Mehr von der Piusbruderschaft (http://www.summorum-pontificum.de/)

28. Februar 2017

Hl. Papst Pius X., bitte für uns

Die Meldungen über den Erwerb der Kirche und Liegenschaft auf dem römischen Esquilin durch die Piusbruderschaft werden präziser, aber nicht unbedingt übersichtlicher. Nach LaStampa haben die ursprünglich zusammengehörige Kirche und das Gebäude heute verschiedene Eigentümer und Zuständigkeiten – da ist wohl noch einiges an bürokratischen Dingen zu klären. In dem Gebäude residiert überdies wohl zu großen Teilen ein Hotel – das verschwindet auch nicht von einem Tag auf den anderen. Das alles ist freilich von sekundärer Bedeutung: Wenn die Bruderschaft in Rom provisorisch oder auf Dauer Räumlichkeiten sucht, und wenn der Vatikan diese Suche unterstützt, wird es auch eine Lösung geben.

Von primärer Bedeutung ist demgegenüber der Inhalt der Conessio Fidei, die von der Bruderschaft anzuerkennen ist, um die Voraussetzungen zur Errichtung der Personalprälatur zu erfüllen – wir erinnern uns: Die rückkehrwilligen Anglikaner hatten seinerzeit erklärt, sie bekennten sich voll und ganz zum Katechismus der Katholischen Kirche.

Nach LaStampa geht es dabei um folgende vier Punkte, die hier der Einfachheit halber in der Paraphrase von Fr. Zuhlsdorf einschließlich seiner Anmerkungen (in rot) wiedergegebenen werden.

  1. Anerkennung des Papstes und des Bischofskollegiums entsprechend der Beschreibung in Lumen Gentium; [Das sollte kein großes Problem sein, da LG die Rollen des Papstes und der Bischöfe definiert und die Probleme des Konziliarismus meidet.]
  2. Definition des Verhältnisses zwischen Tradition und Lehramt; [Auch das sollte für die SSPX kein Problem sein, Es ist jedenfalls ein viel größeres Problem für viele hohe Würdenträger, die nicht der SSPX angehören.]
  3. Anerkennung der Gültigkeit der Sakramente in den Riten der nachkonziliaren Reform; [Ich denke nicht, daß die SSPX jemals die Gültigkeit  in Frage gestellt hätte. Sie mag die neuen Riten nicht, aber sie behaupten nicht, daß sie ungültig wären. Allerdings vielleicht einzelne Mitglieder.]
  4. Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils im Licht der Tradition der Kirche gesehen. [Im Licht der Tradition der Kirche… Ich denke, das ist genau das, was sie versucht haben, oder? Jedenfalls würde ich gerne einige Leute, die heutzutage in den kirchlichen Nachrichten auftauchen, fragen, ob sie das so halten!]

Keine weiteren Punkte, etwa zu Ökumenismus, Interreligiösem Dialog oder Religionsfreiheit.

Beim gegenwärtigen Informationsstand erscheint es wenig sinnvoll, diese Liste und ihre Kommentierung noch einmal zu kommentieren: Es geht offenbar um Kompromissformeln, deren konkrete Bedeutung und Anwendung fallweise ausgehandelt oder bestritten werden kann. Damit würde sich ein derartiges Abkommen perfekt in den gegenwärtigen Rahmen des „nichts ist unmöglich“ einfügen – dieser Charta des Relativismus aber auch an keiner Stelle Stützen größerer Verbindlichkeit einziehen.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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Eine Antwort zu Mehr von der Piusbruderschaft (http://www.summorum-pontificum.de/)

  1. francomacorisano schreibt:

    Ob ihm die Form der Verehrung durch die Pius-Brüder oder die der progressiven Christen besser gefällt, hat nur Gott unser Herr zu entscheiden!

    Gefällt mir

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