Auf dem Tisch liegen Fragezeichen: Diakonissen? („Der 13.“)

Römisch-Katholisch

33. Jg./ Nr. 1

13. Jänner 2017

Preis: 2,8 Euro (A); 2,8 Euro (D); sfr 4 (CH)

Auf dem Tisch liegen Fragezeichen:

Diakonissen?

Die Päpstliche Kommission zur Frage der Weihe von Frauen zu Diakonissen (oder Diakoninnen) hat im November 2016 ihre Arbeit aufgenommen.

Papst Franziskus hatte am 12. Mai 2016 anlässlich eines Gespräches mit Ordensfrauen eine theologische Untersuchung des Frauendiakonates in der Urkirche angekündigt. Es werde nicht schwer sein, meinte der Heilige Vater, zu diesem Thema richtungweisende Erkenntnisse zu gewinnen. Am 1. August 2016 wurde die angekündigte Kommission errichtet, die aus 12 Mitgliedern besteht, je zur Hälfte aus Frauen und Männern. Aus dem deutsch(sprachig)en Raum gehören dieser Kommission Frau Prof. Marianne Schlosser aus Wien und Herr Prof. Heinz Menke aus Bonn an. Eines der ausführlichsten Dogmatiklehrbücher, jenes von Prälat Michael Schmaus, widmet sich ausführlich dieser Frage, stellt aber fest, dass die historischen Befunde ein eher widersprüchliches Bild vom Wesen des Frauendiakonates ergeben.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, spricht sich eher gegen die Weihe von Diakonissen aus. Die theologische Diskussion zu dieser Frage wird nicht umhin können, ganz allgemein die Fragen sowohl nach der Sakramentalität des Diakonates als auch nach den divergierenden Lehren des Tridentinums und des 2. Vatikanums über das Weihesakrament zu erörtern. Das Tridentinische Konzil hatte die Existenz von sieben Weihestufen (Ostiarier, Lektor, Exorzist, Akolyth, Subdiakon, Diakon und Priester) zur dogmatisch verbindlichen Lehre erklärt, das Vatikanische Konzil spricht dagegen von drei Weihestufen (Diakon, Priester, Bischof), erklärt sie zur sicheren Lehre, aber nicht zum Dogma. Dogma ist jedenfalls, dass die Priesterweihe ein Sakrament ist, durch das der Geweihte in die Nachfolge der Apostel eingereiht wird. Alles andere harrt einer endgültigen verbindlichen dogmatischen Festlegung, soweit es überhaupt möglich ist, neue Dogmen festzulegen.

Ulrich Küchl

 

Der 13.“ erscheint als Monatspublikation und bietet einen Überblick über das Geschehen in Kirche und Welt. Wenn Sie Probe-Exemplare bekommen möchten oder die Zeitung für 24 Euro im Jahr abonnieren möchten, schicken Sie eine E-Mail an office@der13.com.

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Die nächste Ausgabe der Zeitung „Der 13.“ wird voraussichtlich am 10. Februar 2017 gedruckt und in Österreich am 13. Februar ausgeliefert.

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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