„Die sieben Todsünden“ („Der 13.“)

Römisch-Katholisch

33. Jg./ Nr. 1

13. Jänner 2017

Preis: 2,8 Euro (A); 2,8 Euro (D); sfr 4 (CH)

 

Kirchen- und Kunst-Kolumne

VON PRÄLAT ULRICH KÜCHL

 

Die sieben Todsünden“

Im Bewusstsein unserer westlichen säkularisierten Gesellschaft ist der Begriff „Sünde“ weithin verdrängt worden, allenfalls spricht man noch augenzwinkernd von „Diätsünden“, wenn man ein bisschen zu viel gegessen oder alkoholischen Getränken in etwas größeren Mengen zugesprochen hat. Ansonsten wird „Sünde“ lediglich als ein Problem religiöser Eiferer betrachtet. – Und gar erst mit dem Begriff „Todsünden“ wissen selbst Christen oftmals keinen religiösen Inhalt zu verbinden. Umso erstaunlicher ist es, dass man im Bereich der Kunst sehr wohl von Sünde, sogar von Todsünde spricht, wenn auch nicht immer im Sinne religiöser Ermahnungen. Erst kürzlich widmete die „Österreichische Musikzeitschrift“ ihr Heft Nr. 5/2016 dem Thema „Die sieben Todsünden“. Diese „ÖMZ“ wurde 1946 von Peter Lafite (er wirkte von 1940 bis 1945 in Königsberg i. Pr.) gegründet und erscheint zweimonatlich in einer Auflage von 2000 Stück, nicht viel also, dennoch eine gewichtige Stimme im Musikleben des deutschsprachigen Raumes.

Kunst hält Menschen…

Das besagte Heft erklärt seinen „Lieben Leserinnen und Lesern: …Neidischen Sängerinnen, hochmütigen Komponisten und verfressenen Stars ist dieses Heft gewidmet“. Damit nimmt das Vorwort schon teilweise vorweg, was (auch) unsere katholische Theologie unter Todsünden versteht: Es sind noch nicht selbst Sünden, sondern Charaktereigenschaften, die zu schweren Sünden, also Todsünden führen (können): die Superbia/ Hochmut, die Avaritia/Habgier, die Luxuria/Genusssucht, die Ira/Zorn, die Gula/Gefräßigkeit, die Invidia/Neid und die Acedia/ Faulheit. Im Innern des Heftes werden sie dann genannt, die Todsünden: Da ist die Rede von der „zeitgenössischen Glorifizierung Wagners“ als Verkörperung des Hochmutes, da wird über die „Topik des Geizes in der Musik Anton Weberns“ referiert, wird die „Ballade von der sexuellen Hörigkeit“ aus der Dreigroschenoper zitiert, werden „Neid und Rachsucht auf der Bühne“ geschildert, wird auf eine Schlemmerorgie in der Oper „Schlagobers“ von Richard Strauss hingewiesen und letztlich das „Lob der Faulheit“, Hob. XXVIa Nr. 22 von Joseph Haydn als dessen „Abrechnung mit einer Todsünde“ erklärt. – Soweit also die Sieben Todsünden, wie sie in der Musik zu hören, oder besser thematisiert sind.

einen Spiegel vor

Aber auch in der Bildenden Kunst sind sie ein häufiges Bildthema, von der Renaissance über den Expressionismus eines Alfred Kubin und Otto Dix bis hin zur Moderne etwa eines Bruce Nauman. So zu sehen gewesen sind sie in einer Ausstellung des Kunstmuseums Bern 2010 unter dem Titel: „Lust und Laster. Die sieben Todsünden von Dürer bis Nauman.“ Wieder einmal ist es also neben der Religion die Kunst, die den zeitgenössischen orientierungslosen Menschen aus seiner seichten Konsumethik herausholt, ihm einen Spiegel vorhält und zu einem wahren Menschsein ermahnt.

 

Der 13.“ erscheint als Monatspublikation und bietet einen Überblick über das Geschehen in Kirche und Welt. Wenn Sie Probe-Exemplare bekommen möchten oder die Zeitung für 24 Euro im Jahr abonnieren möchten, schicken Sie eine E-Mail an office@der13.com.

Wir brauchen Ihre Mitarbeit! Informieren Sie uns über Veranstaltungen, schreiben Sie uns Leserbriefe, schicken Sie uns Zeitungsartikel, die die Kirche betreffen… Danke!

Tel.: +43 (0)7282/5797      Fax: +43 (0)7282/579713     Email: office@der13.com

Anschrift in Österreich: A-4115 Kleinzell 2

Anschrift in Deutschland:  94108 Wegscheid, Postfach 75

Die nächste Ausgabe der Zeitung „Der 13.“ wird voraussichtlich am 10. Februar 2017 gedruckt und in Österreich am 13. Februar ausgeliefert.

Übrigens: Exemplare des „13.“ liegen ab jetzt am Schriftenstand der Kapelle St. Athanasius in Hattersheim bei Frankfurt aus.

Ein Besuch lohnt sich jetzt also doppelt… 😉

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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