Die Personalprälatur steht seit 1985 im Raum (fsspx.de)

Die Personalprälatur steht seit 1985 im Raum

14. Februar, 2017

Allgemein scheint es so, dass die Vorbedingungen der Freigabe des Missale von 1962 und die Aufhebung der Exkommunikation, welche zu den großen päpstlichen Maßnahmen Papst Benedikts XVI. vom 07. Juli 2007 und vom 21. Januar 2009 führten, ihren Ursprung in einer Zusammenkunft hatten, welche während der ersten Amtszeit von Bischof Bernard Fellay als Generaloberer im Generalhaus der Priesterbruderschaft St. Pius X. im Jahre 2000 stattfand.

Diese Bitten bestanden jedoch bereits seit sehr langer Zeit, man findet sie ansatzweise schon in Briefen Erzbischof Marcel Lefebvres an Kardinal Ratzinger, und in einer in verschiedenen Zeitschriften der Priesterbruderschaft verbreiteten und vom Generaloberen Pater Franz Schmidberger  in Rom am 26. März 1985 hinterlegten Bittschrift sind sie ganz ausdrücklich formuliert.

Das Werk Erzbischof Lefebvres verlangte ganz einfach nach dem, was 2007 und dann 2009 eintrat: die Möglichkeit für jeden Priester, frei nach dem Messbuch von 1962 zu zelebrieren. Zu jener Zeit gab es noch keinerlei Exkommunikationsdekret, die Bittschrift bat jedoch um eine Einstellung der Sanktionen, die auf den Priestern der Priesterbruderschaft lasteten. In diesem Schriftstück verlangten die Oberen der Priesterbruderschaft einstimmig und ohne dass dadurch irgendwelches Aufsehen erregt worden wäre, dass die Priesterbruderschaft als Personalprälatur errichtet würde.

Man könnte sich wundern, dass Erzbischof Lefebvre eine Bittschrift veröffentlichen ließ. Tatsächlich ist sie ganz und gar ein Gesuch. Im Laufe des Konzils hatte der Erzbischof übrigens eine gleichartige Initiative in Richtung Pauls VI. angeregt, den Kommunismus zu verurteilen. Es ist bekannt, dass die fragliche Bittschrift in irgendeiner vatikanischen Schublade verschwunden ist.

Hier nun der Text der Bittschrift von 1985:

Heiliger Vater,

das Rundschreiben der Heiligen Ritenkongregation vom 3. Oktober 1984 erscheint uns als ein Hoffnungsschimmer für die Wiederzulassung des öffentlichen Gebrauchs der Heiligen Messe im jahrhundertealten römischen Ritus, der so viele Generationen geheiligt hat.

Wir möchten Eure Heiligkeit unserer Dankbarkeit versichern; andererseits bedauern wir aber, dass Bedingungen aufgestellt werden, welche diese Maßnahme praktisch unwirksam machen.

Da wir davon überzeugt sind, dass die Rückkehr zur überlieferten römischen Messe eine Quelle reicher Gnaden für die Erneuerung der Kirche sein wird, bitten wir Sie respektvoll und mit kindlichem Vertrauen:

 

  1. dass jedem Priester die Freiheit gegeben werde, das Messbuch und die liturgischen Bücher zu benutzen, die im Jahr 1962 in Kraft waren.
  2. dass infolgedessen für S.E. Erzbischof Lefebvre und seine Priester die ungerechte Situation beendet werde, in die sie hineingestellt wurden.
  3. dass die Priesterbruderschaft St. Pius X. in der Kirche als Gesellschaft päpstlichen Rechts und als Personalprälatur anerkannt werde.

Als Söhne und Töchter der katholischen und römischen Kirche, die für die Aufrichtung der Herrschaft Jesu Christi und für den Triumph des Unbefleckten Herzens Mariä wirken wollen, überreichen wir dem Stellvertreter Christi voller Vertrauen unsere Bitte.

Möge Eure Heiligkeit sie genehmigen und uns segnen.

 

(Fideliter Nr. 43, Jan. / Feb. 1985, S. 17 f.)

Advertisements

Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
Dieser Beitrag wurde unter Kath. Vereinigungen, Katholischer Glaube, Stimme der Anderen abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s