bezahlung der Frau kommt. Wie teuer aber kommt sie Gesellschaft die Aufgabe der traditionellen Rolle der Frauen zugunsten beruflicher Tätigkeit, wenn man die Erziehung der Kinder und somit insbesondere die gesellschaftlichen Folgen der Vernachlässigung der Kinder einrechnet? Keine noch so gute KiTa, kein noch so guter Kindergarten ersetzt die liebevolle, sichere Geborgenheit und das geregelte Zusammenleben der Familie, die sich um die Mutter schart.

Das Lächerlichste und Verdrehteste allerdings bleibt diese künstliche, spannungsgesättigte, allmächtige, heftige Inbrunst, mit der man eine Gleichheit herstellen will. Wirklich gleich können nur homogene Mengen gleich sein: fünf Äpfel und vier Birnen ergeben eben keine neun Bipfel. Gott hat jeden Menschen einzigartig erschaffen, jedes Geschlecht genau auf seine Aufgaben ausgerichtet und dafür optimal begabt, und diese Idee der absoluten Gleichheit, dieser daraus folgende Gender-Unsinn vom frei wählbaren Geschlecht lässt einem die Haare zu Berge stehen. Es hat ganz den Anschein, als ob alle diese inzwischen arg gealterten Vertreter einer völlig verdrehten Ideologie eine so verengte Sichtweise haben, dass sie gegebene Realitäten einfach nicht mehr sehen können, falls sie sie je gesehen haben. Von der Generation, die solche Ideen immer noch vertritt, sagte man früher (als sie noch „studierten“ und die Freiheiten des Studiums für Demonstrationen nutzten): „Sie wissen nichts und alles besser.“

Das hat sich bis heute nicht geändert.

JV

Nachrichtenarchiv des Civitas-Institut

http://www.civitas-institut.de/index.php?option=com_content&view=category&id=1&Itemid=33

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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