Schönborn nimmt Heiligen Geist und Priester in die Pflicht („Der 13.“)

Römisch-Katholisch

33. Jg./ Nr. 1

13. Jänner 2017

Preis: 2,8 Euro (A); 2,8 Euro (D); sfr 4 (CH)

 

Schönborn nimmt Heiligen Geist und Priester in die Pflicht

Wahrheit und Freiheit

Die Österreichische Bischofskonferenz hat Ende 2016 eine „Rahmenordnung für die katholische Kirche in Österreich“ betreffend „Maßnahmen, Regelungen und Orientierungshilfen gegen Missbrauch und Gewalt“ erlassen, die den Titel trägt: „Die Wahrheit wird euch frei machen“. Priester sind zu Erklärungen genötigt!

Allein der Titel schon beinhaltet eine Unklarheit, insofern daraus nicht hervorgeht, wer denn mit „euch“ gemeint sein könnte: die Täter, die Opfer, die Bischöfe? Das von Christoph Kardinal Schönborn und Klaus Küng unterzeichnete Dokument spricht die Überzeugung aus, dass „die nun veröffentlichten Regelungen einen wichtigen Beitrag“ darstellen, „Missbrauch und Gewalt zu verhindern“. Allerdings muss diese den Regelungen angeblich innewohnende Potenz und Kompetenz mindestens zweifelhaft erscheinen.

In vier Kapiteln auf rund 50 Seiten werden Themen wie zum Beispiel „Grundsätzliches zur Sexualität“, „Täterprofile“, „Prävention“, „Verbote betreffend den Kontakt mit Kindern und Jugendlichen“, „Hinweise für den Umgang mit Vermutungen“, „Unabhängige Opferschutzkommission“, „Stellung des Beschuldigten“, „Vorschläge für die Pfarrpastoral“ behandelt und schließlich Adressen kirchlicher Ombudsstellen bekanntgegeben. Die Behandlung der genannten und sonstig behandelter Themen ist durchaus richtig und angemessen, geht aber über ohnehin Bekanntes nicht hinaus.

Streng wird das Dokument dann mit den Priestern. Sie werden als „Mitarbeiter in der katholischen Kirche“ verpflichtet, eine Erklärung zu unterschreiben, worin sie sich im Sinne dieses Dokumentes bereit erklären, sowohl allen Menschen mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen, als auch sich ihnen in keiner Weise unsittlich zu nähern. Hier wird wider besseres Wissen den Priestern zunächst unterstellt, nur „Mitarbeiter in der Kirche“ zu sein, obwohl sie gemäß kirchlicher Glaubenslehre (vgl. Concilium Tridentinum, sessio 23) Mitglieder der aus „Diakonen, Priestern und Bischöfen“ bestehenden Hierarchie sind. Darüber hinaus werden mit dieser Verpflichtungserklärung die Priester unter Generalverdacht gestellt.

Am Schluss des Dokumentes nimmt Kardinal Schönborn nicht nur die Priester, sondern auch den HEILIGEN GEIST in die Pflicht, wenn er erklärt: „Der Heilige Geist möge die gesamte Umsetzung dieser Ordnung mit seinem Licht und seiner Klarheit leiten“. Es fragt sich, wem dieses merkwürdige Dokument dienen soll. Es drängt sich der Verdacht auf, das Dokument könnte einen sogenannten Persilschein für die Bischöfe darstellen.

 

Der 13.“ erscheint als Monatspublikation und bietet einen Überblick über das Geschehen in Kirche und Welt. Wenn Sie Probe-Exemplare bekommen möchten oder die Zeitung für 24 Euro im Jahr abonnieren möchten, schicken Sie eine E-Mail an office@der13.com.

Wir brauchen Ihre Mitarbeit! Informieren Sie uns über Veranstaltungen, schreiben Sie uns Leserbriefe, schicken Sie uns Zeitungsartikel, die die Kirche betreffen… Danke!

Tel.: +43 (0)7282/5797      Fax: +43 (0)7282/579713     Email: office@der13.com

Anschrift in Österreich: A-4115 Kleinzell 2

Anschrift in Deutschland:  94108 Wegscheid, Postfach 75

Die nächste Ausgabe der Zeitung „Der 13.“ wird voraussichtlich am 10. Februar 2017 gedruckt und in Österreich am 13. Februar ausgeliefert.

Übrigens: Exemplare des „13.“ liegen ab jetzt am Schriftenstand der Kapelle St. Athanasius in Hattersheim bei Frankfurt aus.

Ein Besuch lohnt sich jetzt also doppelt… 😉

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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