Im Blickpunkt: Als der Funke übersprang (die-tagespost.de)

Im Blickpunkt: Als der Funke übersprang

Von Regina Einig

Der Tod von Pfarrer Hans Buschor hat viele Gläubige bewegt, denen das allmähliche Verschwinden der Volkskirche besonders schmerzhaft zusetzt. Die Mehrheit der Getauften mag zwar nicht einmal mitbekommen, wenn in den Gemeinden Werktagsmessen gestrichen werden und die Reihen der Beter bei katholischen Klassikern wie dem Tag des Ewigen Gebets und der Maiandacht immer dünner besetzt sind. Doch ein Kern zuverlässiger Kirchgänger leidet unter der Verdunstung von Glaube und Praxis, die in vielen Familien einmal selbstverständlich war. Der Gedanke, die Kanzel mit Hilfe der Medien zu erweitern und das Fernsehen intensiv für die Verkündigung zu nutzen, zündete zuerst in den Vereinigten Staaten. Dort gründete die Ordensfrau Mutter Angelica in den achtziger Jahren den ersten katholischen Fernsehsender. Die Pionierleistung der amerikanischen Nonne überzeugte, und der Funke des katholischen Fernsehapostolats sprang auch nach Deutschland über.

Als Pfarrer Buschor mit K-TV den ersten privaten katholischen Sender nördlich der Alpen ins Leben rief, konnte er sich zwar schon auf Erfahrungen in der Produktion christlicher Filme stützen, betrat jedoch technisches Neuland. Auch wenn den Übertragungen oft das Improvisierte anzumerken war und vieles mit einfachen Mitteln geleistet wurde – die Tür für die katholische Fernseharbeit war durch die Vorarbeit von K-TV offen. Der katholische Sender EWTN konnte in Deutschland erfolgreich Fuß fassen und ergänzt heute ebenso wie K-TV die Arbeit der Seelsorger in den Gemeinden. Markenzeichen katholischer Fernsehsender in Deutschland ist trotz sichtbarer Unterschiede bei den Produktionsbedingungen eine Klientel, die sich mit dem Rückgang des kirchlichen Lebens nicht stillschweigend abfindet. Dass das tägliche Messopfer für weniger mobile Zuschauer der wichtigste Programmpunkt ist, spricht für sich. Katholische Fernseharbeit ist kein überflüssiger Luxus, sondern ein notwendiges Apostolat, und es liegt im Interesse der Seelsorge, dass sich Diözesen und Sender enger vernetzen. Besser, als über fehlende Gottesdienstbesucher zu klagen, ist die Werbung für Kinderprogramme, die den Namen kindgerechte Katechese verdienen. Gerade die Minderheit, die nach dem Weißen Sonntag wiederkommt und keine Gleichaltrigen mehr in der Sonntagsmesse antrifft, sollte nicht übersehen werden. Medien werden als Schnittstelle zu Gleichgesinnten immer wichtiger. Die Fernsehfamily kann die Erosion der Pfarreien nicht aufhalten, aber die Folgeschäden mildern.

http://www.die-tagespost.de/politik/Im-Blickpunkt-Als-der-Funke-uebersprang;art315,176712

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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