Informationsblatt FSSP Editorial (http://petrusbruderschaft.de/media/Infoblaetter/alte_Ausgaben/2017_03.pdf)

Informationsblatt

der Priesterbruderschaft St. Petrus

März 2017

P. Bernhard Gerstle FSSP, Distriktsoberer für den deutschsprachigen Raum

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

Wie viele von Ihnen wissen, wurde das Wort „postfaktisch“ von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum „Wort des Jahres“ 2016 gewählt. Darunter versteht man, dass nicht mehr Tatsachen gesellschaftliche oder politische Diskussionen bestimmen, sondern Gefühle, Emotionen. In diesem Zusammenhang wird beobachtet, dass eine wachsende Zahl von Menschen gar nicht mehr an Fakten interessiert ist, sondern vom Wunschdenken geleitet ist. Das geht sogar so weit, dass auch offensichtliche Lügen gerne geglaubt werden, wenn sie auf der Linie des eigenen Wunschdenkens liegen. Gerade der mit einer großen Überraschung zu Ende gegangene Wahlkampf in den USA hat dieses zwar nicht neue, aber doch in dieser Intensität noch nie so starke Phänomen sehr drastisch zum Vorschein gebracht. Die Präsidentschaftskandidaten versuchten nicht mit sachlichen Informationen und Programmen zu punkten, sondern mit Gefühlen, welche die potentiellen Wähler erreichen sollten.

Ich meine, dass dieses Phänomen der Halbwahrheiten bis hin zur Lüge auch in unsere Kirche eingedrungen ist. Ein Beispiel ist die kirchliche Verkündigung. Sind nicht viele Predigten dem Inhalt nach daran ausgerichtet, was die Leute hören wollen? Oft geschieht das auf Kosten der Wahrheit. Bereits in der Urkirche gab es offensichtlich dieses Problem. So mahnt der hl. Paulus seinen Schüler Timotheus: „Ich beschwöre dich vor Gott und Jesus Christus, dem künftigen Richter der Lebenden und Toten, bei Seiner Wiederkunft und bei Seinem Reiche: Verkünde das Wort, tritt auf, sei es gelegen oder ungelegen. Rüge, mahne, weise zurecht in aller Geduld und Lehr- weisheit. Denn es kommen Zeiten, da man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich zum Ohrenkitzel nach eigenen Gelüsten Lehrer beschafft. Von der Wahrheit aber wird man sich abwenden und sich Fabeleien zuwenden.“ (2 Tim 4, 1-4)

Diese Zeiten sind längst schon da. Unangenehme Wahrheiten, wie die Möglichkeit der ewigen Verdammnis, werden kaum noch erwähnt. Die Morallehre der Kirche, besonders die Sexualmoral, wird vielfach aufgeweicht und verfälscht. Etliche Priester, welche die Pflicht der treuen Glaubensverkündigung noch ernst nehmen, stehen von zwei Seiten unter Druck: zum einen von den Kirchenbesuchern, von denen ein Teil sich dem liberalen Zeitgeist angepasst hat, und zum anderen von ihren Vorgesetzten bis hin zu Bischöfen, welche diesen Priestern im Konfliktfall in den Rücken fallen, anstatt ihnen gegen unberechtigte Angriffe den Rücken zu stärken. Wen wundert es, dass dann nicht wenige glaubenstreue Priester resignieren und peinlich genau darauf achten, jede Angriffsfläche in ihrer Verkündigung und Pastoral zu vermeiden! So aber wird dem schleichenden Glaubensverlust weiter Vorschub geleistet.

 

 

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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