Aus fremder Feder: Quebec und die Krise des Westens (civitas-institut.de)

 

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Freitag, den 10. Februar 2017
Quebec ist die Provinz, in welche die mehrheitlich französischen Kanadier nach der Unabhängigkeit von aus den neuen USA fliehenden Engländern brutal zurückgedrängt wurden. Der damalige britische Gouverneur hegte sogar Ausrottungspläne gegen sie. Mit ihrer Sprache und katholischen Religion bewahrten die Quebecois ihre Identität, die nun in tödlicher Gefahr ist, wie ein Artikel von Guilio Meotti erschütternd deutlich macht.

  • „Quebec sieht sich, wie der gesamte Westen, einer existenziellen demografischen und religiösen Krise ausgesetzt.
  • Quebecs Todesspirale steht ausdrücklich im Zusammenhang mit den Aufrufen zu verstärkter Immigration. Kanadas Premierminister Justin Trudeau, der den Feldzug gegen den Islamischen Staat beendete, rief gerade muslimische Migranten auf in sein Land zu kommen.
  • Widerstand gegen Quebecs dramatischen Zusammenbruch benötigt nicht notwendigerweise das Festhalten an einem alten Katholizismus, aber er braucht gewiss eine zurechnungsfähige Wiederentdeckung dessen, was eine westliche Demokratie sein sollte. Dazu gehört die Wertschätzung der westlichen Identität und jüdisch-christlicher Werte – all das, was zu akzeptieren Trudeaus Regierung und ein Großteil Europas offenbar ablehnen.

Willkommen in Quebec mit seinem Flair einer alten französischen Provinz, mit seiner schönen Landschaft, wo Straßen nach katholischen Heiligen benannt sind und wo ein Bewaffneter in einer Moschee vor Ort gerade sechs Menschen erschoss.

Gewalt kann die Folge gesellschaftlicher Erschütterungen sein, wie beim Massaker auf Norwegens Insel Utøya, in einem Land, das stolz darauf war ultra-säkularisiert und Teil der globalen „guten Gesellschaft“ zu sein. Auch Quebec sieht sich, wie der gesamte Westen, einer existenziellen demografischen und religiösen Krise ausgesetzt.

George Weigel bezeichnete in der amerikanischen Publikation „First Things“ vor kurzem Quebec als das „leere Viertel des Katholizismus“. „Es gibt keinen religiös öderen Ort“, schrieb er, „zwischen Nordpol und Feuerland; es könnte sein, dass es auf dem ganzen Planeten keinen religiös ausgetrockneteren Ort gibt.“

Sandro Magister, einer der prominentesten Journalisten Italiens zu katholischen Themen, schrieb: „Während Rom redet, ist Quebec bereits verloren.“

Quebecs katholische Gebäude sind leer; die Geistlichen altern. Heute nehmen in der Kirche Saint-Jude in Montreal Personal Trainer die Stelle von katholischen Priestern ein. Das „Théatre Paradoxe“ in Montreal steht heute dort, wo die Kirche Notre-Dame-du-Perpétuel-Secours stand, bevor sie geschlossen wurde. Das ehemalige christliche Kirchenschiff wird heute für Konzerte und Konferenzen genutzt, während christliche Choräle an Sonntagen durch Disco-Show ersetzt werden.

Die katholische Diözese Montreal verkaufte in den letzten 15 Jahren Kirchen und andere religiöse Gebäude. Am 24. Mai 2015 wurde in der berühmten Kirche St. Johann Baptist die letzte Messe gefeiert, gewidmet dem Schutzheiligen der französischen Kanadier. Gaetan Proulx, Weihbischof von Quebec, sagte, in den nächsten zehn Jahren würde „die Hälfte der Kirchen in Quebec“ geschlossen.In Denys Arcands Film „Die Invasion der Barbaren“ gibt es einen Moment, in dem ein katholischer Priester den wertlosen religiösen Kunstkitsch begutachtet, mit dem seine Diözese belastet ist, um die Irrelevanz aufzuzeigen. Der alte Priester sagt:

„Quebec war einmal so katholisch wie Spanien oder Irland; jeder glaubte. An einem bestimmten Punkt des Jahres 1966 wurden die Kirchen plötzlich innerhalb von Monaten praktisch entleert. Ein merkwürdiges Phänomen, das niemand je zu erklären in der Lage war.“

„Ein Mensch ohne Geschichte, ohne Kultur, ohne Land, ohne Familie und ohne Zivilisation ist nicht frei: Er ist nackt und zu Verzweiflung verurteilt“, schreibt Quebecs Philosoph Mathieu Bock-Côté.

Der Zustand des Katholizismus in Quebec ist heute in der Tat verzweifelt. 1996 gab es 8.800 Priester; heute sind es 2.600, die meisten davon recht alt; viele leben in Pflegeheimen. 1945 wurde die wöchentliche Messe von 90% der katholischen Bevölkerung besucht; heute sind es 4%. Hunderte christliche Gemeinden sind einfach verschwunden.

Quebecs Rat des religiösen Erbes hat berichtet, dass alleine 2014 die Rekordzahl von 72 Kirchen geschlossen wurde. Diesbezüglich ist die Lage sogar noch schlechter als in der Erzdiözese Montreal. Von 257 Kirchengemeinden im Jahr 1966 gab es 2000 noch 250 und 2013 nur noch 169. Weil das Christentum am Rande des Aussterbens zu stehen schien, startete Christian Lépine, Erzbischof von Montreal, ein Moratorium zum Verkauf der Kirchen.

Während Quebecs Behörden einen aggressiven Säkularismus als Mittel einsetzen, um den Multikulturalismus zu fördern, erlebte Quebec einen dramatischen Anstieg der Zahl junger muslimischer Männer, die sich dem Islamischen Staat anschlossen. Von Islam-Konvertiten – Menschen, die den kanadischen Relativismus ablehnten, um sich islamischen Fanatismus zueigen zu machen – wurden Terroranschläge begangen. „Quebecs säkularistischer Fundamentalismus ist so weit gegangen allen staatlichen wie Privatschulen – der erste Fall weltweit – einen verpflichtenden Kurs zu ‚Ethik und religiöser Kultur‘ aufzuerlegen“, schrieb Sandro Magister.

Ein akademischer Bericht schloss:

„Kanadische Volkszählungsdaten zeigen, dass der Islam die am schnellsten wachsende Religion im Land ist und obwohl der größte Teil des muslimischen Bevölkerungswachstums mit muslimischen Geburtenraten und Migration zusammenhängt, die muslimische Bevölkerung seit 2001 auch das Ergebnis religiöser Übertritte durch nichtmuslimische Kanadier zugenommen hat.“

Quebec demografischer Niedergang sagt auch viel. Die Geburtenrate ist von einem Durchschnitt von vier Kindern pro Paar auf gerade einmal 1,6 zurückgegangen – deutlich niedriger als das, was Demografen die „Ersetzungsrate“ nennen. Quebec war im Vergleich zu entwickelten Staaten in Sachen Intensität und Geschwindigkeit, mit der die Gesamtfruchtbarkeitsraten fielen, einzigartig.

Quebecs Todesspirale steht ausdrücklich im Zusammenhang mit den Aufrufen zu verstärkter Immigration. Kanadas Premierminister Justin Trudeau, der den Feldzug gegen den Islamischen Staat beendete, rief gerade muslimische Migranten auf in sein Land zu kommen.

Nach Angaben von Demografen braucht allein die Provinz Quebec zwischen 70.000 und 80.000 Immigranten jährlich, um ihre niedrige Geburtenrate auszugleichen. Doch was geschieht mit einem der berühmtesten katholischen Gebiete der Welt, wenn es zum Ausgleich eines Rückgangs eine derartige kulturelle und religiöse Revolution durchmacht?

Widerstand gegen Quebecs dramatischen Zusammenbruch benötigt nicht notwendigerweise das Festhalten an einem alten Katholizismus, aber er braucht gewiss eine zurechnungsfähige Wiederentdeckung dessen, was eine westliche Demokratie sein sollte. Dazu gehört die Wertschätzung der westlichen Identität und jüdisch-christlicher Werte – all das, was zu akzeptieren Trudeaus Regierung und ein Großteil Europas offenbar ablehnen. Die Hälfte der Minister Trudeaus wurde nicht mit einem religiösen Schwur vereidigt. Sie lehnten sogar ab „so wahr mir Gott helfe“ zu sagen.

Quebecs Leitspruch lautet: „Je me souviens“ – ich erinnere mich. Aber an was genau? Wird im „leeren Viertel des Katholizismus“ der Islam der Gewinner sein?“

Giulio Meotti, Kulturredaktor für Il Foglio, ist italienischer Journalist und Autor.

 

 

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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