Trojanische Pferde meiner Kindheit: Schlager

Hoch interessant ist es für mich, die goldglänzenden Erinnerungen an meine Kinder- und Jugendzeit einmal kritischer durchzugehen. Mit null Ahnung und Urteilsvermögen hörte und sah ich alles an, im Rückblick halt die individuelle „die gute alte Zeit“, keine Sorgen, keine Verantwortung. Seltsam nur, dass auch damals schon nicht alles Gold war, was glänzte. Neben dem bereits erörterten „Bonanza“-Fernsehkonsum prägte der „Deutsche Schlager“ Mitte der 60er bis 70er so ziemlich alle Kinder und Jugendlichen, auch der größte Heino-Hasser kann heute noch problemlos ganze Liedzeilen rezitieren…

Allerdings wurden schon damals – abseits der unpolitischen Trallala-Hopsassa-Fraktion der Tony Marshall, Roberto Blanco und Rex Gildo – gezielt „gesellschaftskritische“ Inhalte massenkompatibel in schmissige Melodien verpackt. So der promiskuitive Udo Jürgens, der aus seiner Zuneigung zu minderjährigen Mädchen keinen Hehl machte („17 Jahr‘, blondes Haar“) und mit „Ein ehrenwertes Haus“ etc. Stimmung gegen das herkömmliche, bürgerliche Gesellschaftsbild machte. Das Leben ohne Trauschein wurde als chic suggeriert, wer sein Leben an Normen orientierte, als fader Spießer vorgeführt. Oder Juliane Werding, welche die trinkfeste Thekenschlampe gab und mal eben hartgesottene Trinker in der Kneipe unter den Tisch soff. „Geschlechterrollen-Wechsel“ auf leisen Sohlen. Gunter Gabriel sang „Mit dem Hammer in der Hand“ und „Hey Boss, ich brauch mehr Geld!“ dem Klassenkampf das Wort.

Wer schrieb diese Texte und warum? Wer promotete sie und warum? Warum propagierte wer diese Interpreten und ihre Liedinhalte? Fragen, die ich mir als Kind nicht stellte…

 

 

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Über Kirchfahrter Archangelus

Jhg. 1967; rk; Verh., 3 Kinder. (Noch-)CDU-Mitglied seit 1983, 12 Jahre Stadtverordneter der CDU. Angesichts des herrschenden Gutdenker-Mainstreams in Gesellschaft, Partei und Kirche bin ich zum unzeitgemäßen Gegenläufer mit abweichenden Auffassungen geworden. Ich pilgere so oft wie möglich als Kirchfahrter (altdt. “Pilger“) in die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. betreute Kapelle St. Athanasius (Hattersheim). Kurz zur Politik: Ratiophobe Psychopathologien wie „Gender“ u. ä. lehne ich ab, ebenso das derzeit einheitlich handelnde Parteienkartell. Gleichwohl denke ich noch selbst und erwarte den wiederkehrenden Messias und nicht den wiederkehrenden Kaiser aus dem Kyffhäuser. Skeptisch sehe ich Zeitgenossen, die sich vorgeblich um das „christliche Abendland“ sorgen, aber selbst das Julfest feiern. Oder lautstark Familienwerte proklamieren, selbst aber privat notorischen Ehebruch praktizieren, in gleichgeschl. Lebensgemeinschaft leben oder Partner+Kinder verlassen, um sich neu zu liieren. Freunde vorgestanzter Sprachschablonen und abwegiger Schnurrpfeifereien kommen i.d.R. nicht auf Ihre Kosten. Der Blog gibt ausschließlich meine persönlichen, in der Regel politisch wie kirchlich inkorrekten Ansichten wieder und soll zusätzlich als Verstärkungs-Plattform für Themen dienen, welche in Gesellschaft wie Kirche totgeschwiegen werden. „Rebloggte“ Beiträge sollen - wenn von mir auch nicht immer geteilt - zur inhaltlich differenzierten Auseinandersetzung anregen und kritisch mittels öffentlich zugängiger Quellen überprüft werden. Gefährlicher als Verschwörungstheorien sind Kräfte, die abweichende Auffassungen anderer perfide als "Verschwörungstheorie" tabuisieren, um diese dem Diskurs und der Reflektion zu entziehen. Mit dem Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Anbringen eines Links auf seiner eigenen Homepage die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann man laut Gericht nur dadurch verhindern, indem man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Deshalb betone ich, dass ich keinerlei Einfluß auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten habe und distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf dieser Homepage. Diese Erklärung gilt für alle auf meinem Blog angebrachten Links.
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Eine Antwort zu Trojanische Pferde meiner Kindheit: Schlager

  1. francomacorisano schreibt:

    ….Begleiterscheinungen der 68er…..!

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