Informationsblatt FSSP Editorial (http://petrusbruderschaft.de/media/Infoblaetter/alte_Ausgaben/2017_02.pdf)

Informationsblatt

der Priesterbruderschaft St. Petrus

Februar 2017

P. Bernhard Gerstle FSSP, Distriktsoberer für den deutschsprachigen Raum

 

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

Am Heiligen Abend kam ein schönes Weihnachtsgeschenk aus Köln. Bischofsvikar Dr. Markus Hofmann teilte mir mit, dass der Erzbischof von Köln, Kardinal Woelki, seine Zustimmung zur kanonischen Errichtung unseres Hauses in Köln-Lindenthal erteilt hat. Zwar hat das keine unmittelbaren praktischen Auswirkungen, aber dieser kirchenrechtliche Status gibt unseren Häusern eine gewisse Rechtssicherheit. Zugleich ist es ein Indiz dafür, dass die Petrusbruderschaft mittlerweile in etlichen Diözesen anerkannt und geschätzt ist. Wir sind für die Bischöfe, in deren Diözesen wir wirken dürfen, zuverlässige und loyale Partner. Man weiß zu schätzen, dass wir bemüht sind, unseren Gläubigen eine kirchliche Gesinnung zu vermitteln und dazu beitragen, dass sie nicht extreme Haltungen annehmen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, damit gegenseitiges Vertrauen wachsen kann. Leider gibt es aber immer noch Orte, an denen man uns auf die Feier der Heiligen Messe und die Spendung des Bußsakramentes begrenzen will und eine begleitende Seelsorge und Katechese eher unerwünscht ist. Eigentlich unverständlich in Zeiten, in denen vielerorts durch die Errichtung von Großpfarreien die persönliche Seelsorge nur noch rudimentär möglich ist. Zeigt doch die Erfahrung, welch gute Früchte die persönliche Seelsorge besonders in heutiger Zeit hervorbringt, von denen dann auch die Gesamtkirche wiederum profitiert. Eine dieser guten Früchte ist z.B. der relativ hohe Anteil an Kindern und Jugendlichen, die gewöhnlich zu unseren hl. Messen kommen. Während sich in vielen Pfarreien die meisten Kinder und Jugendlichen nach der Erstkommunion bzw. Firmung von den Sonntagsgottesdiensten verabschieden, ist in unseren Kreisen der Anteil jener, die den Glauben auch noch im Erwachsenenalter treu praktizieren, verhältnismäßig hoch. Dies spricht für die mit uns in Verbindung stehenden Familien, aber auch für unsere Seelsorger vor Ort. Die regelmäßigen Katechesen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, der persönliche Kontakt mit den Gläubigen, die Weitergabe des Glaubens in froher Atmosphäre im Rahmen unserer verschiedenen Freizeitveranstaltungen, Einkehrtage und Wallfahrten, bilden die Grundlage für den Erfolg. Dieser lässt sich nicht nur, aber auch in einem konstanten und oft sogar steigenden Messbesuch ablesen. Es ist zu wünschen, dass sich noch mehr Bischöfe darüber freuen und erkennen, welche Bedeutung diese Glaubensinseln in Zeiten der Glaubenskrise für die Gesamtkirche haben. Der Kölner Kardinal, Erzbischof Woelki, sagte einmal: „Oft sind nur tausend Überzeugte notwendig, um 100.000 Unentschiedene zu gewinnen.“ In diesem Sinne wollen wir Sauerteig sein.

Der Distriktsobere der Petrusbruderschaft gewährt in seinem Editorial einen interessanten Einblick in die fragile Lage der Gemeinschaft im deutschsprachigen Raum. Im Wirken per se abhängig von der Gunst des jeweiligen Diözesanbischofs ist sie (zwischen den Zeilen entnehmbar) immer unter dem Damoklesschwert des – von linkskatholischer Seite schnell erhobenen – Vorwurfs der „Gemeindespaltung“ tätig. Wenn sie überhaupt tätig werden darf, denn Seelsorge und Katechese dieser traditionell orientierten Bruderschaft sind in Deutschland „in der Fläche“ schlichtweg unerwünscht. So „unverständlich“ ist dies durchaus nicht, wird doch die von Pater Gerstle zu Recht beklagte „rudimentäre Seelsorge durch Großpfarreien“ aktiv von den Ordinariaten betrieben, gilt doch dort u.a. der sog. „priesterlose Gottesdienst“ (z.B. in Form der sog. „Wort-Gottes-Feiern“) als anzustrebendes Ziel. In den ökumenisierten und „geschlechtergerechten“ Diözesen der erträumten Zukunft ist für den überlieferten Ritus mit seinen Rubriken und klar gegliederten Ablauf höchstens ein Nischenplatz zu vergeben. Ist er doch der größtmögliche Gegensatz zum erwünschten willkürlich „gestaltbaren“ Gottesdienst mit maximaler Laienbeteiligung rund um den Altar, der vielerorts bereits zum unfreiwillig komischen Stand-up-Theater verkommen ist. Die Stille vermittelt beim überlieferten Ritus für den Gottesdienstbesucher innere Freiheit – in der Eucharestiefeier wird hingegen sonntäglich dank der Technik jeder Schnaufer des Pfarrers samt Schluckgeräuschen bei seiner Kelchkommunion in dolby-surround übertragen.

Ist die “kirchenrechtlich irreguläre“ Priesterbruderschaft St. Pius X. de jure ausgegrenzt, so wird es die „reguläre“ Priesterbruderschaft St. Petrus de facto. Und ohne die erste wäre sie schon lange „über den Jordan“, nicht umsonst wirbt man mit dem „Argument“, man helfe „extreme Haltungen“ zu verhindern…

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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