Wie Zeitungsleser beeinflusst werden (die-tagespost.de)

Wie Zeitungsleser beeinflusst werden

Eine journalistische Nachricht über die Zurücknahme einer Transgender-Regelung als Beispiel für „Framing“. Von Katrin Krips-Schmidt

Die Trump-Regierung wird demnächst Obamas Transgender-Toiletten-Regelung rückgängig machen“, titelte die „Washington Post“. Albert Mohler, der Präsident des Southern Baptist Theological Seminary und laut Aussage des „Time“-Magazins „der unangefochtene Intellektuelle der evangelikalen Bewegung in den Vereinigten Staaten“ nimmt diese Schlagzeile und den dazugehörigen Artikel auf seinem Onlineauftritt (www.albertmohler.com/) zum Anlass, um über das „Framing“ zu reflektieren.

Framing bedeutet, dass unterschiedliche Formulierungen einer Botschaft – bei gleichem Inhalt – das Verhalten des Empfängers unterschiedlich beeinflussen. So schrieb die Washington Post gleich zu Beginn ihres Beitrages: „Die Trump-Regierung plant, Schutzmaßnahmen für Transgender-Schüler zurückzunehmen und damit die föderale Verwaltung zurückzudrängen, die vorschrieb, Kindern die Benutzung von Toiletten und Umkleideräumen zu ermöglichen, die zu ihrer geschlechtlichen Identität passen.“ Die erwähnten Maßnahmen spielen auf eine Regelung Obamas von 2016 an, durch die sogenannten Transgender-Personen in öffentlichen Schulen und Universitäten freigestellt wird, welche Toiletten, Umkleide- und Duschräume sie benutzen wollen. Unabhängig von ihrem biologischen Geschlecht können demnach beispielsweise Jungen, die sich einem anderen Geschlecht zugehörig fühlen – etwa dem weiblichen – die Toiletten, Umkleide- und Duschräume der Mädchen benutzen.

Wie das „Framing“ funktioniert, ließe sich, so Mohler, bereits daran erkennen, wie in der Washington Post in das Thema mit den Worten „plant, Schutzmaßnahmen für Transgender-Schüler zurückzunehmen“ eingeführt wird. Man hätte diese Nachricht schließlich auch anders formulieren können: „Die Trump-Regierung wird voraussichtlich zu der klaren Linie zurückkehren, Toiletten, Umkleide- und Duschräume dem biologischen Geschlecht zuzuordnen, wie es in den amerikanischen Schulen bis vor ganz kurzer Zeit der Fall war.“

Man könne den Inhalt der Nachricht sogar noch in einem anderen Sinne formulieren: „Die Trump-Regierung, die dem öffentlichen Druck und dem Aufschrei derer, die sich von der LGBT- Revolution vor den Kopf gestoßen fühlen, nachgegeben hat, ist hinsichtlich der Identität von Jungen und Mädchen, Männern und Frauen, in den Schulen zur Vernunft zurückgekehrt.“

Alle drei Formulierungen seien Beispiele für unterschiedliches Framing. Wichtig sei jedoch in diesem Zusammenhang, laut Mohler, dass die amerikanischen Medien die Ankündigung des Weißen Hauses als eine „Rückkehr zu Diskriminierung und nicht zu moralischer Vernunft“ betrachteten. So heißt es in dem Artikel der Washington Post weiter: „Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte am Dienstag, dass die Bildungs- und Justizbehörden demnächst eine neue Leitlinie zu diesem Thema herausgeben. Er wies darauf hin, dass sie sich von der Position der Obama Administration unterscheiden werde. In dieser hieß es: Verweigert man Schülern das Recht, die Toiletten ihrer Wahl zu benutzen, verstoße das gegen Verbote auf Bundesebene gegen sexuelle Diskriminierung.“ Auch hier sei Framing am Werk, da jeglicher Versuch zu einer Rückkehr zu der Situation vor der Regelung Obamas als Diskriminierung bezeichnet werde.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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