Wir treffen einander in den Katakomben! („Der 13.“)

Römisch-Katholisch

33. Jg./ Nr. 1

13. Jänner 2017

Preis: 2,8 Euro (A); 2,8 Euro (D); sfr 4 (CH)

 

Wir treffen einander in den Katakomben!

VON CHRISTIAN ZEITZ*

 

Für den 17. Dezember 2016, war ein „Marsch für das Leben“ in Wien angekündigt und ausgerichtet, der gegen das Unrecht der Abtreibung demonstrieren und für das Lebensrecht vorgeburtlicher Menschen werben wollte. Die Veranstaltung sollte mit einer Kundgebung vor der Tötungsklinik am Fleischmarkt beginnen, mit einem Demonstrationsmarsch zum Petersplatz fortgesetzt und mit einem Gottesdienst in der Peterskirche beschlossen werden.

Bereits am Vortag wurde das Lokal der Lebensschützer-Organisation „HLI – Human Life International“ von linken Chaoten beschmiert. Und am Tag der Veranstaltung wurden die seit langem angemeldete friedliche Kundgebung und der darauffolgende Marsch von der Polizei kurzfristig untersagt. Die Begründung hierfür war allen Ernstes die Ankündigung einer Gegendemonstration durch fünf linke Organisationen, von denen offenbar gewalttätige Angriffe erwartet werden mußten.

Die Verbannung

Zahlreiche Demonstranten auf der Seite der Lebensschützer verliefen sich daraufhin und waren zutiefst frustriert. Aber eine große Anzahl von aufrechten Aktivisten fand sich zum gemeinsamen Gottesdienst in der Peterskirche zusammen, wohin das riesige Polizeiaufgebot die Christen de facto verbannt hatte. Eine gesteckt volle Peterskirche, zwei Drittel der Teilnehmer ganz junge Leute, und ein würdiger, musikalisch enthusiastisch unterstützter Gottesdienst waren immerhin eine gewisse Entschädigung.

Der Skandal bleibt

Doch der Skandal bleibt. Er ist ein echter Anschlag auf Freiheit und Rechtsstaat. Und nachdem es nicht das erste Mal ist, dass es linken Feinden der Demokratie gelungen ist, den öffentlichen Raum mithilfe der Behörden von bekennenden Christen, Konservativen und klassisch Liberalen zu säubern, sollen im Folgenden ein paar grundsätzliche Bemerkungen gemacht werden. Nach der Beseitigung der Meinungsfreiheit durch einen politisch einseitigen „Verhetzungsparagraphen“ (§ 283) und nach der gezielt einseitigen Verwendung des § 188 (Herabwürdigung religiöser Lehren) zum Schutz des Islam vor Kritik (während die christliche Religion straflos herabgewürdigt werden darf, wie man will), ist nunmehr auch die Demonstrationsfreiheit für Christen, Konservative und klassisch Liberale de facto außer Kraft gesetzt worden. Betroffene haben diese Entwicklung seit langem vorausgesagt. Mit dem Verfassungsgerichtshofurteil, nach dem plötzlich Gegendemonstrationen am selben Ort zur selben Zeit möglich waren, wurde ein echter Dammbruch eingeleitet. Gewaltbereite Linke haben stets und in zunehmender Frequenz überall dort, wo sie die freie Artikulation von Christen, Konservativen und klassisch Liberalen verhindern wollen. „Gegendemonstrationen“ veranstaltet – angemeldet oder auch nicht. Die Behörden haben das stets zugelassen und den Erstanmeldern den Demonstrationsvollzug eingeschränkt oder völlig untersagt, und zwar mit dem Hinweis, dass sie ansonsten die Sicherheit nicht gewährleisten können. Die Polizei hat also vor der Gewaltbereitschaft der Linken kapituliert und die Christen dafür bestraft, dass sie grundsätzlich nicht mit Gegengewalt reagieren.

Herrschaftselite

Damit wird die asymetrische Handhabung des Grundrechts der Demonstrationsfreiheit zur systemischen Waffe der Kultursozialisten gegen die Verteidiger der Kultur des Lebens und des christlichen Kulturfundaments überhaupt: Themen wie Lebensschutz, Einsatz für die Familie als Gemeinschaft von Vater, Mutter und Kind, Islamkritik, Kritik der Massenimigration und des Flüchtlingsdchihads und so weiter werden aus dem öffentlichen Raum verbannt, weil Linke mit Gewalt drohen und den öffentlichen Raum für sich monopolisieren, während die Behörden ihrer Verpflichtung zum Schutz friedfertiger Bürger und zur Wahrung ihrer Grundrechte verweigern oder nicht wahrnehmen dürfen. Letzteres scheint zu passieren, weil dies von den politischen Entscheidungsträgern so gewollt wird. Die Herrschaftselite will ganz offensichtlich verhindern, dass es einen öffentlichen Diskurs über die diktatorisch verordnete Agenda des Kultursozialismus gibt, die von EU und globalistischem Neosyndikalismus verordnet wird. Es kann nicht bezweifelt werden, dass derlei Entwicklungen mehr sind als bloß die allererste Etappe in einen harten und diktatorischen Totalitarismus.

Die Kirche & die ÖVP

Das wäre unmöglich ohne dass auch die höchsten Organe von Kirche und ÖVP zumindest ihre stillschweigende Zustimmung zu diesem Vorgang erteilen würden. Selbstverständlich wäre es demgegenüber die Aufgabe des Herrn Kardinals, den Herrn Innenminister persönlich anzurufen und zu fragen, warum Christen bei der Wahrnehmung ihrer Grund- und Freiheitsrechte nicht von der Behörde beschützt werden. Und selbstverständlich wäre es die Aufgabe des ÖVP-Vizekanzlers, dafür zu sorgen, dass das Gewaltmonopol des Staates nicht selektiv zugunsten linker Chaoten zur Anwendung kommt. So aber geht der Rechtsstaat den Bach hinunter. Und genau das dürfen Christen, Konservative und Liberale der Kirchenführung und der ÖVP nie vergessen. Denn diese hätten es sehr wohl in der Hand, wirksame Maßnahmen gegen die Kulturtransformation zu ergreifen oder einzufordern. Offenbar aber wird es gerne gesehen, dass linke Chaoten die Drecksarbeit machen, um den öffentlichen Raum von Christen, Konservativen und Liberalen zu säubern. Wir treffen einander in den Katakomben wieder, liebe Freunde!

Der nächste Schritt

PS. Der nächste Schritt wird nicht ausbleiben: Am 1. Dezember stimmte die Französische Nationalversammlung in erster Lesung einer Gesetzesnovelle zu, die „digitale Behinderung der Schwangerschaftsunterbrechung“ unter Strafe stellen soll. https://kreidfeuer. wordpress.com/2016/12/14/ frankreich-will-internet-lebensschutz-verbieten/

* Mag. Christian Zeitz ist Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für angewandte Politische Ökonomie ( http://institutfuerangewandtepolitischeoekono mie.bimashofer.eu) Tel: 0676/5615901.

 

Der 13.“ erscheint als Monatspublikation und bietet einen Überblick über das Geschehen in Kirche und Welt. Wenn Sie Probe-Exemplare bekommen möchten oder die Zeitung für 24 Euro im Jahr abonnieren möchten, schicken Sie eine E-Mail an office@der13.com.

Wir brauchen Ihre Mitarbeit! Informieren Sie uns über Veranstaltungen, schreiben Sie uns Leserbriefe, schicken Sie uns Zeitungsartikel, die die Kirche betreffen… Danke!

Tel.: +43 (0)7282/5797      Fax: +43 (0)7282/579713     Email: office@der13.com

Anschrift in Österreich: A-4115 Kleinzell 2

Anschrift in Deutschland:  94108 Wegscheid, Postfach 75

Die nächste Ausgabe der Zeitung „Der 13.“ wird voraussichtlich am 10. Februar 2017 gedruckt und in Österreich am 13. Februar ausgeliefert.

Übrigens: Exemplare des „13.“ liegen ab jetzt am Schriftenstand der Kapelle St. Athanasius in Hattersheim bei Frankfurt aus.

Ein Besuch lohnt sich jetzt also doppelt… 😉

 

 

Herzlichen Dank an Herrn Mag. Zeitz für die freundliche Erlaubnis zur Wiedergabe seines Namenartikels auf diesem Blog.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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