Mattscheibe manipuliert Masse

Laut einer am 18. und 19. Dezember durchgeführten Meinungsumfrage, bei der 1595 erwachsene Engländer befragt wurden, glauben nur 28% an Gott, während 38% hartgesottene Atheisten sind. Vor knapp zwei Jahren waren noch 32% Gottgläubige und 33% Atheisten.

https://stmarcelinitiative.com/beten-tut-dringend-not/?lang=de

Schaut man sich britische Krimi-Serien an und das medial transportierte Bild der Christen, wird man nicht überrascht sein. Bei Inspektor Barnaby oder Father Brown besuchen bevorzugt Heuchler den Gottesdienst, Ehebrecher und Betrüger, die scheinheilig ihr Halleluja singen. Laien oder Geistliche, die von ihrem Glauben überzeugt sind, werden oftmals als potentiell gefährliche Fundamentalisten gezeigt, intolerant brüllen sie (natürlich wohlerzogene) Agnostiker an, regen sich fortwährend auf und führen sich auf wie veritable Geisteskranke, auf welche man doch besser ein Auge haben sollte. Die positiv besetzten Hauptrollen zeigen sich hingegen als tolerante und liberale Agnostiker, die „leben und leben lassen“ und vor allen „fünfe grade sein“ lassen.

Als ich in den letzten Tagen das Debüt der Serie Agatha Raisin sah, stach aus der – nicht unflotten – Folge der dunkelhäutige Vikar heraus, der sich, aus hilflosem Protest gegen ein Dorf-Spektakel aus heidnischen Zeiten, allen Ernstes auf dem Dorfanger an ein Kreuz band und dort gegen die lustigen Dörfler alttestamentliche Verbannungen schleuderte. Glaubensüberzeugte werden so einem Millionenpublikum als skurrile Schrate gezeigt, die vermutlich nicht ganz dicht sind. Argumente tragen diese – in der Regel nicht sympathischen – Figuren (besagter Vikar war eine Ausnahme) nicht vor, sie versprühen nur „biblischen Zorn“. Da immer weniger Zeitgenossen persönlichen Kontakt zu Geistlichen – egal welcher Konfession haben – gerinnen diese medial transportierten Stereotypen zu Denkschablonen im Hinterkopf. Gläubige werden so per se zu leicht anrüchigen Fundamentalisten oder obskuren Kaspern, die man „nicht für voll“ zu nehmen braucht.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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4 Antworten zu Mattscheibe manipuliert Masse

  1. Gast auf Erden schreibt:

    „….. besuchen bevorzugt Heuchler den Gottesdienst, Ehebrecher und Betrüger, die scheinheilig ihr Halleluja singen.“

    Und darüber regen Sie sich auf, Erzengel? Allen Ernstes?

    Das ist doch genau das, was man uns im Religionsunterricht ständig um die Ohren gehauen hat: IHR SEID ALLE SÜNDER! Vor allem im sexuellen Bereich wurden unsere schlimmsten Sünden verortet, weil wir „verkommenen und moralisch verrotteten Sozis“ (Originalton Direktor des Gymnasiums in Bayern) dabei erwischt wurden, wie wir mit unseren Freundinnen händchenhaltend im Park spazieren gingen.

    Also genau so, wie die von Ihnen insinuierten Filme Katholiken darstellen, wurden wir auch durchgehend bezeichnet. Und da wundern Sie sich, dass Katholiken heute schlecht weg kommen? Wenn wir nix besseres zu tun hatten, als die letzten paar tausend Jahre unseren Kindern und der Jugend einzuprügeln (ja, das gabs damals noch; prügelnde Religionslehrer) dass sie schlecht sind, miese Charakter haben (verortung sexueller Gier war eine höchst beliebte Sündenzuweisung) und sowieso vollkommrn verkommen sind, muss sich nicht wundern, wenn katholische Gläubige heute genau so dargestellt werden.

    Wir sind alle Sünder. Sie, ich, meine damalige Freundin (mit der ich bald goldene Hochzeit feiern werde) und alle anderen, vom jüngsten Ministranten, bis zum Papst. Und wenn wir das nicht wahr haben wollen, sind wir auch alle miese Heuchler. Je frommer, besser, weniger sündenbelastet man sich sieht, um so schlimmer die Heuchelei.
    Indofern sind die von Ihnen gerügten Filme ein Ausbund an Wahrheit und Darstellung der -katholischen- Wirklichkeit.

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    • Das schmerzhafte persönliche Erfahrungen für den eigenen Bezugsrahmen prägend sind, ist nachvollziehbar. Kritische Reflexion wird so allerdings erschwert, da – sobald die eigenen Auffassungen ja so offenkundig bestätigt werden – die Rezeption des eigenen TV-Konsums an der Oberfläche stehen bleibt. Oftmals kommt es dann nicht mehr zu einer vertieften Prüfung der Frage, wer wohl warum die betreffenden Serienrollen denn genau so angelegt hat und mit den betreffenden Schauspielern (Zuschauerliebling/Fiesling) besetzt hat? Dann kommt es zu Kurzschlüssen vom katholischen Bayern zum anglikanischen England (in der besagten Agatha Raisin-Folge werden Anglikaner, mithin Protestanten dargestellt, also eher keine „Darstellung der -katholischen- Wirklichkeit“ 😉 ).

      Das wir alle Sünder sind, wird kein ernst zu nehmender Mensch abstreiten, trifft hier aber nicht den Kern. TV-Serien, ob in GB oder von der degeto produziert, bilden nicht die gesellschaftliche Realität ab und sind auch keine authentischen Milieustudien (oder gar ein Ausbund an Wahrheit), sondern lediglich gezielte Inszenierung medialer „Wirklichkeit“. Meiner Auffassung nach wäre es arg naiv, bei der – im Vergleich zur Realität – auffallend überproportionalen Präsenz von Homosexuellen oder häufigenVerwendung des Stereotyps der bigotten und unglaubwürdigen Gläubigen in Filmen und Fernsehserien nicht vom Versuch der Manipulation der Zuschauer auszugehen. Daher empfehle ich eine innere Distanz beim Film- und Fernsehkonsum, dann wird klarer, ob man z.B. wirklich einen Historienfilm sieht oder nur den Transport aktueller Politthemen wie „Gleichberechtigung“ und sog. „Homophobie“ in historisierendem Gewand.

      Ziel des Posts ist mithin lediglich die kritische Reflexion des eigenen TV-Konsums – natürlich bleibt jedem seine Auffassung unbenommen…

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  2. Neukatholikin schreibt:

    Ich stelle immer wieder fest, dass der Bischof Williamson ernstzunehmende Beiträge liefert. Die Lektüre seines Newsletters lohnt sich. Vielleicht ist er ein bisschen zu eigensinnig, legt sich mit aller Welt an. Was er genau damals zum Holocaust gesagt hat, ob er wirklich vorhatte, den rundweg zu leugnen, weiss ich nicht mehr. Vielleicht ist Politik ja nicht so sein Gebiet und er sollte sich auf seine pastoralen Aufgaben beschränken?

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    • Das Wirken von Bischof Williamson ist in der Tat schillernd und wer von der FSSPX bis zum ultraprogressistischen Flügel (plus staatlichem Medienkartell) als „Outlaw“ totgeschwiegen wird, hat automatisch den Reiz des „vom System“ bekämpften „Public Enemy“, der quasi „gegen alle Flaggen“ segelt. Da sich wohl die wenigsten seine Predigten oder Verlautbarungen durchlesen, ist er insofern eine dankbare Projektionsfläche der eigenen Vorstellungen oder Befürchtungen.
      Dabei argumentiert er auf theologischem Gebiet erstaunlich differenziert (z.B. bzgl. Novus Ordo) und hat lebensnah den verderblichen Trend mancher traditionstreuer Gruppen und Gemeinden zu einer sektiererischen Abkapslung klar erkannt und angesprochen. Auf politischem Gebiet hingegen sind seine Äußerungen in der Regel ein reines Desaster (siehe Holocaust oder jüngst Trump), was seine „organisationspolitischen“ Vorwürfe gegen seinen bischöflichen Mitbruder und Generaloberen angeht, fehlt mir die notwendige Kenntnis für eine Bewertung – abgesehen davon, dass mich die Querelen als Außenstehenden natürlich auch nichts angehen. 😉

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