Kardinal Marx mit Freiheitspreis ausgezeichnet (www.katholisch.de)

Kardinal Marx mit Freiheitspreis ausgezeichnet

Der Freiheitspreis der Medien ging dieses Jahr an Kardinal Reinhard Marx. Damit wurden seine Verdienste um die katholische Kirche gewürdigt. Zwei davon hob die Laudatorin besonders hervor.

21.01.2017

Der Münchner Erzbischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, ist mit dem Freiheitspreis der Medien ausgezeichnet worden. Marx habe die katholische Kirche in Deutschland nach Zeiten der Unruhe wieder zur Einheit geführt und ihr ein sympathisches und kraftvolles Gesicht gegeben, heißt es in der Begründung der Jury. „Seine Theologie atmet den Geist der freiheitlichen Aufklärung und ist zugleich der Idee der sozialen Marktwirtschaft verpflichtet.“

Vollständiger Beitrag: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/kardinal-marx-mit-freiheitspreis-ausgezeichnet

Obige Lobhudelei habe ich dem kirchensteuerfinanzierten DBK-Internetportal entnommen. Nun, ob „die katholische Kirche in Deutschland nach Zeiten der Unruhe wieder zur Einheit geführt“ wurde, kann man sehen, wie man will. Richtig ist, dass die DBK vom „konservativen“ Konzilsflügel beinahe komplett gesäubert wurde, „Hirten“ wie Marx/Woelki geben den Ton an. Auch eine Form von „Einheit“… Dass nun die Marx/Woelki-beherrschte DBK ein sonderlich „sympathisches und kraftvolles Gesicht“ habe, tendiert für mich bereits in Richtung „Neusprech“, wonach offensichtliche Mängel vertuscht werden, indem man lautstark dreist das Gegenteil verkündet. Aber auch noch Geschmackssache.

Das Weltbild des hier peinlich hofierten Politik-Kardinals wird übrigens präzise im Werk „Der Modernismus als Gefährdung des christlichen Glaubens“ (2004 erschienen im Stella Maris Verlag) von Pfarrer Walter Lang, erzb. GR wiedergegeben:

Daneben neigt der Modernismus zu einer Autonomie des Menschen. Die Ethik ist Sache jedes einzelnen, Selbstbestimmung ist das Ziel und diese Selbstbestimmung soll bewußt vollzogen werden“ (a.a.O., Seite 196)

Ich denke, der Geehrte und seine Laudatorin, die „engagierte“ und „couragierte“ Linkskatholikin Karrenbauer, ihres Zeichens „C“DU-Ministerpräsidentin, verdienen einander.

Den kompletten Irrwitz aber stellt Karrenbauers Satz dar:

„Seine Theologie atmet den Geist der freiheitlichen Aufklärung und ist zugleich der Idee der sozialen Marktwirtschaft verpflichtet.“

Des Kardinals „eigene Theologie“(!), welche „den Geist der freiheitlichen Aufklärung“ und eine Idee von Ökonomie vereint. Von Christus und seiner Kirche ist dabei bezeichnenderweise keine Rede. Wie auch. Bereits in Wikipedia ist nachlesbar, dass die „Aufklärung“ in erster Linie von den Freimaurerlogen gelenkt wurde (https://de.wikipedia.org/wiki/Aufkl%C3%A4rung), der von Frau Karrenbauer genannte „Geist der Aufklärung“ ist daher zwingend der Geist der Logen.

Das Abendland hat sich in der Neuzeit, vor allem seit der Aufklärung und durch deren Gedanken, immer mehr vom Christentum und seiner Sicht der Welt abgewendet. Es besitzt heute keine einheitliche Kultur mehr und zerfällt sowohl im Werte- wie auch im Ideenbereich in viele Meinungen und Ansichten, in einen Pluralismus sich widersprechender Gedanken und Weltanschauungen. Durchsetzen kann sich, dem demokratischen Grundprinzip entsprechend, vor allem die Mehrheitsmeinung. Um das Richtige oder die Wahrheit an sich geht es im Pluralismus nicht mehr.“ (a.a.O., Seite 13).

Die Durchsetzung der Werte der Aufklärung durch die Freimaurer war das Ende des christlichen Abendlandes. Eine „Theologie“, welche den „Geist der Aufklärung“ atmet, wendet sich daher zwingend von Christus ab.

Mit dem Beginn der Neuzeit, mit Renaissance und Humanismus (nach 1450) setzt sich ein Individualismus durch, welcher den Einzelmenschen in den Mittelpunkt stellt, ein Naturalismus, dem es nur noch um diese Welt geht sowie ein Relativismus, in welchem es nicht mehr um absolute Wahrheiten geht, die es gar nicht gibt, sondern nur noch um Meinungen. Daher kann jeder Mensch nach seinen Vorstellungen glauben und selig werden“. (Seite 35)

Und in genau dieser Welt leben wir, mit Christentum hat es nichts zu tun. Dies festzustellen, wäre ein Gebot der intellektuellen Redlichkeit…

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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Eine Antwort zu Kardinal Marx mit Freiheitspreis ausgezeichnet (www.katholisch.de)

  1. francomacorisano schreibt:

    Ich habe immer Angst, wenn der Gegner einen lobt, dann hat man den sicheren Beweis, die sichere Quittung, dass man auf dem falschen Wege ist.
    Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU), auf dem CDU-Bundesparteitag 26.04.1960, Karlsruhe.

    Gefällt mir

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